Sammer: „Jürgen hat zu viel versprochen“

Die K-Frage

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Jürgen Klinsmann spaltet die Fans.

Das 1:1 der Bayern gegen die Zauberkünstler vom FC Barcelona – eigentlich ein Ergebnis, für das man sich nicht schämen müsste.

Immerhin gilt Barça als die derzeit bestes Team der Welt. Dennoch: die Stimmung in der Allianz Arena war alles andere als freundlich. Und dabei ging es weniger um die Mannschaft, sondern vielmehr um den Trainer. Denn auf der Beliebtheitsskala vieler Fans rutscht Jürgen Klinsmann immer weiter ab. Andere halten weiter zu ihm. Klinsi bei den Bayern – es ist:

Die K-Frage!

Klinsmann spaltet die Bayern-Fans. Auf der einen Seite diejenigen, die an ihn und seine Reformen glauben, ihm Zeit geben wollen. Und dann diejenigen, die ihm den Rauswurf von Olli Kahn nie verziehen haben und Klinsmann jetzt Fehler vorwerfen.

Wie schlecht war Klinsmann wirklich?

Trainer FC Bayern
Jürgen Klinsmann muss die Konsequenzen tragen: Der Bayern-Trainer ist gefeuert! Doch wie schlecht schnitt er wirklich ab? Hier sehen Sie den Vergleich mit seinen Vorgängern. © AP
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So hat tz-online.de gerechnet. In der Champions League gibt es für den Titel 10 Punkte, fürs Finale 7, fürs Halbfinale 4, fürs Viertelfinale 2, fürs Achtelfinale 1 Punkt (UEFA-Cup jeweils die Hälfte). In der Meisterschaft für den Titel 7 Punkte, für Platz zwei 4 Punkte, für Platz drei 2 Punkte, für Platz vier 1 Punkte. Im DFB-Pokal gibt es für den Titel 4 Punkte, fürs Finale 2 Punkte, fürs Halbfinale 1 Punkt. Für ein schlechteres Abschneiden (Dass der FCB hohe Ziele hat, ist bekannt) jeweils keinen Punkt. © dpa
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Welche der vergangenen 20 Spielzeiten war wie gut? Wo landet Klinsmann? Klicken Sie sich durch! © dpa
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Platz 1: Die Saison 2000/2001 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Titel in der Champions League = Punkte gesamt: 17 © dpa
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Platz 2: 1998/1999 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Finale in der Champions League, Finale im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 16 © dpa
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Platz 3: 1999/2000 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Halbfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 15 © dpa
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Platz 4: 2007/2008 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Halbfinale im UEFA-Cup, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 13 © dpa
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und punktgleich die Saison 2004/2005 unter Felix Magath - Rang 1 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 13 © dpa
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Platz 6: Die Saison 2005/2006 unter Felix Magath - Rang 1 in der Liga, Achtelfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 12 © AP
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Platz 7: Die Saison 1989/1990 unter Jupp Heynckes - Rang 1 in der Liga, Halbfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 11 © AP
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und punktgleich Die Saison 2002/2003 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, - in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 11 © AP
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Platz 9: Die Saison 1997/1998 unter Giovanni Trappatoni - Rang 2 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 10 © dpa
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Platz 10: Die Saison 1995/1996 unter Otto Rehagel / Franz Beckenbauer (Foto v.r.) / Klaus Augenthaler - Rang 2 in der Liga, UEFA-Cup-Sieg = Punkte gesamt: 9 © dpa
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Platz 11: Die Saison 1990/1991 unter Jupp Heynckes - Rang 2 in der Liga, Halbfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 8 © AP
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Platz 12: Die Saison 1993/1994 unter Erich Ribbeck / Franz Beckenbauer (Foto) - Rang 1 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 7 © dpa
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und punktgleich Die Saison 1996/1997 unter Giovanni Trappatoni - Rang 1 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 7 © dpa
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Platz 14: Die Saison 2003/2004 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 2 in der Liga, Achtelfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 5 © AP
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Platz 15: Die Saison 2001/2002 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 3 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League, Halbfinale im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 5 © AP
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Platz 16: Die Saison 2008/2009 unter Jürgen Klinsmann - Rang 3 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 4 © dpa
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und punktgleich die Saison 1994/1995 unter Giovanni Trappatoni - Rang 6 in der Liga, Halbfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 4 © AP
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und punktgleich Die Saison 1992/1993 unter Erich Ribbeck - Rang 2 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 4 © AP
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Platz 19: Die Saison 2006/2007 unter Felix Magath (Foto) / Ottmar Hitzfeld - Rang 4 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 3 © dpa
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Platz 20: Die Saison 1991/1992 unter Jupp Heynckes / Sören Lerby (Foto) / Erich Ribbeck - Rang 10 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 0 © dpa
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Unter Klinsmann spielten die Bayern also bislang tatsächlich eine schlechte Saison. Das bekam jetzt auch Jürgen Klinsmann zu spüren. © dpa

Mittlerweile haben viele ehemalige Klinsi-Befürworter die Seiten gewechselt. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der von der SZ und von Udo Lattek („Matthias wäre der goldene Schuss für Bayern“) als Favorit auf die Klinsmann-Nachfolge angesehen wird, kann das verstehen. „Jürgen hat viel zu viel versprochen. Wo er mit der Mannschaft hinmöchte, wie er die Mannschaft präsentieren will. Das Münchner Publikum hat ein sehr feines Gespür. Die Identifikation zwischen Jürgen und dem Publikum steht noch aus. Da ist was, das nicht passt“, sagte Sammer bei Premiere. Auch FCB-Verwaltungsrat Edmund Stoiber stänkert: „Wir haben unter Klinsmann sehr viele Trainer eingestellt. Das Ergebnis rechtfertigt die Aufwendungen nicht. Das ist doch sehr ernüchternd und sehr amerikanisch. Das hat für mich wenig mit Fußball zu tun.“

Zwar gibt sich Klinsmann kämpferisch – doch scheint sein Abschied von Bayern bereits beschlossene Sache. Die Geduld der Bosse ist am Ende. Denn auch Uli Hoeneß weiß: Gegen die Stimmung der Kurve kann sich kein Trainer halten. Selbst die Meisterschaft dürfte Klinsi nicht mehr retten. In Italien werden schon die Nachfolger diskutiert, zum Beispiel AC Mailand-Trainer Carlo Ancelotti. „Er gefällt den Bayern“, verriet Milan-Berater Ernesto Bronzetti in einem Interview.

Wie die Fans zu Klinsmann stehen? Die tz befragte die Vorsitzenden der Fanklubs Floss (2000 Mitglieder) und Red Bulls Taubenbach (1250 Mitglieder).

jj

Gebt Klinsi noch eine Saison Zeit!

Von Gerhard Stadler, Bayern Fanclub Floss

Gerhard Stadler

„Ich denke, man sollte Klinsmann nicht nur nach den beiden Niederlagen gegen Wolfsburg und Barcelona beurteilen. Immerhin können wir noch Meister werden und haben es bis ins Viertelfinale der Champions League geschafft. Das ist doch nicht so schlecht! Vor allem, wenn man bedenkt, was Klinsmann alles verändert hat. Das sind eben alles Dinge, die gehen nicht über Nacht. Gerade bei einem Verein mit dieser Tradition ist es schwer, neue Dinge anzustoßen. Deswegen halte ich weiter zu Klinsmann.

Die Dinge, die er verändert hat, sind grundsätzlich sinnvoll und werden uns in der Zukunft weiterhelfen. Sie brauchen aber eben eine gewisse Zeit, bis sie wirken. Dafür muss man schon mal eine schwierige Saison in Kauf nehmen und unter Umständen auch mal auf die Meisterschaft verzichten. Auch wenn ich immer noch glaube, dass wir Meister werden. Ich würde es Klinsmann jedenfalls sehr, sehr wünschen. Und wenn er doch noch den Titel holt, dann sollte ihm der Vorstand auch noch ein weiteres Jahr Zeit geben, seine Philosophie umzusetzen. Denn man sollte eines nicht vergessen: Klinsmann hat es nicht leicht gehabt. Zuerst die Vorbereitung, in der viele Nationalspieler wegen der EM lange nicht dabei waren. Dann die vielen Verletzten: Ribéry, Altintop, Lahm, Toni, Podolski, Klose. Und es gab vor allem in der Rückrunde einige merkwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen.

Es ist also nicht alles Klinsis Schuld. Im Gegenteil: Die Entscheidung gegen Rensing halte ich zum Beispiel für richtig, sie kam in meinen Augen sogar zu spät. Und was kann Klinsmann dafür, dass im Hinspiel gegen Barcelona Lucio und Lahm ausfielen? Mit den beiden wäre dieses Debakel garantiert nicht passiert. Überhaupt haben wir uns bis auf dieses eine Spiel in der Champions League sehr gut präsentiert. Gegen Barcelona auszuscheiden, ist wahrlich keine Schande. Jetzt muss sich die Mannschaft voll auf die deutsche Meisterschaft konzentrieren – dann hätte Klinsi auch etwas mehr Ruhe, um seine Pläne zu verwirklichen.“

Die tz macht den Bayern-Test: So schwitzen die Profis

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Er machte im Team mit Mark Verstegen die Nationalmannschaft für die WM 2006 und die Euro 2008 fit. © sampics
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Er half Spitzenathleten, gesund und fit zu sein – unter anderem Maurice Green, Katharina Witt oder Boris Becker. Und er sorgt mit seinen Kollegen vom FC Bayern dafür, dass die Profis genug Power für Klinsis Spielstil haben: Fitness-Coach Oliver Schmidtlein. © sampics
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Berühmt wurde der 43-Jährige durch Gummiband-Übungen, die er in Klinsis Training unterbrachte. Doch Schmidtleins Methoden sind komplexer, vielfältiger. © dpa
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Wie genau ein Fitness-Training von Ribéry, Toni & Co. wirklich aussieht, wollte ich, der tz-Reporter, selbst herausfinden. Und so quälte ich mich über zwei Stunden durch Schmidtleins Fitnessprogramm. © dpa
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Der Treffpunkt: Das eigene Studio des Physiotherapeuten und Fitness-Trainers in der Balanstraße 73. Die Aufgaben: die gleichen wie im Leistungszentrum an der Säbener Straße. © sampics
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Nur die Tests auf dem Trainingsplatz ließen wir bei unserem Programm weg. „Wir bräuchten dazu ein Fußballfeld. Außerdem ist es besser für Sie“, erklärt mir der gebürtige Bamberger gnädig. © sampics
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Der Sinn von Schmidtleins Übungen mit den Spielern des Rekordmeisters „ist nicht, die Spieler schneller zu machen – aber die Bewegung effektiver.“ Ausweichbewegungen sollen erkannt und korrigiert, Verletzungen vorgebeugt und der Bewegungsablauf ökonomischer werden. „Wir sind auch jetzt bei den Profis noch nicht da, wo wir hin wollen“, erklärt der Coach, „jeder Spieler hat ein genetisches Potential – und ungefähr die Hälfte hat dieses Potential noch nicht erreicht.“ © sampics
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Schmidtleins Credo: „Wir können die meisten Spieler nicht schneller machen, aber länger schnell laufen lassen.“ Aber wie hart sind die Übungen wirklich? Welche Ansprüche werden an die Profis gestellt? Der Selbstversuch: Um 8 Uhr in der Früh geht es los. Umziehen im modernen Studio, noch mal durchschnaufen. Der Puls geht hoch in der Erwartung, was auf mich zukommt. Es ist ein Test in fünf Stufen: © sampics
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STUFE 1: Der Functional Movement Screen: Ein vergleichsweise entspannter Start. © sampics
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Sieben Übungen sollen Aufschluss über meine Beweglichkeit und meine Körperstabilität geben. © sampics
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„Mit den Tests werden auch bei den Profis Schwachstellen gefunden, die mit gezielten Übungen korrigiert werden“, erklärt Schmidtlein. © sampics
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Ich muss Kniebeugen oder einen Hürdenschritt machen. Die Beckenbewegung soll so gering wie möglich sein. © sampics
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Schmidtleins Erklärung: „Sie können auch mit einem Auto, das in einem Reifen viel weniger Luft hat als im anderen, 200 km/h fahren. Aber Sie müssen eben Gegenlenken, das kostet Kraft. Dieses unökonomische Arbeiten wollen wir minimieren.“ Für Klinsi & Co. werden jeweils Tabellen erstellt mit Ergebnissen und Korrekturmaßnahmen. © sampics
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STUFE 2: Der Y-Balance-Test: Es wird kniffliger! © sampics
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Auf einem Fuß muss ich mich zentral auf ein großes Y aus Plastik stellen, mit dem anderen Fuß drei Plastikschienen in die verschiedenen Richtungen so weit wie möglich von mir wegdrücken. © sampics
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Der sichere Stand ist Pflicht. © sampics
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Wackler lässt Schmidtlein nicht gelten: „Zählt nicht, nochmal!“ © sampics
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STUFE 3: Die Klimmzug-Übung: Volle Kraft voraus! © sampics
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„Ein Durchgang mit maximalen Wiederholungen“, lautet die Vorgabe. © sampics
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Schmidtlein stellt sich vor mich, sagt schmunzelnd: „Stellen Sie sich vor, ich bin Ihr Trainer und Sie brauchen mindestens fünf Stück, um in den Kader berufen zu werden." © sampics
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Ich schaffe sieben. „Das ist okay“, meint mein Coach. © sampics
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Der Vergleich mit den Bayern-Stars ist jedoch demoralisierend: Landon Donovan schafft locker 20. Schmidtlein: „US-Amerikanische Sportler bekommen, was Athletik angeht, schon im College eine gute Ausbildung.“ © sampics
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STUFE 4: Der Liegestütz-Test: Liegestützen à la FC Bayern: Mit einem Metronom-Geräusch aus dem Computer wird mir der Takt vorgegeben, in dem ich hoch und runter muss. Klack, klack, klack – die Frequenz ist hoch. © sampics
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Schmidtleins Faust liegt unter meinem Brustkorb auf dem Boden, ich muss sie bei jeder Wiederholung berühren. Schummeln gilt nicht! Nach 28 Liegestützen ist Schluss, die Oberkörper-Muskulatur streikt. Fazit: „Ein mittelmäßiger Wert.“ Jeder Bayern-Spieler schafft locker über 35. © sampics
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STUFE 5: Der Ausdauertest: Laufen, bis die Lunge streikt! © sampics
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Erst wird das Tempo, dann die Steigung erhöht. © sampics
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Bei 14,5 km/h und sieben Prozent Steigung kapituliere ich, mein Puls rast auf 199. © sampics
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Bayern-Profis laufen bis 16 km/h und bis zu acht Prozent Steigung. © sampics
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Schweißgebadet steige ich vom Laufband, die Wadln schmerzen – aber der Chef lobt: „Es gibt einen sogenannten ventilatorischen Schwellenwert, der bei Ihnen bei 74 Prozent liegt. Ein guter Wert.“ Ein Profi sollte über 80 Prozent haben, ein sehr fitter Außenverteidiger liegt bei bis zu 90 Prozent. © sampics
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Erklärung: Erst ab 90 Prozent Beanspruchung sind diese Profis im roten Bereich, dann geht es richtig an die Substanz. „Fürs Mannschaftstraining sind Sie noch nicht ganz bereit“, witzelt Schmidtlein. © sampics
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CORRECTIVE EXERCISES: Danach kommen vier Corrective Exercises, sprich: korrigierende Übungen. © sampics
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Was beim Function Movement Screen nicht klappte, soll jetzt anhand von vier Aufgaben verbessert werden. © sampics
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Stichwort: bessere Bewegungsmuster. © sampics
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„Stellen Sie sich vor, Sie machen den Ausdauertest mit einer Jeans, die Ihnen vor zehn Jahren gepasst hat. Sie können laufen, aber sie haben Widerstand, die Hose spannt, die Schritte sind kleiner“, erklärt Schmidtlein. © sampics
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„Übersetzt heißt das: Die Muskulatur ist nicht balanciert. Indem wir das verbessern, wird indirekt beispielsweise auch die Ausdauer besser – ohne dass wir sie spezifisch trainieren.“ © sampics
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Wir korrigieren mit Seilzügen, Hanteln und, ja, mit Gummibändern. © sampics
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Die Kraftreserven gehen zu Ende, aber ich fühle mich den Umständen entsprechend tatsächlich noch gut. © sampics
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Da kommt Schmidtlein auf mich zu und sagt: „So, letzte Übung, noch ein paar Intervalle.“ Letzte Übung – klingt gut. Die Erlösung naht. So kann man sich täuschen… © sampics
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Meine letzten Minuten werden zu den schmerzvollsten meiner kleinen Sportlerlaufbahn. Die Höllenmaschine nennt sich Versa Climber. Ich stehe im Gerät, muss Arme und Beine gegengleich so schnell wie möglich auf und ab bewegen – ein Widerstand erschwert alles. © sampics
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Vier Wiederholungen, erst 30 Sekunden mit über 90 Anschlägen als Ziel, dann dreimal 15 Sekunden mit jeweils 50 Anschlägen. Schmidtlein pusht mich: „Komm, schneller!“ Die letzten Momente kommen mir wie eine Ewigkeit vor, ich taumle vom Gerät, kann mich nicht mehr auf den Füßen halten. © sampics
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Dieser Zustand hält an – eine satte halbe Stunde lang, während mein ganzer Körper rebelliert. Ich fühle mich wie kurz vor dem Kollaps. Jeder Muskel schmerzt, ich bin an meine absolute Leistungsgrenze gegangen – und doch war ich weit weg von dem, was die Bayern-Profis regelmäßig leisten. Zumindest bleibt mir diese Einheit in Erinnerung – allein, weil in den nächsten Tagen beim Aufstehen der Muskelkater grüßt… Text: Tobias Altschäffl © sampics

Klinsmann ist falsch und hinterlistig!

Von Rudi Grabmeier, Red Bulls Taubenbach

Rudi Grabmeier

„Ich glaube schon, dass man uns Fans verstehen muss, wenn wir unseren Unmut über die vergangenen Monate äußern und pfeifen. Denn die Entscheidung für diesen Trainer war nur schwer nachvollziehbar und jeder sieht spätestens jetzt: Sie war falsch! Ich war von Anfang an skeptisch. Klinsmanns Vergangenheit bei Bayern, dazu die Dinge, die da mit Sepp Maier und Oliver Kahn gelaufen sind – das konnte nicht gutgehen. Und die Situationen von damals haben sich während der Saison wiederholt: Erst macht Klinsmann van Bommel zum Kapitän, dann lässt er ihn fallen. Auch dem van Buyten sagte er erst, dass er spielt, dann setzt er ihn doch auf die Bank. Und jetzt die Sache mit Rensing: Anfangs sagt er ihm: „Es ist nur für ein Spiel, gegen Frankfurt bist du wieder mit dabei.“ Und dann stellt er doch den Butt auf. Das ist immer dieselbe Taktik, die er fährt. Dieses Falsche, dieses Hinterlistige. Es kommt immer wieder zum Vorschein, dass er nicht ehrlich ist. Das verzeihen die Fans nicht. Deswegen glaube ich nicht, dass Klinsmann nächste Saison noch Trainer ist.

Außerdem: Seine groß angekündigten Umbaumaßnahmen haben gar nichts bewirkt. Beispiel: Am Dienstag war die Mannschaft nach 50 Minuten erschöpft, die hatten die Hände in den Hüften, haben nur noch geschnauft. Dabei wollte er die Mannschaft doch fitter machen! Geblieben ist davon nichts. Und Yoga, Sprachkurse, Hotelwechsel haben uns auch nicht besser gemacht.

Deswegen muss der Vorstand jetzt sofort reagieren! Es geht in den letzten sieben Spielen um extrem viel – nicht nur um die Meisterschaft. Es geht um die Zukunft des FC Bayern! Denn wenn wir die Champions-League-Quali noch verpassen, dürften Ribéry, Toni oder Lahm nicht mehr zu halten sein. Noch ein Jahr im Uefa-Cup tun die sich bestimmt nicht an. Daher bin ich überzeugt, dass die Bosse noch während der Saison einen neuen Trainer holen – und Klinsmann entlassen. Zum Wohle des FC Bayern!“

Wer wird im Sommer neuer Bayern-Trainer?

Trainer-Kandidaten FC Bayern
Das Projekt Klinsmann ist beendet! Am 27. April entließ der Verein seinen Trainer und präsentierte Jupp Heynckes als Interimslösung bis Saisonende. Und wer übernimmt im Sommer? Das sind die Kandidaten. © AP
Louis van Gaal
Louis van Gaal: Er führte AZ Alkmaar zur niederländischen Meisterschaft und soll nun nach Höherem streben, sprich: einem großen Club in einer großen Liga! Van Gaal gilt als der Top-Kandidat auf den Trainerposten bei den Bayern. Van Gaal ist der Wunschkandidat schlechthin der Bayern, allerdings macht sein Arbeitgeber AZ Alkmaar noch Probleme. Van Gaal hat dort einen Vertrag bis 2010.  © AP
Matthias Sammer
Matthias Sammer: Ein junger, intelligenter, in der Fußballwelt anerkannter Trainer. Er führte schon Borussia Dortmund zur Meisterschaft. Seit dem 1. April 2006 ist er beim DFB als Sportdirektor beschäftigt. Er wird von der SZ und von Udo Lattek („Matthias wäre der goldene Schuss für Bayern“) als Favorit auf die Klinsmann-Nachfolge angesehen. © dpa
Schuster
Bernd Schuster: Er ist der zweite Favorit der Fans. Einer der wenigen deutschen Trainer von Weltrang. Er hat zuletzt immerhin Real Madrid trainiert und mit dem FC Getafe große Erfolge gefeiert. Der "Blonde Engel" wäre auch noch auf dem Markt! © dpa
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Oliver Kahn: Wer könnte die Jungs momentan besser motivieren als Oliver Kahn? "Weiter! Immer weiter!" Sein Wort hat Gewicht. Er ist der FC Bayern, der FC Bayern ist Oliver Kahn. Aber: Der Titan hat keinerlei Trainererfahrung und scheint auch eher einen Job im Management anzustreben als auf der Bank. Und selbst da spielt der FC Bayern derzeit für ihn keine Rolle, wie er gegenüber der tz bestätigte.  © dpa
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Klaus Augenthaler: "Auge" ist ein Roter durch und durch und nicht die ganz große Lösung. Allerdings bringt er von seinen Jobs u.a. beim VfL Wolfsburg und bei Bayer Leverkusen jede Menge Erfahrung als Trainer mit. © dpa
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Roberto Mancini: Noch ein klangvoller Name. Inter Mailand, Lazio Rom und der AC Florenz stehen in der Trainer-Vita des Italieners. Mit Inter holte er drei Meistertitel in Folge, wurde aber vor rund einem Jahr vor die Tür gesetzt. © dpa
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Frank Rijkaard: Der Holländer spricht Deutsch, holte mit dem FC Barcelona zwei Meisterschaften und einen Champions-League-Titel und wäre auf dem Markt. Definitiv ein Kandidat! © dpa
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Luiz Felipe Scolari: Wenn Scolari kein Trainer mit Weltrang ist, wer dann? Er führte Brasilien zum Weltmeistertitel und Portugal ins WM-Halbfinale. Scolari trainierte außerdem den FC Chelsea, wo er im Februar entlassen wurde. Wie bei vielen anderen internationalen Top-Trainern allerdings ein Problem: die Deutschkenntnisse. © dpa
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Lucien Favre: Die Bayern sind dafür bekannt, den Ligakonkurrenten die besten Spieler und Trainer abzuwerben. Also ist automatisch auch Lucien Favre ein Kandidat. Der Herthaner ist neben Felix Magath DER Trainer der Saison. © dpa
Martin Jol
Martin Jol: Der HSV-Trainer leistet hervorragende Arbeit, deswegen wird auch er gehandelt. © dpa
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Thomas Schaaf: Im UEFA- und im DFB-Pokal läuft es rund für Werder und Schaaf, in der Liga nicht. Fachlich wie menschlich sind seine Fähigkeiten unbestritten - möglicherweise bietet sich für die neue Saison ein Neuanfang bei den Bayern an. Wolfsburg scheint ebenfalls interessiert. © dpa
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Mirko Slomka: Beim FC Schalke 04, seiner ersten echten Trainerstation, sorgte er für Achtungserfolge, musste dann aber auch aufgrund interner Querelen wieder gehen. Seitdem wird er immer wieder ins Spiel gebracht, wenn irgendwo ein Trainer entlassen wird. Er scheint aber noch auf das richtige Angebot zu warten - von den Bayern? © dpa
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Klaus Toppmöller: Wer Erfahrung sagt, meint Toppmöller. Er ist einer der großen Trainer-Routiniers des deutschen Fußballs. Für den 57-Jährigen wären die Bayern eine echte Herausforderung - und dem Fuchs kann keiner etwas vormachen. © dpa
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Slaven Bilic: Der FC Schalke 04 wollte ihn und hat ihn nicht bekommen - sieht das anders aus, wenn der FC Bayern anruft? Der kroatische Nationaltrainer führte sein Team bis ins Viertelfinale der Europameisterschaft und fügte in der Vorrunde der Löw-Truppe eine bittere Niederlage zu. © dpa
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Ronald Koeman: Noch einer aus der scheinbar nie versiegenden Gilde niederländischer Top-Trainer! Vor allem mit Ajax Amsterdam war Koeman erfolgreich, danach führte ihn seine Trainerkarriere über Benfica, Eindhoven und den FC Valencia in die Arbeitslosigkeit - holt ihn der FCB da raus? © dpa
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Sven-Göran Eriksson: 21 Titel, aber keinen Job! So sieht es derzeit bei dem Schweden aus, einem der erfolgreichsten Trainer aller Zeiten. Er wurde im April von Mexiko entlassen und wäre bestimmt nicht abgeneigt, wieder ins europäische Vereinsgeschäft einzusteigen. Sicher ein Kandidat, wenn sich die Bayern für einen erfahrenen Top-Trainer entscheiden. © dpa
Wenger
Arsène Wenger: Laut "Daily Mail" ist auch er ein Kandidat. Der Franzose trainiert seit 1996 Arsenal London - und das mit großem Erfolg. Aber wer weiß, ob sich nicht langsam Amtsmüdigkeit bei ihm eingestellt hat. Großer Vorteil: Wenger spricht fließend Deutsch. © dpa
Carlo Ancelotti: “Ancelotti gefällt den Bayern“, verriet Milan-Berater Ernesto Bronzetti in einem Radio-Interview. Angeblich sollen auch Real Madrid, der FC Chelsea, Manchester City und der AS Rom interesse an Ancelotti haben. © AP
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Fabio Capello: Im Herbst seiner Karriere wollte der Italiener eine große Nationalmannschaft betreuen - und hat dieses Ziel jetzt in England erreicht. Würde ihn nach AC Mailand, Real Madrid und Juventus Turin noch der FC Bayern reizen? © AP
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Guus Hiddink: Zahlreiche Stimmen fordern "einen wie Hiddink" als Klinsmann-Nachfolger. Oder soll es doch Hiddink selbst sein? Der Trainerfuchs coacht Russland und gleichzeitig den FC Chelsea. Einen derart begehrten Mann an die Säbener Straße zu lotsen, könnte nicht einfach werden. © AP
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Jürgen Klopp: "Kloppo" wurde schon als Bayern-Trainer gehandelt, als der Name Klinsmann an der Säbener Straße als Trainer noch gar nicht aufgetaucht war. Derzeit bringt er Stimmung zu Borussia Dortmund und hat dort nach gewissen Anfangsschwierigkeiten in die Erfolgsspur gefunden. © AP
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Lothar Matthäus: Sein Name taucht fast immer auf, wenn irgendwo ein Trainerposten frei wird. Allerdings ist er der unwahrscheinlichste aller Kandidaten. Schließlich wäre es ein zu hohes Risiko, dem Rekordnationalspieler, ohne Trainererfahrung bei einem Großclub, nach dem gescheiterten Klinsmann-Experiment eine Chance zu geben. © AP
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Alex Ferguson: Der "Sir" unter den Trainern coacht seit 1986 Manchester United und ist mit seinen 67 Jahren nicht mehr der Jüngste. Aber er steht für Erfolg und Erfahrung. Doch ganz ehrlich: Da wäre ein neuerliches Engagement von Jürgen Klinsmann noch wahrscheinlicher... © AP
Jupp Heynckes
Jupp Heynckes: Natürlich wäre denkbar, dass aus der Interimslösung doch eine Dauerlösung wird. Doch die Verantwortlichen haben ein längerfristiges Engagement klar ausgeschlossen.  © dpa
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Armin Veh: Wer mit dem VfB Stuttgart die Meisterschaft holt, für den wäre es doch auch mit dem FC Bayern ein Leichtes, oder? Armin Veh gilt als Sturkopf, aber auch als großer Motivator. Der Augsburger kennt außerdem die Mentalität in Bayern. Er wäre einer der Top-Kandidaten. © dpa
Trainer-Kandidaten FC Bayern
Ottmar Hitzfeld: Es kann nur einen geben! Zumindest für die Fans! Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld trauern viele Anhänger hinterher. Er ist momentan Nationaltrainer der Schweiz und scheint die Ruhe in diesem Job zu genießen. Doch wenn die Bayern einen neuen Trainer suchen, wäre er womöglich erster Ansprechpartner. © dpa

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