"Das ist für Jürgen unerträglich"

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Thomas Helmer mit Ehefrau Yasmina Filali

tz-Interview mit Thomas Helmer, Ex-Kapitän des FC Bayern München.

Die Fans fordern „Klinsmann raus“, feiern ehemalige Trainer im Stadion. Herr Helmer, wie beurteilen Sie die aktuelle Stimmungslage beim FC Bayern?

Thomas Helmer: Das ist normal, wenn der Erfolg ausbleibt.

Aber wieso gibt es so eine große Abneigung gegen Klinsmann?

Helmer: Weil sich alles auf ihn fokussiert. Ich denke, nicht nur Jürgen ist dafür verantwortlich, sondern auch andere Leute.

Wie schlecht war Klinsmann wirklich?

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Jürgen Klinsmann muss die Konsequenzen tragen: Der Bayern-Trainer ist gefeuert! Doch wie schlecht schnitt er wirklich ab? Hier sehen Sie den Vergleich mit seinen Vorgängern. © AP
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So hat tz-online.de gerechnet. In der Champions League gibt es für den Titel 10 Punkte, fürs Finale 7, fürs Halbfinale 4, fürs Viertelfinale 2, fürs Achtelfinale 1 Punkt (UEFA-Cup jeweils die Hälfte). In der Meisterschaft für den Titel 7 Punkte, für Platz zwei 4 Punkte, für Platz drei 2 Punkte, für Platz vier 1 Punkte. Im DFB-Pokal gibt es für den Titel 4 Punkte, fürs Finale 2 Punkte, fürs Halbfinale 1 Punkt. Für ein schlechteres Abschneiden (Dass der FCB hohe Ziele hat, ist bekannt) jeweils keinen Punkt. © dpa
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Welche der vergangenen 20 Spielzeiten war wie gut? Wo landet Klinsmann? Klicken Sie sich durch! © dpa
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Platz 1: Die Saison 2000/2001 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Titel in der Champions League = Punkte gesamt: 17 © dpa
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Platz 2: 1998/1999 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Finale in der Champions League, Finale im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 16 © dpa
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Platz 3: 1999/2000 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Halbfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 15 © dpa
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Platz 4: 2007/2008 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, Halbfinale im UEFA-Cup, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 13 © dpa
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und punktgleich die Saison 2004/2005 unter Felix Magath - Rang 1 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 13 © dpa
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Platz 6: Die Saison 2005/2006 unter Felix Magath - Rang 1 in der Liga, Achtelfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 12 © AP
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Platz 7: Die Saison 1989/1990 unter Jupp Heynckes - Rang 1 in der Liga, Halbfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 11 © AP
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und punktgleich Die Saison 2002/2003 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 1 in der Liga, - in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 11 © AP
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Platz 9: Die Saison 1997/1998 unter Giovanni Trappatoni - Rang 2 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League, Sieg im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 10 © dpa
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Platz 10: Die Saison 1995/1996 unter Otto Rehagel / Franz Beckenbauer (Foto v.r.) / Klaus Augenthaler - Rang 2 in der Liga, UEFA-Cup-Sieg = Punkte gesamt: 9 © dpa
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Platz 11: Die Saison 1990/1991 unter Jupp Heynckes - Rang 2 in der Liga, Halbfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 8 © AP
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Platz 12: Die Saison 1993/1994 unter Erich Ribbeck / Franz Beckenbauer (Foto) - Rang 1 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 7 © dpa
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und punktgleich Die Saison 1996/1997 unter Giovanni Trappatoni - Rang 1 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 7 © dpa
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Platz 14: Die Saison 2003/2004 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 2 in der Liga, Achtelfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 5 © AP
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Platz 15: Die Saison 2001/2002 unter Ottmar Hitzfeld - Rang 3 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League, Halbfinale im DFB-Pokal = Punkte gesamt: 5 © AP
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Platz 16: Die Saison 2008/2009 unter Jürgen Klinsmann - Rang 3 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 4 © dpa
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und punktgleich die Saison 1994/1995 unter Giovanni Trappatoni - Rang 6 in der Liga, Halbfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 4 © AP
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und punktgleich Die Saison 1992/1993 unter Erich Ribbeck - Rang 2 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 4 © AP
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Platz 19: Die Saison 2006/2007 unter Felix Magath (Foto) / Ottmar Hitzfeld - Rang 4 in der Liga, Viertelfinale in der Champions League = Punkte gesamt: 3 © dpa
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Platz 20: Die Saison 1991/1992 unter Jupp Heynckes / Sören Lerby (Foto) / Erich Ribbeck - Rang 10 in der Liga, - in der Champions League = Punkte gesamt: 0 © dpa
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Unter Klinsmann spielten die Bayern also bislang tatsächlich eine schlechte Saison. Das bekam jetzt auch Jürgen Klinsmann zu spüren. © dpa

Wer ist noch in der Verantwortung?

Helmer: Jeder. Man muss doch nur die Mannschaft anschauen. Ich kann nur beurteilen, was ich bei den Spielen sehe – und da sehe ich zu selten eine Mannschaft, die zusammen spielt. Jürgen allein dafür verantwortlich zu machen finde ich schon sehr hart – ohne ihn von Fehlern freisprechen zu wollen. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen: Wir selbst haben damals Otto Rehhagel die Schuld in die Schuhe geschoben. Heute weiß ich aus eigener Erfahrung, dass wir uns zwar über das Training und vieles anders beschwert haben, letztendlich aber genauso Schuld hatten wie der Trainer. Wir haben die Schuld einfach nur weitergegeben.

Ist die aktuelle Situation mit der unter Rehhagel zu vergleichen? Auch damals kippte die Stimmung gegen den eigenen Trainer.

Helmer: Wir Spieler haben das mit forciert, wir waren nicht schuldlos. Wir haben unsere Probleme beim Vorstand vorgetragen. Das würde ich aus heutiger Sicht nie wieder so machen. Wie es heute läuft, kann ich nicht beurteilen.

Beeinflusst die Fan-Stimmung die Gedankengänge der Bosse?

Helmer: Es ist ihnen auf keinen Fall egal. Uli Hoeneß legt sehr viel Wert darauf, was die Fans sagen und denken. Uli sagt nicht: „Lass sie mal, die beruhigen sich schon wieder.“ Er nimmt diese Rufe sehr, sehr ernst und denkt sicher genau darüber nach.

Hat Klinsmann über den Sommer 2009 eine Zukunft in München?

Helmer: Wenn die Stimmung so bleibt, ist es für Jürgen wahrscheinlich unerträglich. Davon gehe ich bei allem Optimismus, den er immer ausstrahlt, aus. Schwierig wird’s danach. Dann stellt sich wieder die Frage: Wer kommt nach ihm? Ich persönlich fand es von Hoeneß und Rummenigge gar nicht so schlecht, mal einen anderen Weg zu gehen.

Wer wird im Sommer neuer Bayern-Trainer?

Trainer-Kandidaten FC Bayern
Das Projekt Klinsmann ist beendet! Am 27. April entließ der Verein seinen Trainer und präsentierte Jupp Heynckes als Interimslösung bis Saisonende. Und wer übernimmt im Sommer? Das sind die Kandidaten. © AP
Louis van Gaal
Louis van Gaal: Er führte AZ Alkmaar zur niederländischen Meisterschaft und soll nun nach Höherem streben, sprich: einem großen Club in einer großen Liga! Van Gaal gilt als der Top-Kandidat auf den Trainerposten bei den Bayern. Van Gaal ist der Wunschkandidat schlechthin der Bayern, allerdings macht sein Arbeitgeber AZ Alkmaar noch Probleme. Van Gaal hat dort einen Vertrag bis 2010.  © AP
Matthias Sammer
Matthias Sammer: Ein junger, intelligenter, in der Fußballwelt anerkannter Trainer. Er führte schon Borussia Dortmund zur Meisterschaft. Seit dem 1. April 2006 ist er beim DFB als Sportdirektor beschäftigt. Er wird von der SZ und von Udo Lattek („Matthias wäre der goldene Schuss für Bayern“) als Favorit auf die Klinsmann-Nachfolge angesehen. © dpa
Schuster
Bernd Schuster: Er ist der zweite Favorit der Fans. Einer der wenigen deutschen Trainer von Weltrang. Er hat zuletzt immerhin Real Madrid trainiert und mit dem FC Getafe große Erfolge gefeiert. Der "Blonde Engel" wäre auch noch auf dem Markt! © dpa
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Oliver Kahn: Wer könnte die Jungs momentan besser motivieren als Oliver Kahn? "Weiter! Immer weiter!" Sein Wort hat Gewicht. Er ist der FC Bayern, der FC Bayern ist Oliver Kahn. Aber: Der Titan hat keinerlei Trainererfahrung und scheint auch eher einen Job im Management anzustreben als auf der Bank. Und selbst da spielt der FC Bayern derzeit für ihn keine Rolle, wie er gegenüber der tz bestätigte.  © dpa
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Klaus Augenthaler: "Auge" ist ein Roter durch und durch und nicht die ganz große Lösung. Allerdings bringt er von seinen Jobs u.a. beim VfL Wolfsburg und bei Bayer Leverkusen jede Menge Erfahrung als Trainer mit. © dpa
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Roberto Mancini: Noch ein klangvoller Name. Inter Mailand, Lazio Rom und der AC Florenz stehen in der Trainer-Vita des Italieners. Mit Inter holte er drei Meistertitel in Folge, wurde aber vor rund einem Jahr vor die Tür gesetzt. © dpa
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Frank Rijkaard: Der Holländer spricht Deutsch, holte mit dem FC Barcelona zwei Meisterschaften und einen Champions-League-Titel und wäre auf dem Markt. Definitiv ein Kandidat! © dpa
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Luiz Felipe Scolari: Wenn Scolari kein Trainer mit Weltrang ist, wer dann? Er führte Brasilien zum Weltmeistertitel und Portugal ins WM-Halbfinale. Scolari trainierte außerdem den FC Chelsea, wo er im Februar entlassen wurde. Wie bei vielen anderen internationalen Top-Trainern allerdings ein Problem: die Deutschkenntnisse. © dpa
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Lucien Favre: Die Bayern sind dafür bekannt, den Ligakonkurrenten die besten Spieler und Trainer abzuwerben. Also ist automatisch auch Lucien Favre ein Kandidat. Der Herthaner ist neben Felix Magath DER Trainer der Saison. © dpa
Martin Jol
Martin Jol: Der HSV-Trainer leistet hervorragende Arbeit, deswegen wird auch er gehandelt. © dpa
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Thomas Schaaf: Im UEFA- und im DFB-Pokal läuft es rund für Werder und Schaaf, in der Liga nicht. Fachlich wie menschlich sind seine Fähigkeiten unbestritten - möglicherweise bietet sich für die neue Saison ein Neuanfang bei den Bayern an. Wolfsburg scheint ebenfalls interessiert. © dpa
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Mirko Slomka: Beim FC Schalke 04, seiner ersten echten Trainerstation, sorgte er für Achtungserfolge, musste dann aber auch aufgrund interner Querelen wieder gehen. Seitdem wird er immer wieder ins Spiel gebracht, wenn irgendwo ein Trainer entlassen wird. Er scheint aber noch auf das richtige Angebot zu warten - von den Bayern? © dpa
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Klaus Toppmöller: Wer Erfahrung sagt, meint Toppmöller. Er ist einer der großen Trainer-Routiniers des deutschen Fußballs. Für den 57-Jährigen wären die Bayern eine echte Herausforderung - und dem Fuchs kann keiner etwas vormachen. © dpa
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Slaven Bilic: Der FC Schalke 04 wollte ihn und hat ihn nicht bekommen - sieht das anders aus, wenn der FC Bayern anruft? Der kroatische Nationaltrainer führte sein Team bis ins Viertelfinale der Europameisterschaft und fügte in der Vorrunde der Löw-Truppe eine bittere Niederlage zu. © dpa
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Ronald Koeman: Noch einer aus der scheinbar nie versiegenden Gilde niederländischer Top-Trainer! Vor allem mit Ajax Amsterdam war Koeman erfolgreich, danach führte ihn seine Trainerkarriere über Benfica, Eindhoven und den FC Valencia in die Arbeitslosigkeit - holt ihn der FCB da raus? © dpa
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Sven-Göran Eriksson: 21 Titel, aber keinen Job! So sieht es derzeit bei dem Schweden aus, einem der erfolgreichsten Trainer aller Zeiten. Er wurde im April von Mexiko entlassen und wäre bestimmt nicht abgeneigt, wieder ins europäische Vereinsgeschäft einzusteigen. Sicher ein Kandidat, wenn sich die Bayern für einen erfahrenen Top-Trainer entscheiden. © dpa
Wenger
Arsène Wenger: Laut "Daily Mail" ist auch er ein Kandidat. Der Franzose trainiert seit 1996 Arsenal London - und das mit großem Erfolg. Aber wer weiß, ob sich nicht langsam Amtsmüdigkeit bei ihm eingestellt hat. Großer Vorteil: Wenger spricht fließend Deutsch. © dpa
Carlo Ancelotti: “Ancelotti gefällt den Bayern“, verriet Milan-Berater Ernesto Bronzetti in einem Radio-Interview. Angeblich sollen auch Real Madrid, der FC Chelsea, Manchester City und der AS Rom interesse an Ancelotti haben. © AP
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Fabio Capello: Im Herbst seiner Karriere wollte der Italiener eine große Nationalmannschaft betreuen - und hat dieses Ziel jetzt in England erreicht. Würde ihn nach AC Mailand, Real Madrid und Juventus Turin noch der FC Bayern reizen? © AP
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Guus Hiddink: Zahlreiche Stimmen fordern "einen wie Hiddink" als Klinsmann-Nachfolger. Oder soll es doch Hiddink selbst sein? Der Trainerfuchs coacht Russland und gleichzeitig den FC Chelsea. Einen derart begehrten Mann an die Säbener Straße zu lotsen, könnte nicht einfach werden. © AP
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Jürgen Klopp: "Kloppo" wurde schon als Bayern-Trainer gehandelt, als der Name Klinsmann an der Säbener Straße als Trainer noch gar nicht aufgetaucht war. Derzeit bringt er Stimmung zu Borussia Dortmund und hat dort nach gewissen Anfangsschwierigkeiten in die Erfolgsspur gefunden. © AP
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Lothar Matthäus: Sein Name taucht fast immer auf, wenn irgendwo ein Trainerposten frei wird. Allerdings ist er der unwahrscheinlichste aller Kandidaten. Schließlich wäre es ein zu hohes Risiko, dem Rekordnationalspieler, ohne Trainererfahrung bei einem Großclub, nach dem gescheiterten Klinsmann-Experiment eine Chance zu geben. © AP
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Alex Ferguson: Der "Sir" unter den Trainern coacht seit 1986 Manchester United und ist mit seinen 67 Jahren nicht mehr der Jüngste. Aber er steht für Erfolg und Erfahrung. Doch ganz ehrlich: Da wäre ein neuerliches Engagement von Jürgen Klinsmann noch wahrscheinlicher... © AP
Jupp Heynckes
Jupp Heynckes: Natürlich wäre denkbar, dass aus der Interimslösung doch eine Dauerlösung wird. Doch die Verantwortlichen haben ein längerfristiges Engagement klar ausgeschlossen.  © dpa
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Armin Veh: Wer mit dem VfB Stuttgart die Meisterschaft holt, für den wäre es doch auch mit dem FC Bayern ein Leichtes, oder? Armin Veh gilt als Sturkopf, aber auch als großer Motivator. Der Augsburger kennt außerdem die Mentalität in Bayern. Er wäre einer der Top-Kandidaten. © dpa
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Ottmar Hitzfeld: Es kann nur einen geben! Zumindest für die Fans! Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld trauern viele Anhänger hinterher. Er ist momentan Nationaltrainer der Schweiz und scheint die Ruhe in diesem Job zu genießen. Doch wenn die Bayern einen neuen Trainer suchen, wäre er womöglich erster Ansprechpartner. © dpa

Liegt es schlicht an der deutschen Mentalität, Klinsmanns Reformen und Neuerungen mit Abneigung gegenüberzustehen?

Helmer: Das ist eine deutsche Eigenschaft, ja. Ich kann das auch nur aus der Vergangenheit erzählen: Als Ottmar Hitzfeld damals mit dem aus unserer Sicht blöden Rotationsprinzip angefangen hat, haben wir alle gesagt: „Was soll das denn?“ Wir haben uns dagegen aufgelehnt, bis wir gemerkt haben, dass wir davon profitieren. Aber es war auch bei uns sehr schwer, das in unsere Köpfe rein zu bekommen.

Aber unter Hitzfeld hat sich Erfolg eingestellt…

Helmer: Ottmar Hitzfeld hat sich so lange bei Bayern gehalten, weil er immer seine Autorität gewahrt und die nötige Distanz zum Vorstand und zur Mannschaft gehalten hat. Das ist genau der richtige Weg.

Klinsmann wählt eher einen Zick-Zack-Kurs. Mal alles mit dem Vorstand besprechen, dann nichts.

Helmer: Es war ja auch so, dass die Spieler mal zu Hause geschlafen haben, dann ging es wieder ins Trainingslager. Das gab’s bei uns auch alles. Bei diesen Kleinigkeiten geht man einfach ein bisschen zu weit. Wenn man Jürgen etwas vorwerfen kann, dann dass er Spielern verspricht zu spielen – und sie spielen nicht. Da macht er sich angreifbar, das merkt eine Mannschaft sehr schnell. Das kann er nicht machen, das ist eine Sache, die man ihm – unabhängig von neuen Methoden – nachträgt.

Waren Klinsmanns Sprüche unvorsichtig?

Helmer: Ohne ihn zu sehr in Schutz nehmen zu wollen: Das ist das er erste Mal, dass er eine Vereinsmannschaft trainiert. Ich glaube, dass er das wirklich gut gemeint hat – aber dass er zu blauäugig an die Sache herangegangen ist.

War es ein Fehler von den Bossen, einen Trainer-Novizen einzustellen?

Helmer: Ich glaube eher nicht. Sie wollten diesen Weg gehen und etwas Neues probieren. Das Problem ist, dass du dafür beim FC Bayern nicht die Zeit hast.

Klinsmann wollte eine Spielphilosophie vermitteln. Ist ihm das geglückt?

Helmer: Ich hatte zwischenzeitlich den Eindruck, aber da ist Jürgen zurückgerudert. Ich finde einfach, dass die Mannschaft nicht gut zusammenspielt. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass in Barcelona wenigstens mal einer dazwischengehaut hätte. Nach dem Motto: Wenn wir nicht so schnell sind wie ihr, dann sind wir zumindest härter.

Interview: Tobias Altschäffl

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