"Bayern hat noch nicht mal gefragt"

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Clemens Tönnies dementiert das Schalker Interesse an Rafinha

Clemens Tönnies ist der starke Mann auf Schalke. Der 52-jährige Fleischunternehmer („Tönnies Fleischwerk“, drei Mrd. Euro Umsatz!) ist seit 2004 Aufsichtsratsboss des Klubs, ohne ihn geht nichts bei den Königsblauen.

Die tz sprach mit ihm über die Chancen gegen Bayern, Oliver Kahn und warum Rafinha auf Schalke bleibt.

Herr Tönnies, drei Siege in Folge ohne Gegentor, nachdem Rutten und Müller gehen mussten. Alles richtig gemacht?

Tönnies: Ja, ich denke wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen.

Ist es nicht zu einfach, zu sagen, es lag nur an den beiden?

Tönnies: Das wäre sicherlich zu einfach, aber eine Veränderung ist ja schon spürbar. Wir haben jetzt eine richtig gute Stimmung in der Truppe.

Was ist anders?

Tönnies:Büskens, Mulder und Reck machen eine hochprofessionelle Arbeit, sorgen aber für gute Laune. Das ist wichtig, weil vieles sich im Kopf abspielt.

Sie gehen sehr ernst an die Sache. Ist es ein Vorteil, dass sie früher für Schalke gespielt haben?

Tönnies: Eine Identifikation mit dem Verein ist immer enorm wichtig. Als Interimstrainer ist es von Vorteil, wenn man das Umfeld kennt und weiß, mit wem man es zu tun hat.

Wieso dürfen sie nicht weitermachen in der neuen Saison?

Tönnies: Diese Frage stellt sich jetzt gar nicht. Wir haben eine klare Vereinbarung: Wir arbeiten zunächst diese Saison ab.

Sie haben also die Chance?

Tönnies: Die Trainerfrage entscheidet der Vorstand, dem auch der neue Manager angehören wird.

Und wer wird das?

Tönnies:Von unserer Seite gibt es keine weiteren Wasserstandsmeldungen.

Wie enttäuscht waren Sie über die Absage von Oliver Kahn?

Tönnies: Ich habe von Oliver Kahn eine sehr gute Meinung und war gar nicht so sehr enttäuscht, weil ich ihn für einen sehr guten Typen und Fußballfachmann halte. Aus unserer Sicht gab es einen Einwand, das war die fehlende Erfahrung im Management. Aber die Tür ist nicht zu. Wir haben vereinbart, in Kontakt zu bleiben.

Aber Kahn hätte doch wissen müssen, dass es sich mit seinen Plänen nicht vereinbaren lässt.

Tönnies: Das möchte ich nicht kommentieren. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch und bleiben in Verbindung.

Wieso wollten Sie ihn?

Tönnies: Er ist ein Kämpfer mit Autorität und Fachwissen.

Glauben Sie, dass Kahn Bayern-Manager wird?

Tönnies: Das weiß ich nicht. Aber das war nicht der Grund, dass er nicht zu uns gekommen ist. Es spricht für ihn, keine halben Sachen zu machen. Es hat im Moment eben nicht gepasst.

Schalke war mal Bayerns größter Konkurrent. Wieso ist das nicht mehr so?

Tönnies: Die Liga hat sich verändert. In Wolfsburg steht mit VW der größte deutsche Konzern hinter dem Verein und investiert intensiv. Hamburg ist ein großer Bewerber, mit Hoffenheim und Dietmar Hopp ist ein neuer Konkurrent da. Wir alle müssen uns diesen Herausforderungen stellen.

Und wann kommt Schalke wieder an Bayern ran?

Tönnies: Wir wollen die Münchner nicht kopieren und sie auch nicht jagen, so vermessen bin ich nicht. Doch wer 25 Jahre nahezu alles richtig macht, an dem kann man sich orientieren. Die Bayern haben viele Dinge gut gemacht.

In München gibt es Gerüchte, der Wechsel von Rafinha zum FC Bayern sei bereits perfekt…

Tönnies: Das ist absoluter Blödsinn! Es gibt da noch nicht mal eine Anfrage!

Der FC Bayern hat sich nicht bei Ihnen gemeldet?

Tönnies: Nein, es gibt überhaupt keinen Kontakt. Und ich kann Ihnen eines sagen: Rafinha ist unverkäuflich!

Interview: Mario Volpe, Jan Janssen

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