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tz-Kommentar: Noch kein Machtwechsel

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Bayern hat Barca in die Zange genommen
Bayern hat Barca in die Zange genommen © AP

München - Manche sprechen schon jetzt von einem Machtwechsel im europäischen Fußball. Doch das wäre zu früh, findet tz-Reporter Michael Knippenkötter. Sein Kommentar:

Geschafft! Der FC Bayern steht zum dritten Mal in vier Jahren im Finale der Champions League, das allein ist eine unglaubliche Geschichte und verdient höchste Wertschätzung. Noch höher zu bewerten ist aber, wie dieses Endspiel in London erreicht wurde.

Nehmen wir 2010: Bangen in der Vorrunde gegen Turin, Zittern im Achtelfinale gegen Florenz, Durchmogeln im Viertelfinale in Manchester. Es ist der Wille, der Lahm & Co. nach Mailand spült.

Nehmen wir 2012: Eine knallharte Vorrunde, durch die ein mehr als konzentrierter FCB geradezu durchrauscht. Ein Fußballfest über Basel (7:0), ein klarer Auftritt gegen Marseille, ein entschlossener über Real Madrid. Wieder ist es der Wille, der den Rekordmeister ins Finale dahoam bringt. Mit großem Fußball hat das nicht allzu viel zu tun.

Nun nehmen wir 2013: Der Wille ist da wie nie, die Gier auf den Pott scheint unendlich. Aber viel wichtiger: Der FC Bayern erreicht fußballerisch eine neue Ebene, bearbeitet seine Gegner, rennt sie nieder, spielt sie aus. Wenn es früher hieß, man könne den großen FC Barcelona „eventuell maximal gerade so“ in einem Spiel bezwingen, dann ist diese Einschätzung widerlegt. Der FC Bayern hat das Finale erreicht und auf dem Weg dahin den spanischen Weltklub in zwei Spielen ausgeschaltet. Mehr geht nicht.

Manche wollen schon jetzt von einem Machtwechsel sprechen in Europa, das dominante Spiel der Bayern lädt ja auch geradezu dazu ein. Doch das wäre zu früh. Der große FC Barcelona hat in sechs Jahren drei Mal die höchste Trophäe gewonnen, die es in Europa zu holen gibt. Die Spieler des FC Bayern müssen nun erst zu Ende bringen, was sie in großartiger Manier in dieser Saison angefangen haben. Sie müssen in London noch einmal Gier, Wille und die fußballerische Extraklasse auf den Platz bringen. Fehlt nur eines dieser Puzzleteile, wird man in ein paar Jahren nicht mehr von einer herausragenden Runde sprechen. Und die Sache vom Machtwechsel wäre auch erst mal vom Tisch.

Michael Knippenkötter

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