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Mehmet Scholl holt Ex-Löwen

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Unzufrieden mit dem Saisonstart: Mehmet Scholl. „Es ist besser für uns alle, wenn ich jetzt nichts kommentiere“, sagte er am Montag. © sampics

München - Der FC Bayern II hat unter Trainer Mehmet Scholl einen kapitalen Fehlstart hingelegt. Jetzt soll ausgerechnet ein Ex-Löwe dem Team helfen, die Kurve zu kriegen.

Das Wetter passte zur Stimmungslage. Im Dauerregen trainierte die zweite Mannschaft der Bayern am Montagvormittag. Der Frust sitzt nach dem kapitalen Fehlstart in die Saison tief. Nach der 0:6-Blamage in Jena und nur einem Punkt in drei Spielen will sich Mehmet Scholl mit Äußerungen besser zurückhalten. „Es ist besser für uns alle, wenn ich jetzt nichts kommentiere“, erklärte der Trainer am Montag. Kein Wunder: Als umjubelter Neuling hatte der Fan-Liebling als Ersatz für Hermann Gerland die zurückliegende Spielzeit erfolgreich beendet.

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Danny Schwarz spielt jetzt für die Roten © Getty

Welches schwieriges Amt er als Nachfolger des Kult-Trainers inne hat, wurde schon zum Saisonstart klar. Nach der Pleite in Jena und dem Sturzflug auf den vorletzten Tabellenplatz der 3. Liga hat sich der Wind endgültig gedreht. Der Neuling musste sich sogar bereits erste Gerland-Sprechchöre der Fans anhören. Jetzt soll ein Routinier helfen: Ex-Löwe Danny Schwarz wurde am Montag verpflichtet.

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„Im Fußball gibt es ein paar einfache Dinge, die gibt nicht Herr Scholl vor, sondern der Sport: Unter anderem, dass man dagegenhält“, schimpfte der Trainer nach dem 0:6. Auch seine Spieler versuchte er am Tag danach aufzurütteln. Stürmer Saer Sene nahm der 38-Jährige nach der Vormittags-Einheit ins Einzelgespräch, wies ihn zurecht: „Du hast alles drauf, du kannst es packen. Aber du musst dich auch reinhauen! Sonst verschenkt ihr alle eure Zukunft.“ Der Mannschaft fehlen die Führungskräfte, die Abgänge von Badstuber und Müller zur ersten Mannschaft schmerzen enorm. Die Akteure, die von den Profis bei den Amateuren aushelfen sind dagegen eher Last denn Hilfe: Andreas Görlitz enttäuschte in Jena, der indisponierte Christian Lell sah gar nach 38 Minuten die rote Karte.

„Es ist schon schwer, Worte zu finden. Sich so auskontern zu lassen, das geht nicht“, kritisiert Scholl, „wie wir verloren haben, das ist schon traurig“. Wohl wahr: Innerhalb von 27 Minuten schnürte Jenas Amirante einen Viererpack. Scholl bedient: „Wenn man ehrlich ist, war das eine Demonstration. Jena hat gezeigt, wie Herrenfußball geht.“ Davon ist sein eigenes Team derzeit weit entfernt. Scholl zornig: „Meine Spieler haben noch nichts erreicht, sie müssen viel härter arbeiten.“

Jetzt bekommen sie Verstärkung durch einen Routinier: Der ehemalige Löwen-und Haching-Abräumer Danny Schwarz kommt. „Wir brauchen einen Spieler, der das Heft in die Hand nehmen kann. Danny soll seine Erfahrung einbringen, die jungen Spieler führen“, bestätigte Scholl der tz die Verpflichtung: „Er bewahrt Ruhe, auch wenn die Mannschaft mal in Rückstand liegt.“ Schon am Sonntag soll alles besser werden – dann empfängt die Zweite Dynamo Dresden.

ta

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