Rummenigge verteidigt Schweini

Bayern-Boss: "Vielleicht ist es bei Thon Frust"

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Karl-Heinz Rummenigge kann sich eine WM im Winter in Katar vorstellen.

München - Karl-Heinz Rummenigge spricht im exklusiven tz-Interview er über Financial Fairplay, Gerüchte um Michel Platini, die WM in Katar und verteidigt Bastian Schweinsteiger gegen die Kritik von Olaf Thon.

Herr Rummenigge, Sie waren unter der Woche bei der Sitzung der europäischen Klubvereinigung in Katar. Was waren die zentralen Themen?

Karl-Heinz Rummenigge : Da gab es einige. In erster Linie waren wir in Katar, um uns einen Überblick über die Weltmeisterschaft 2022 zu verschaffen. Das war sehr interessant! Grundsätzlich muss man sagen, dass die Leute vor Ort es sehr gut im Griff haben. Die einzige offene Frage ist nur noch das Datum.

Sie meinen: Winter- oder Sommer-WM?

Rummenigge: Ganz genau. Die Temperaturen im Juni sind ja bekannt. Wenn die FIFA das Thema aufgreift, haben wir beschlossen, uns nicht zu verschließen. Wir, die Klubs, haben schließlich die Verantwortung für die Spieler!

Das bedeutet, Sie würden sich für eine Verlegung in den Winter aussprechen?

Rummenigge: Im Interesse der Spieler und der Fans, die diesen Temperaturen ausgesetzt sind, wäre eine Verlegung in den Winter sinnvoll. Die Entscheidung muss letztlich aber von der FIFA fallen.

Ging es in Doha auch um das Verhältnis Katar/Frankreich?

Rummenigge: Nein, überhaupt nicht. Das ist nicht unsere Aufgabe. (Einem Bericht von France Football zufolge soll sich der Wüstenstaat unter anderem die Stimme von UEFA-Präsident Michel Platini durch milliardenschwere Investitionen erkauft haben, Anm. der Red.) Wir haben aber über Financial Fairplay gesprochen.

Ebenfalls sehr interessant. Die Besitzer von Paris SG sitzen in Katar.

Rummenigge: Ich habe Kontakt zu diesen Leuten, und ich habe ihnen klar gesagt: Investments in den Fußball sind uns immer willkommen, unter einer Conditio: Dass sie eben im Einklang stehen mit den Statuten von Financial Fairplay. Die besagen: Egal, welche Investments getätigt werden, sie müssen immer marktgerecht sein. Und diesen Begriff darf man nicht nach eigenem Gusto dehnen.

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Im Moment, unter anderem sieht es bei Paris so aus, versuchen einige Klubeigner zu tricksen.

Rummenigge: Es war klar, dass am Anfang Statuten interpretiert werden. Aber wir waren uns darüber einig: Diese Löcher muss die UEFA dann konsequent schließen!

Eine besondere Brisanz kommt dadurch zustande, dass der Sohn von Michel Platini die Geschicke des Pariser Hauptsponsors lenkt. Besteht da Redebedarf zwischen Ihnen und Michel Platini?

Rummenigge: Nein. Ich habe grundsätzlich ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Ich glaube nicht, ob das nun eine Rolle spielt.

Dennoch: Malaga wurde aus den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen - wie verhält es sich bei Paris?

Rummenigge: Da besteht ein großer Unterschied. Malaga wurde ausgeschlossen, weil sie Verbindlichkeiten gegenüber Dritten, Klubs und Spielern, nicht nachgekommen sind. Diese anderen Dinge, wie Investments oder bilanzielle Verluste, werden erst ab dem 1. Juli 2014 geahndet. Das ist die nächste Phase.

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Sie haben also keine Befürchtung, dass die Glaubwürdigkeit von Financial Fairplay leidet?

Rummenigge: Es steht und fällt mit der Uefa!

Wann wissen wir also mehr?

Rummenigge: In diesem Zusammenhang erst in eineinhalb Jahren. Wir alle in den Klubs fordern ein, dass Financial Fairplay seriös umgesetzt wird. Alle haben sich dazu verpflichtet, auch Paris SG.

Ein anderes Thema: Günter Netzer hat die Spielweise von Bastian Schweinsteiger kritisiert, Olaf Thon gar von einem nahen Ende Ihres Spielers in den Nationalelf gesprochen .

Rummenigge: Was der Olaf Thon da von von sich gegeben hat - er war doch auch nicht Armin Hary! Er hätte wahrscheinlich gern so gut gespielt wie Bastian Schweinsteiger es tut. Vielleicht ist es bei Olaf Thon auch ein bisschen Frust, weil er heute im Fußball keine Rolle mehr spielt. Dann ist man geneigt, so etwas im Fernsehen von sich zu geben. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit Bastian.

Und Sie haben auch keine Angst vor dem „Ballack-Effekt“, wie Olaf Thon ein schnelles Ende beim DFB nannte.

Rummenigge: Ein Blick auf die Länderspiele von Olaf Thon und Bastian Schweinsteiger spricht in Qualität wie Quantitiät eine klare Sprache zugunsten von Bastian. Damit ist die Diskussion auch beendet.

Interview: Michael Knippenkötter

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