Bayern-Reporter José Carlos Menzel López

tz-Kommentar: Das erste Finale in dieser Saison

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Carlos Menzel-Lopez.

München - Bayern-Reporter José Carlos López Menzel analysiert in seinem Kommentar die Ausgangslage für den FC Bayern vor dem Champions-League-Rückspiel im Achtelfinale gegen Juventus Turin.

In den Augen von Pep Guardiola hat der FC Bayern in dieser Saison schon das ein oder andere „Finale“ gespielt. Da wären Bochum im Pokal-Achtelfinale (3:0), die Partie in Dortmund (0:0) vor anderthalb Wochen oder sogar Bremen (5:0) am vergangenen Samstag. Aber seien wir doch mal ehrlich: Das erste große Endspiel der Saison 15/16 findet heute Abend statt. Beim Rückspiel gegen Juve geht es darum, ob der FC Bayern und auch Pep Guardiola die Chance aufrechterhalten, den Henkelpott wieder in die Vitrinen der Allianz Arena zu stellen. Für den Klub wäre es insgesamt Triumph Nummer sechs in der Königsklasse, für den spanischen Trainer, der ab kommender Saison Man City betreut, wäre es der Pokal, der seine dreijährige Amtszeit in München erst vollenden würde. 

So entspannt besichtigt Juve die Allianz Arena

Uli Hoeneß hat es selbst ausgesprochen: „Pep ist angetreten, um mindestens einmal die Champions League zu gewinnen.“ Eine Gelegenheit, die sich ihm als Bayern-Trainer nur noch ein einziges Mal bietet – und die auch schon heute Abend wieder vertan sein könnte. Die Vorzeichen stehen gut, dass die Alte Dame nach Madrid ’13 und Barça ’14 nicht zur diesjährigen Endstation Guardiolas auf europäischem Parkett wird. Nicht nur, dass das 2:2 aus dem Hinspiel „ein super Ergebnis ist“ (Philipp Lahm), die Münchner befinden sich aktuell auch noch spielerisch in bestechender Form, und Juve reist zudem noch mit schwerwiegenden Ausfällen in die Landeshauptstadt. Martin Cáceres nicht dabei, Giorgio Chiellini und Mario Mandzukic sind fraglich, am schlimmsten trifft die Turiner aber zweifelsohne der kurzfristige Ausfall ihres Wunderkinds Paulo Dybala. Der 22 Jahre alte Argentinier hatte dem FCB bereits im Hinspiel eine Kiste eingeschenkt und sich gerade in den vergangenen Monaten zu dem Juwel in Europa entwickelt, auf den die Anzugträger von Madrid über Barcelona bis hin nach London bereits ihr Auge geworfen haben. 

Es wäre schön gewesen, zu sehen, wie das andere Juwel auf dem Platz, Joshua Kimmich, seinen fast gleichaltrigen Kollegen in den Griff zu bekommen versucht, nun müssen die Tifosi ihre Hoffnugen jedoch auf einen anderen Juve-Spieler setzen. Die alte Geschichte eben. Das Hinspielergebnis spricht gegen die Italiener. Die Verletzungen sprechen gegen die Italiener. Eigentlich scheint so gut wie alles gegen die Italiener zu sprechen. Aber sie sind und bleiben eben Italiener. Und was das heißt, dürften die Bayern-Fans noch aus den Zeiten von Pippo Inzaghi & Co. wissen. Die Bayern werden heute Abend auf einen Gegner treffen, der keinen Kamikaze-Kick nach vorne spielen wird. Der ruhig und geordnet agieren wird. Der aber auch kompromisslos zuschlagen wird, wenn sich ihm nur die kleinste Chance bietet, die heutige Nacht zu Peps „finaler“ FCB-Nacht in Europa zu machen.

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