tz-Experten-Kolumne von Moises Llorens

Trotz 3:0 - bei Barça traut keiner Bayern

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"Wir werden nicht den Fehler begehen zu denken, dass wir bereits qualifiziert sind. Wir werden nicht mal denken, dass es gut aussieht“, versicherte Luis Enrique vor dem Rückspiel gegen Guardiolas Bayern.

Barcelona - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Moises Llorens, Barça-Reporter der Zeitung "AS", über den Respekt vor Pep und seiner Mannschaft beim FC Barcelona.

Fakt ist: Jedes Mal, wenn Barça in Europa einen 3:0-Sieg im Hinspiel landete, schieden die Katalanen nicht aus. Es versteht sich aber von selbst, dass diese Art von Statistik für Luis Enrique nicht von Bedeutung ist. Der Trainer, der nach dem 2:0 gegen Real Sociedad am Samstag zufrieden war mit der Mannschaft, weiß, dass das Spiel am Dienstag eines der wichtigsten der Saison ist. Niemand traut den Bayern über den Weg, aus der Kabine heißt es , dass es „sehr schwer sein wird, dass Guardiola fünfmal in Folge verliert“. Klar, ein weiterer Sieg in der Liga und Barça ist Meister, Stand heute ist das aber eine ganz andere Geschichte.

Umso länger das Spiel am Samstag andauerte, umso klarer sah man den Spielern ihre Müdigkeit an. Normal. Und so blieben Schlüsselspieler wie Suárez oder Messi gestern in der Kabine und arbeiteten individuell. Bad, Massage und den morgigen Tag abwarten, wenn es mit der Mannschaft nach München geht, um dort das Ticket für das erste Juni-Wochenende nach Berlin endgültig klarzumachen.

"Wir werden sehr viel leiden müssen in München"

Der Respekt vor Pep und seiner Mannschaft ist riesig im Camp Nou. Verletzte hin oder her - sie wissen, dass er kratzen und beißen wird. Seine Botschaft vor der versammelten Presse („Wir werden alles geben“) hat bei der Truppe sämtliche Alarmglocken aufschrillen lassen. Denn sie wissen, was diese Worte bedeuten, wenn sie von ihrem ehemaligen Trainer ausgesprochen werden - leer sind sie jedenfalls nicht. „Wir werden sehr viel leiden müssen in München. Bayern ist ein einmaliger Gegner, der vor seinen Fans abheben kann. Hinzu kommt, dass sie in dieser Saison schon einmal bewiesen haben, dass sie so gut wie aussichtslose Resultate in einem Spiel umdrehen können. Das hat die Mannschaft gegen Porto eindrucksvoll gezeigt. Im Hinspiel setzte es eine 1:3-Pleite und schauen Sie sich mal an, was sie im Rückspiel veranstaltet haben. "Wir werden nicht den Fehler begehen zu denken, dass wir bereits qualifiziert sind. Wir werden nicht mal denken, dass es gut aussieht“, versicherte Luis Enrique. Und weiter: „Wir werden mit einem großen Abstand zum Tor verteidigen müssen.“ Was das heißt? Nun ja, ganz einfach: hoch stehen und Druck machen, den Ball behaupten und in den eigenen Reihen halten und versuchen, so im Stadion des FC Bayern zu überleben.

Stand heute nimmt Luis Enrique den gesamten Kader mit nach München. Damit bezweckt er, dass der Zusammenhalt der Mannschaft spürbar wird. Und dass alle da sind, wenn das Ziel des Finaleinzugs erreicht werden sollte. Dafür muss die Mannschaft aber noch mal 90 Minuten leiden - und zwar in einem der schwierigsten Stadien der Welt: der Allianz Arena. Der Vorsprung ist groß und bedeutend - aber nicht endgültig!

Moises Llorens

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