Neue Rekordzahlen des FC Bayern

tz-Kommentar: 100 Prozent – auch in den roten Büros

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München - Alle ziehen an einem Strang, von der Mannschaft über die sportlichen Verantwortlichen bis hin zur Belegschaft. tz-Sportreporter Michael Knippenkötter über das Erfolgsmodel FC Bayern.

Es ist nur ein kleiner Hinweis, dafür prominent an erster Stelle der allgemeinen Informationen platziert. Jahr für Jahr steht in der Einladung zur Jahreshauptversammlung des FC Bayern an die Medienvertreter: „Wir bitten um Verständnis, dass die Belange der Mitglieder an diesem Abend Vorrang haben.“ An diesem einen Abend im Jahr nämlich legt man Rechenschaft ab. Nicht vor der Presse oder den selbst ernannten Experten und Kritikern, sondern vor den eigenen Leuten. Es muss kein leichter Weg ans Mikrofon sein, wie die Vergangenheit zeigt. Im Moment allerdings, im Groben und im Ganzen, ist es ein sehr schöner.

Schauen Sie sich an, wie dieser FC Bayern dasteht! Man hat als Außenstehender derzeit nicht mehr das Gefühl, dass eine Mannschaft den Rekordmeister schlagen könnte. Diese Wahrnehmung verdient man sich nur, indem man dieses Gefühl intern zu keiner Zeit aufkommen lässt. Die Mannschaft spielt gegen Darmstadt, Mainz oder Köln genauso wie gegen eine Champions-League-Mannschaft, das Akribie- und Fleiß-Monster Pep Guardiola fordert gegen jeden noch so vermeintlich kleinen Gegner die 100 Prozent, die gerade in der Dauerschleife des Erfolgs schnell verloren gehen. Das herausragende Ergebnis zeigt sich an den Zahlen und Statistiken in der Liga.

tz-Sportredakteur Michael Knippenkötter.

Die Zahlen und Statistiken in den Büchern haben in erster Linie andere zu verantworten – allerdings arbeiten sie mindestens mit der gleichen Sorgfalt und dem Engagement ihres Trainers. Probleme werden erkannt und angegangen, in der Kabine wie in den Büros. Beispiel Finanzen: Während andere hadern und jammern, wie England seine Millionen über Europa schwemmt, arbeitet man beim Rekordmeister an anderen, neuen Geldquellen, bindet die Stars langfristig, lässt sich nicht auf (Ausstiegs-)Klauseln in den Verträgen ein. Beispiel Nachhaltigkeit: Trotz funktionierender Transfers und eines prall gefüllten Festgeldkontos investiert man in die Jugendarbeit, die im europäischen Vergleich weit hinterher hinkt. So wurde in diesem Jahr der Grundstein für das zukunftweisende Nachwuchsleistungszentrum gelegt. Beispiel Personal: In der Mannschaft ist der von vielen sorgenvoll gesehene Umbruch zwischen altgedienten Idenfitikationsfiguren und jungen Wilden nahezu geräuschlos und fast schon abschließend gelungen, in der Trainerfrage ist man scheinbar davon weg, alles auf Pep Guardiola zu projezieren. Es wird auch ohne ihn gehen.

JHV 2015 des FC Bayern - Bilder aus dem Audi Dome

JHV 2015 des FC Bayern - Bilder aus dem Audi Dome

Denn der Verein ist größer als jede Person, das ist das geltende Motto beim FCB. Dazu müssen nur die, die derzeit angestellt sind, höchst professionell und engagiert arbeiten. Im Moment tun sie es, das haben die Leute an der Basis, auf die es am Freitag nun mal besonders ankam, vernommen.

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