Große tz-Analyse

Darum ist Peps System so riskant

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Gegen Wolfsburg ist bei den Bayern vieles schief gelaufen.

München - Die Pleite gegen den VfL Wolfsburg hat es gezeigt: Pep Guardiolas Taktik ist hoch riskant. Denn: Wenn nicht alles klappt, kann das komplette Spiel schnell schiefgehen.

In der Hinrunde war sie noch das Aushängeschild des FC Bayern, die Abwehr. Nur vier Gegentore ließ die Hintermannschaft um Welttorhüter Manuel Neuer in 17 Spielen zu – das gab es in 51 Jahren Bundesliga zuvor noch nie.

Egal ob Dreier- oder Viererkette, das Bayern-Bollwerk schien für die Konkurrenz kaum zu überwinden. Bis der VfL Wolfsburg am Freitagabend das Gegenteil bewies. Eindrucksvoll. Überfallartig. Und gnadenlos effektiv.

Drei ihrer vier Treffer erzielten die Wölfe beim 4:1-Erfolg durch Konter. Das Team von Dieter Hecking schaltete blitzschnell um, überrumpelte die Bayern und deckte dabei selten gesehene Schwachstellen in der Defensive des Rekordmeisters auf.

Peps Plan mit der weit vorn verteidigenden Abwehrreihe gerät unter Druck zur Perfektionsfalle – wenn nicht alles klappt, kann’s schiefgehen. In Wolfsburg hatte Guardiola im Abwehrzentrum erwartungsgemäß auf Jerome Boateng und den in der Vorbereitung überzeugenden Dante gesetzt. Links verteidigte Juan Bernat, rechts rückte Sebastian Rode für den verletzten Rafinha in die Start­elf.

In Ballbesitz rücken die beiden Außenverteidiger bei Flexibilitäts-Fanatiker Guardiola jedoch immer weit auf, agieren als zusätzliche Mittelfeldspieler, während sich Abräumer Xabi Alonso im Spielaufbau zwischen Boateng und Dante fallen lässt. Diese Dreierkette agiert dabei meist in Nähe der Mittellinie.

Dante und Boateng zu langen, ungenauen Bällen gezwungen

So schaffen die Bayern im Mittelfeld häufig Überzahl, sind ständig anspielbar und können fast alle Situationen spielerisch lösen – der Schlüssel zu ihrer Dominanz. Was sich in vielen Partien gegen nur aufs Verteidigen bedachte Teams auszahlt, entpuppte sich gegen die Wölfe als Genickbrecher.

Zwar überließ auch das Hecking-Team den Münchnern die Kugel, setzte Alonso bei Ballbesitz aber ständig unter Druck. Das hemmte den Spielaufbau der Bayern. Dante und Boateng wurden oft zu langen, ungenauen Bällen gezwungen – und die machten sich die Wölfe zunutze. Mit direktem Umschaltspiel über die pfeilschnellen de Bruyne und Perisic konterten sie die Roten eiskalt aus.

Gegen die hochstehende FCB-Abwehr nutzten sie ihre Tempovorteile und deckten die Lücken auf. Genug Platz dafür haben die Gegner ja in der Bayernhälfte. Vor dem 1:0 schlich sich de Bruyne in Boatengs Rücken davon, der aufgerückte Rode kam bei Torschütze Dost zu spät (4.). Beim 3:0 enteilte de Bruyne Boateng und Dante (53.), zwanzig Minuten später düpierte der Belgier Dante ein zweites Mal und vollendete zum 4:1 (73.).

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Mario Götze verbildlichte die Situation unfreiwillig, als er nach dem Spiel sagte: „Wir waren heute nicht auf der Höhe.“ Auch Arjen Robben stellte das fest: „Sie haben ihre Konter gut ausgenutzt, da sind wir ins Messer gelaufen. Das müssen wir analysieren.“

 Schon in den Vorbereitungsspielen wirkte die Defensive bei schnellen Gegenangriffen nicht ganz sattelfest, fiel aber nicht auseinander. Einen de Bruyne suchte man bei den Katar Stars, Al-Hilal oder dem VfL Bochum allerdings auch vergebens…

sw

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