FC Bayern zeigt Breno die "leicht Gelbe Karte"

München - Der FC Bayern zeigt Breno wegen seiner Twitter-Beschwerde nur die "leicht Gelbe Karte". Karl-Heinz Rummenigge warnt den offenherzigen Spieler aber in aller Eindringlichkeit. 

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Breno muss zum Rapport - "Das ist unglücklich"

Da hat sich mal einer ins eigene Nest gezwitschert… Die digitale Entgleisung von Sorgenkind Breno war auch am Dienstag weiter das Top-Thema rund um die Säbener Straße. Und so musste der Brasilianer am Morgen noch vor Trainingsbeginn zur Erklärung bei Jupp Heynckes erscheinen. Das Ergebnis: Eine Entschuldigung vor der Mannschaft – und eine kleine Verwarnung. „Ich würde ihm zumindest mal die leicht gelbe Karte zeigen, für das, was er da von sich gegeben hat“, erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Aus seiner Sicht müssten die Spieler „verantwortungsvoll“ mit der Darstellung ihrer Gefühle umgehen. „Das ist ja alles sehr öffentlich, egal ob es da um Twitter oder Facebook oder was auch immer geht.“

Historie: So zoffte man sich beim FC Bayern

"Der FC Bayern ist eine große Familie", sagte Philipp Lahm einmal in einem tz-Interview. Und wie es in einer gut funktionierenden Familie nun einmal der Fall ist, kracht es ab und zu mal gewaltig. So eben auch beim FC Bayern. Die "Sport Bild" hat die größten Skandale und Disharmonien der vergangenen Jahre aufgelistet. Meistens wirkten die Reibereien an der Säbener Straße ja wie reinigende Gewitter, und hinterher war die Luft klarer als zuvor ... Viel Spaß! © 
Im Jahr 1979 gibt es Dauerärger zwischen Trainer Pal Csernai und Superstar Gerd Müller. Auslöser für den Zoff ist eine Auswechslung Müllers in einem Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. © Getty
Im selben Jahr lehnt die Mannschaft des FC Bayern geschlossen die Verpflichtung von Trainer Max Merkel ab. Daraufhin tritt Präsident Wilhelm Neudecker zurück. © Getty
Im Jahr 1983 kommt es auf der Asien-Reise zum großen Knall zwischen den Spielern Uli Hoeneß und Paul Breitner. Deren enge Freundschaft zerbricht auf Jahre hin. Mittlerweile ist das Verhältnis aber längst gekittet. © Getty
Im Krisenjahr 1991 will Stefan Effenberg Trainer Jupp Heynckes an die Gurgel. "Wollen wir vor die Tür gehen?", fragt er seinen Coach provozierend. © Getty
Erich Ribbeck hat 1992 Ärger mit Thomas Berthold und teilt dem Weltmeister mit, dass er nicht auf ihn zähle. Berthold setzt sich daraufhin ein Jahr lang auf die Tribüne. © dpa
Erich Ribbeck wird während seines Skiurlaubs im Winter 1993/94 entlassen. Dafür übernimmt Franz Beckenbauer das Traineramt. Der "Kaiser" führt die Bayern trotz eines Mega-Rückstands noch zum Titel. © Getty
Sturkopf Otto Rehhagel wird von den Bayern im Frühjahr 1996 entlassen, wieder übernimmt Franz Beckenbauer. Wieder springt ein Titel heraus, dieses Mal ist es der UEFA-Cup. © Getty
Jürgen Klinsmann sorgt 1997 dafür, dass sein Intimfeind Lothar Matthäus bei den Bayern als Kapitän abgesetzt wird. Der Ärger des Rekordnationalspielers ist riesig - und öffentlich. © Getty
Die Wut-Rede von Giovanni Trapattoni im März 1998 - legendär. Der Italiener geht offen auf die Mannschaft los, und schließt mit den Worten: "Ich habe fertig!" © Getty
In der Saison 1999/2000 geraten im Bayern-Training Bixente Lizarazu und Lothar Matthäus aneinander. Der Franzose verpasst "Loddar" eine gesalzene Watschn. © dpa
Nach dem Champions-League-Finale in der selben Saison macht Thomas Helmer eine abfällige Geste in Richtung Trainer Ottmar Hitzfeld. Der Abwehrchef wird suspendiert. © Getty
Pizzeria-Affäre: Mario Basler und Ersatzkeeper Sven Scheuer werden im Oktober 1999 rausgeworfen. © Getty
Franz Beckenbauer hält nach der peinlichen 0:3-Pleite in der Champions League bei Olympique Lyon im Frühjahr 2001 seine legendäre Wutrede. Wieder hatte ein Skandälchen heilende Wirkung: Bayern holte sich am Saisonende den Europapokal. © Getty
Im November 2005 erklärt Karl-Heinz Rummenigge auf der Hauptversammlunug, dass man das Vertragsangebot an den zaudernden Michael Ballack zurückgezogen habe. Der Jubel ist groß, der Aufschrei riesig. Ballack verlässt die Bayern zum Saisonende ablösefrei in Richtung FC Chelsea. © Getty
Herbst 2007: Nach einer schwachen Leistung in der Europa League kritisiert Karl-Heinz Rummenigge Trainer Ottmar Hitzfeld ("Fußball ist keine Mathematik, das man berechnen kann"). Auf der kurz darauf stattfindenden Hauptversammlung gibt es einen frostigen Handschlag. Bayern wird am Ende Meister und zieht ins Europapokal-Halbfinale ein - mit Hitzfeld. © Getty
Auf der Hauptversammlung 2007 kommt es auch zum Ausraster von Uli Hoeneß, der auf einige Fans losgeht ("Für eure Scheißstimmung seid Ihr doch selbst verantwortlich"!). © AP
November 2009: Philipp Lahm kritisiert in einem Interview die Vereinsbosse sowie die Philosophie des Klubs. Das Medienecho ist gewaltig, Uli Hoeneß ist stinksauer. Philipp Lahm erhält eine Geldstrafe. Am Saisonende gewinnen die Bayern das Double und stehen im Champions-League-Finale. © Getty
November 2010: Präsident Uli Hoeneß kritisiert den Stil von Trainer Louis van Gaal. Der zeigt sich in seiner öffentlichen Reaktion sehr enttäuscht. Kurz darauf gibt der Verein aber bekannt, dass sich die Streihähne zum Wohle des Vereins zusammengesetzt und alle Probleme gelöst hätten. © Sampics
April 2012: Im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen Real Madrid (2:1) soll Franck Ribéry seinem Kollegen Arjen Robben ein Veilchen verpasst haben. Grund dafür war, dass Ribéry gegen Ende der ersten Halbzeit unbedingt einen Freistoß treten wollte, Robben aber darauf beharrte, Kroos schießen zu lassen. Angeblich wurde Ribéry daraufhin mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro belegt. © dpa

Breno hatte nach seinem Einsatz bei den Amateuren am Samstag von einer „Sauerei“ geschrieben, die „Bayern da mit mir macht“. Er hätte lieber einen Tag später mit den Profis in Erfurt gespielt. „Er hat dem Trainer gesagt, dass er da offensichtlich etwas missverstanden hat. Der Trainer hat ihn ja am Samstag extra bei den Amateuren spielen lassen, um zu gewährleisten, dass er über 90 Minuten spielt“, erläuterte Rummenigge. „Er will, dass er jetzt kontinuierlich Spielpraxis erlangt, weil sich dadurch auch seine ganze Form und Verfassung verbessert.“ 90 Minuten wären in Erfurt aber nicht drin gewesen.

Die Strafakte des FC Bayern: Wer wofür blechen musste

Philipp Lahm (l.) und Luca Toni werden für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben
Philipp Lahm (l.) und Luca Toni wurden 2009 für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben © dpa
Lahm Toni Geldstrafe
Lahm kritisierte die Bayern-Bosse und deren Transferpolitik vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Schalke in einem Interview mit der SZ. © Getty
Lahm Toni Geldstrafe
Prompt verhängte der FC Bayern eine Rekordgeldstrafe für den Nationalspieler. Etwa 50.000 Euro sollen es gewesen sein, die Lahm löhnen musste © 
Lahm Toni Geldstrafe
Luca Toni verließ in der erwähnten Partie gegen den FC Schalke die Allianz Arena, nachdem er von Trainer Louis van Gaal in der Pause ausgewechselt worden war © dpa
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe © ap
Doch das sind nicht die ersten Fälle, in denen der FC Bayern seine Spieler bestraft hat. Die prominentesten (und bekannten) Fälle: © Getty
Stefan Effenberg ist für sein ungezügeltes Temperament bekannt. 10.000 Mark musste der Heißsporn 1998 jedoch zahlen, weil er angetrunken mit dem Auto unterwegs war. Der Führerschein war vorübergehend futsch © Getty
Mario Basler hat die dickste Akte beim FC Bayern. 1997 warf das „Enfant terrible“ dem damaligen Trainer Giovanni Trapattoni eine angeblich falsche Taktik vor. Seine öffentlichen Aussagen kosteten ihn angeblich 10.000 Mark  © Getty
Im Oktober 1998 war Basler eigentlich krank geschrieben, hatte aber noch genügend Kraft, um bis vier Uhr morgens in einem Münchner Klub zu feiern © Getty
Auch von einer Schlägerei war bei diesem Disco-Besuch die Rede. Wieder zahlte Basler 10.000 Mark © Getty
Im August 1999 feierte Basler den Geburtstag von Mitspieler Didi Hamann bis um drei Uhr in der Früh - also viel länger, als der offizielle Zapfenstreich (elf Uhr) vorgesehen hatte. 20.000 Mark Strafe - damals Vereinsrekord! © Getty
Im Oktober 1999 lieferte sich Basler in einer Regensburger Pizzeria eine Schlägerei. Dem FC Bayern reichte es vorerst © Getty
Basler und Ersatztorwart Sven Scheuer (Foto), der ebenfalls zugelangt haben soll, wurden intern gesperrt © Getty
Was hier so einträchtig und harmonisch aussieht, ging auch mal ganz anders: Zwischen Lothar Matthäus und Bixente Lizarazu kam es 1999 im Training zu einer heftigen Auseinandersetzung, bei der der Franzose dem Lothar eine Watschn verpasste. © Getty
Harald Schmidt spottete damals über Lizarazus Ausrutscher: "Bixente Lizarazu hat Lothar Matthäus eine geknallt. Auf dem Video hört man ein Klatschen, und man weiß nicht: War es die Ohrfeige oder der Applaus von Effenberg?" © Getty
Für das letzte Spiel der Hinrunde 2007 suspendierte Ottmar Hitzfeld (l.) Oliver Kahn, weil dieser die Weihnachtsfeier des FC Bayern zu früh verlassen hatte © Getty
Fast zeitgleich hatte Kahn die Bayern-Mannschaft in einem Interview hart kritisiert. Kahn musste neben seiner Sperre 25.000 Euro Strafe zahlen © Getty
Luca Toni wurde im November 2009 von Trainer Louis van Gaal suspendiert. Toni hatte in einem Interview über van Gaal gesagt: “Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende.“ © dpa

Nach dem Gespräch mit Heynckes und Philipp Lahm gab es dann die Entschuldigung, die schließlich der Kapitän in Brenos Namen verkündete. „Ich habe es gemacht, weil sein Deutsch nicht so ordentlich ist wie meins“, lachte Lahm – und nahm die Sache wie seine Kameraden eher locker.

Das Thema scheint damit vom Tisch, auch wenn der Bayern-Boss noch eine Warnung aussprach. „Es ist jetzt die gelbe Karte, aber ich erwarte nun auch von ihm, dass da wirklich nichts weiteres mehr kommt und nichts passiert“, so Rummenigge in Richtung Breno.

Mic

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