Klinsi: Niederlage vor Gericht

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Ein Leser mit dem umstrittenen taz-Titelbild

Wieder eine Niederlage für Jürgen Klinsmann. Dieses Mal aber nicht auf dem grünen Rasen, sondern vor Gericht.

Der Bayern-Trainer hatte die taz auf Schadenersatz verklagt. Streitpunkt war das Ostertitelbild der Zeitung. Klinsmann war dort in einer Fotomontage am Kreuz zu sehen gewesen, neben der Schlagzeile “Always Look on the Bright Side of Life“ - als Anspielung auf den Monty-Python-Film “Das Leben des Brian“ und mit der Unterzeile “Von Deutschlands Superstar zu Bayerns Buhmann“.

Die Titelseite sei "der Satire zuzuordnen", so das Landgericht München. "Es liegt eine satirische Meinungsäußerung vor, deren Kernaussage sich nicht auf religiösem Gebiet bewegt, sondern den beruflichen Erfolg des Antragstellers als Fußballtrainer behandelt", urteilte das Gericht. Klinsmann sieht sich durch die Abbildung in seinem Persönlichkeitsrecht und "in seiner religiösen Ausprägung auf das Massivste und Unerträglichste verletzt".

So litt Klinsi beim Rückspiel gegen Barca

Sehen Sie auf folgenden Bildern, wie Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann das Rückspiel der Bayern gegen Barcelona an der Außenlinie erlebte. © Sampics
Verbissen... © Sampics
... noch verbissener... © Sampics
... ernüchtert... © Sampics
... betend... © Sampics
... angespannt... © Sampics
... fassungslos... © Sampics
... energisch... © Sampics
... schreiend... © dpa
... Finger zeigend... © dpa
... diskutierend... © dpa
... Anweisungen gebend... © dpa
... unterhaltend... © dpa
... traurig... © dpa
... einsam. © dpa

Klinsi brachte vor, er verstünde sich als religiöser Mensch und erzöge seine beiden minderjährigen Kinder auch in diesem Sinne. Er werde zum Objekt und Opfer blasphemischer Angriffe. Er werde dafür benutzt, dass das Leiden Christi ins Lächerliche gezogen werde - und werde Hohn und Spott ausgesetzt. Das Gericht sah das in seiner schrifltlichen Urteilsbegründung anders: "Die Art der Darstellung ist dem Bereich der Satire zuzuordnen. Eine reale Kreuzigung des Antragstellers steht nicht im Raum. Vielmehr wird der berufliche Niedergang des Antragstellers symbolisch dargestellt. Vor dem Hintergrund, dass die religiöse Darstellung vorliegend für jedermann erkennbar nur als Symbol zur Vermittlung einer Aussage verwendet wird, welche überhaupt keinen Bezug zur Religionsausübung des Antragstellers hat, sondern vielmehr vollkommen unproblematisch in der Öffentlichkeit erörtert und verbreitet werden durfte, wiegt die Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts des Antragstellers durch die Art des gewählten Symbols vorliegend nicht so schwer, als dass hierdurch die Meinungsäußerungsfreiheit der Antragsgegnerin eingeschränkt werden könnte."

Es müsse daher "dahinstehen", schreibt das Gericht in seinem Urteil, "ob es sich bei der gegenständlichen Äußerung tatsächlich um "die vielleicht schlimmste Entgleisung" handelt, die es nach Auffassung des Antragstellers "in den Medien jemals gegeben hat", oder ob der taz eine - wie sie meint - humorvolle Darstellung eines aktuellen, in der Öffentlichkeit diskutierten Themas gelungen ist".

tz

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