tz-Experten-Kolumne von Klaus Augenthaler

"Bayern Meister im März? An Weihnachten!"

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Klaus Augenthaler.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Klaus Augenthaler über den Bayern-Sieg gegen Dortmund am Samstag - und blickt in die Zukunft.

Das war mal ein echtes Spitzenspiel. Der FC Bayern und Borussia Dortmund haben am Samstag tollen Fußball geboten, es gab viele Torchancen auf beiden Seiten. Am Ende haben die Bayern verdient gewonnen, doch ihre Tore hätten sie auch schon in der ersten Halbzeit schießen müssen. Da hatten sie vier exzellente Chancen, die kriegst du normalerweise nicht einmal in 90 Minuten gegen den BVB. Normalerweise sind die Bayern nicht mehr zu stoppen, es sei denn, es passiert etwas Außergewöhnliches. Dafür sind die Münchner einfach zu stark, spielen zu souverän. Dortmund hat jetzt schon 17 Punkte Rückstand, die sind aus dem Meisterschaftskampf raus. Die ärgsten Verfolger im Moment sind Wolfsburg, Gladbach und Hoffenheim. Von der Qualität her traue ich es Wolfsburg am ehesten zu, den Bayern Paroli zu bieten. Die Wölfe haben jetzt fünf Spiele in Folge gewonnen und eine richtig gute Mannschaft. Aber auch Gladbach spielt guten Fußball, Trainer ­Lucien Favre hat einen Plan. Bei der Borussia bleibt abzuwarten, ob sie genug Substanz für die ganze Saison haben. Das kann ich mir bei Hoffenheim nicht vorstellen.

Als Fußballliebhaber wünsche ich mir ehrlich gesagt nicht, dass die Meisterschaft schon wieder im März entschieden ist. Es wäre doch schön, wenn drei oder vier Spieltage vor Schluss noch mehrere Mannschaften die Chance auf die Schale haben. Das macht die Bundesliga doch aus. Aber es sieht ja eher danach aus, als würden die Bayern schon an Weihnachten Deutscher Meister werden. Die Konstanz des Teams ist einfach beeindruckend. Dazu ist der Kader auch in der Breite so stark besetzt, dass da kaum ein anderer Verein mithalten kann. Wenn ich im Topspiel gegen Dortmund einen Ribéry von der Bank bringe, dann ist das schon mehr als Luxus…

Klaus Augenthaler, Weltmeister 1990

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