tz-Experten-Kolumne

Strunz: Verkrampfung beim FC Bayern ist möglich

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Thomas Strunz.

München - Der FC Bayern ist in die Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde gestartet. In der tz-Experten-Kolumne analysiert Thomas Strunz die Situation beim Rekordmeister.

Der FC Bayern ist zurück im Fußball-Alltag. Mittwoch gab es das erste Training in diesem Jahr, den Auftakt in die zweite Saisonhälfte. In der Regel passiert an so einem Tag nicht allzu viel. Der Trainer begrüßt die Spieler mit einer kurzen Ansprache, er erinnert an die hohen Ziele, fordert von Beginn an volle Konzentration. Man sollte sich das aber nicht als emotionale Motivationsrede vorstellen. Das läuft eher unaufgeregt ab. Ganz obligatorisch folgt dann eine Überprüfung, ob alle ihre Hausaufgaben gemacht haben und fit aus der Winterpause zurück sind. Auch da gibt es heutzutage allerdings kaum mehr böse Überraschungen. Die Spieler sind höchst professionell eingestellt, sie wissen ganz genau, was ab sofort auf sie zukommt, welchen Aufwand sie betreiben müssen, um beim Start in die Rückrunde auf dem Feld zu stehen.

Mit Blick auf die Ziele des Vereins sehe ich dabei nur eine Gefahr: Wenn tatsächlich einmal alle Verletzten zurückkehren, kann Unruhe aufkommen in diesem Kader! Außerdem dürften, wenn alles normal verläuft, irgendwann ab Ende März oder Anfang April ein paar Erinnerungen an das letzte Jahr aufkommen: Damals war der FC Bayern sehr früh deutscher Meister, die Folge war ein verheerender Spannungsabfall. Die drei bis vier Prozent, die von da an fehlten, konnten die Spieler auch in der Champions League nicht mehr abrufen. Das darf sich natürlich nicht wiederholen, das wissen die Verantwortlichen. Möglicherweise verkrampft man im Wissen um diese Situation, weil man unbedingt etwas anders machen will, um diesen Spannungsabfall zu vermeiden. Das wird sicher spannend sein zu sehen.

Dass es so kommen wird und der FCB in der Bundesliga früh den Titel klar macht, steht für mich außer Frage. In Deutschland können sich die Bayern nur selber schlagen. International sieht das anders aus! Da spielen in der heißen Phase auch psychologische Faktoren eine Rolle. Da kommt eine Menge zusammen!

Von Thomas Strunz, Ex-FCB-Star, Sport-1-Experte

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