Die Bayern nach dem Trainerstress

tz-Kommentar: 2016 entscheidet über Peps Werk!

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José Carlos Menzel López.

München - tz-Bayern-Reporter José Carlos Menzel López blickt in seinem Kommentar auf die bisherige Ära Guardiola - und erklärt, was die Rückrunde bedeutet.

Kaum zu glauben, aber es ist jetzt mittlerweile zweieinhalb Jahre her. Damals, im Juni 2013, waren Henkelpott, Meisterschale und Pokal im Bauch der Allianz Arena ausgestellt und ein gewisser Jupp Heynckes verabschiedete sich nach dem Triple mit den Worten: „Uli Hoeneß hat mich gefragt: Meinst du nicht, dass wir irgendwie wie Barcelona spielen können. Uli, ich kann dir heute sagen: Der FC Bayern spielt nicht wie Barcelona, der FC Bayern spielt moderner und zeitgemäßer und erfolgreicher.“ Das saß. Gerade weil Pep Guardiola, der große Barça-Macher, ein paar Tage später Jupps Erbe an der Säbener Straße antreten würde. Und heute? Ist vieles anders.

Bayern spielt nicht mehr wie Bayern, sondern wie Barcelona – nur nicht so erfolgreich. Denn wenn etwas im Kopf geblieben ist aus der Ära Pep, dann nicht die zwei Meistertitel und der Pokalsieg, sondern vielmehr die zwei brutalen Klatschen gegen Real und Barça. Genau dort, wo Don Jupp 2012 und 2013 im Halbfinale der Königsklasse triumphierte, ging der FCB unter Pep 2014 und 2015 sagenhaft unter. 0:4 und 0:3. Und jetzt? Zieht der Katalane, der den Klub in den vergangenen zwei Jahren in gewisser Weise auf den Kopf gestellt hat (Zitat Amtsantritt: „Ich will nur wenig verändern“), weiter. Wahrscheinlich zu den Scheichs in die Premier League, die sich um den Katalanen in den feschen Maßanzügen nur so reißen, weil ihm noch der sagenhafte Ruf aus Barça-Zeiten anhaftet. Wie seine dreijährige Etappe in München zu bewerten ist, entscheidet sich nun im kommenden halben Jahr. Denn eines steht fest: Holt Pep dieses Jahr nicht den Pott mit den silbernen Henkeln und dazu am besten noch Schale und Pokal, wäre er – so heißt es in Spanien – fracasado. Gescheitert. So sind nun mal die Erwartungen, wenn der weltbeste Trainer (14 Titel mit Barça in vier Jahren) den weltbesten Verein (Triple 2013) übernimmt. Und obwohl seine Spieler ihn baten zu bleiben und enttäuscht wurden, kann sich Pep auf sie verlassen. Es liegt in der Natur eines jeden Sportlers, gerade beim FC Bayern, jeden Titel gewinnen zu wollen, weshalb Pep nicht als lame duck bezeichnet werden kann. Man darf gespannt sein, wie er sich im Juni 2016 verabschiedet. Bis dahin werden Jupps Worte noch durch die Allianz Arena geistern. Und durch Peps Kopf.

José Carlos Menzel López

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