Turin zieht ins Pokalfinale ein

tz-Italien-Experte: FC Bayern rettet Juves Tag

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Juves Kapitän Leonardo Bonucci feiert den Erfolg über Inter.

Turin - Juventus Turin erlebte am Mittwoch im Spiel gegen Inter Mailand einen verrückten Abend. Doch im Gegensatz zum FC Bayern erlebte die "Alte Dame" ein Happy End.

Mirko Calemme von der Tuttonapoli.

Nach einer verrückten Nacht in San Siro steht Juve zum zweiten Mal in Folge im Pokalfinale, wo die Alte Dame auf Milan trifft. Das 3:0 aus dem Hinspiel wog die Allegri-Truppe wohl etwas in Sicherheit, weshalb der Juve-Trainer gleich auf sieben Positionen umstellte. Ein herber Fehler, wie sich herausstellen sollte, da der gekränkte Stolz dazu führte, dass Inter das beste Spiel der Saison machte: Die erste Hälfte endete dank eines Treffers von Brozovic mit 1:0 für die Hausherren und für die Turiner mit keinem einzigen Schuss aufs Tor, eine Statistik, die es in der laufenden Saison nicht einmal gegeben hatte. In Hälfte zwei erzielte Perisic das zweite und holte dazu noch einen Elfmeter heraus, mit dem Brozovic den Ausgleich markierte.

Für Juventus, das sich das letzte Mal im CL-Finale gegen Barcelona drei Kisten fing, entwickelte sich der Abend zu einem regelrechten Trauma. Letzten Endes ging es an den Punkt und die Alte Dame, wie so oft in ihrer ruhmreichen Vergangenheit, erhob sich wie ein Phönix aus der Asche. Von den schwarzweißen Schützen trafen alle ins Schwarze, bei Inter verschoss Palacio, Juve stand im Finale. Die Turiner Zeitung Tuttosport sah das Glas lieber halb voll als halb leer und titelte: „So schmeckt es nach mehr, Unglaubliches in San Siro!“ Juventus selbst bereitete die Partie in Mailand freilich nicht so viel Freude. Die Spannung war so hoch, dass selbst Claudio Marchisio die Berichterstattung des staatlichen TV-Senders Rai von daheim aus mit einem durchaus provokativen Tweet kritisierte. „Gelb für Zaza, sie sagen wegen eines Trittes… TV-Bericht wohl von einem Blinden gemacht“, schrieb er. Trainer Allegri gab sich auch kritisch. „70 Minuten haben wir nichts gespielt“, sagte er. „Aber auch ich bin schuldig. Ich hätte diese Partie besser vorbereiten müssen.“

Was dieser Mittwoch einem aber eindrucksvoll vor Augen führte: Jeder Große, ganz egal welchen Kalibers, kann stolpern, wenn er sich seiner Sache zu sicher ist. Daher kam auch die Niederlage des FC Bayern zum bestmöglichen Zeitpunkt, um die schwache Vorstellung der Turiner im San Siro wenigstens ein wenig erträglicher zu gestalten. Kein Wunder demnach, dass sich die italienischen Gazetten auch hierauf stürzten. „Eine Lektion für die Bayern, die sich 90 Minuten lang unfähig erwiesen, vor dem Mainzer Tor Gefahr zu erzeugen“, so Tuttosport. Und weiter: „Pep hat kein Schutzschild mehr.“ Auf Seiten der Turiner nahm man das Ergebnis hingegen relativ gelassen zur Kenntnis. „Es ist noch eine Menge hin, bis wir uns wieder mit den Deutschen messen“, lautete der Kommentar von Allegri, der sich nach der desolaten Leistung in Mailand lieber auf das Hier und Jetzt sowie die anstehenden Aufgaben in der Seria konzentrieren will. „Wir müssen erst unser Spiel in Mailand aufarbeiten.“

Mirko Calemme

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