tz-Experten-Kolumne

Zweifel an Kurskorrektur: "Kein Plan B beim BVB"

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Lewandowski und Sokratis werden sich auch diesmal duellieren.

München - Die Lage bei Borussia Dortmund vor dem Gipfel gegen den FC Bayern war schon mal besser. Doch wie stellt sich der BVB für die Zukunft auf? Ein Journalist nimmt die Lage in der tz-Experten-Kolumne unter die Lupe.

Matthias Dersch.

Wo steht Borussia Dortmund vor dem Prestige-Duell mit dem FC Bayern? Kaum eine Frage wird derzeit rund um die Strobelallee so häufig gestellt – und kaum eine lässt sich so schwer beantworten. Fakt ist, die größte Krise hat die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp überstanden. Die Ergebnisse seit dem Tiefpunkt gegen Augsburg (0:1) stimmen. Im Derby gegen Schalke (3:0) brillierte der BVB sogar wie in besten Zeiten. Doch Ausrutscher wie das blutleere Champions-League-Aus gegen Juventus Turin oder die espritbefreiten Nullnummern gegen Köln und in Hamburg bewiesen zuletzt, dass sich der Patient zwar nicht mehr in Abstiegsgefahr befindet, aber noch lange nicht kuriert ist. Dass Kapitän Mats Hummels nun seinen Gedanken öffentlich freien Lauf ließ, ist ein deutliches Indiz dafür, dass über die Ursachen des Absturzes und des zukünftigen Umgangs damit unterschiedliche Auffassungen existieren. Die BVB-Verantwortlichen erteilen Überlegungen eine Absage, die Mannschaft brauche einen großen Umbruch. Eine Verschlankung des Kaders ist geplant, teure Neuzugänge indes nicht. Vielversprechende Talente aus dem eigenen Nachwuchs sollen neue Reizpunkte setzen. Das intern erklärte Ziel ist eine schwarze Null in der Transferbilanz. Doch genügen diese Minimal-Korrekturen, um wieder in die Liga-Spitze zurückzukehren? Vor allem angesichts der aufrüstenden Wolfsburger und der akribischen Arbeiter aus Gladbach? Zweifel sind angebracht.

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Zu gravierend war der Einbruch. Zu krass die Diskrepanz zwischen der erwarteten Leistung und der real erbrachten. Sowohl bei teuren Neueinkäufen wie Ciro Immobile oder Henrikh Mkhitaryan als auch insgesamt. Noch immer fehlt dem BVB beispielsweise ein Plan B gegen defensiv gut strukturierte Teams. Es wartet also viel Arbeit auf Klopp und sein Team. Die Partie gegen den FC Bayern ist daher nicht mehr als eine Zwischenetappe.

Allerdings eine mit Signalwirkung.

Von Matthias Dersch, BVB-Reporter bei den Ruhrnachrichten

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