Die Meister-Rechnung

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Ribéry, van Bommel und Demichelis bejubeln einen Treffer von Luca Toni. Im Saisonendspurt werden seine Tore jetzt gebraucht.

Der irre Kampf um die deutsche Meisterschaft – nie war ein Bundesligafinale so spannend. Sechs Spieltage vor Schluss können sich noch fünf Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen.

Wolfsburg als Tabellenführer, die punktgleichen Verfolger Bayern und Hamburg. Außerdem Hertha BSC und der VfB Stuttgart. Jede dieser Mannschaften träumt noch vom Titel – und niemand kann sagen, wer es am Ende wird.

Einziges Indiz: Das Restprogramm. Hier haben die Bayern einen kleinen Vorteil: Sie haben im Gegensatz zur Konkurrenz nämlich noch vier Heimspiele statt drei (Hertha hat sogar nur zwei). Deshalb macht die tz den Vergleich: Wie sind die letzten sechs Spiele der Hinrunde gelaufen?

Das Ergebnis: Legt man die Hinspiel-Ergebnisse ­zugrunde heißt der Meister am Ende FC Bayern! Lesen Sie, wie der FC Bayern in der Hinrunde gegen seine letzten sechs Gegner abgeschnitten hat.

Sechstletzter Spieltag, Schalke – Bayern 1:2: Toni (3.) und Farfan (5.) treffen früh. Danach ist Schalke klar überlegen, schnürt Bayern regelrecht ein. Doch es ist wie so oft: Schalke nutzt seine Chancen nicht, Bayern kontert einmal und trifft. Ribéry macht nach einer halben Stunde das 2:1. Schalke kann selbst aus 18 Eckbällen kein Tor machen. Ein glücklicher Bayern-Sieg.

Fünftletzter Spieltag: Borussia Mönchengladbach – Bayern 2:2: Bayern gibt einen sicher geglaubten Sieg aus den Händen. Bis zur 79. Minute lagen sie 2:0 vorne, alles lief nach Plan. Doch dann drehte Baumjohann auf, leitete mit zwei feinen Aktionen den sensationellen Gladbacher Ausgleich ein. Zwei verschenkte Punkte!

Viertletzter Spieltag: Bayern – Cottbus 4:1: Zwar ging Cottbus in München überraschend in Führung (25.), im Grunde waren sie aber chancenlos. Ribéry glich vier Minuten später aus, danach überrollten die Bayern Cottbus. Demichelis, Klose und Toni erhöhten auf 4:1, Energie hatte Glück, dass es kein Debakel wurde.

Drittletzter Spieltag: Leverkusen – Bayern 0:2: Bayer war zunächst spielbestimmend, kam auch zu einigen Chancen. Die Bayern steigerten sich nach einer halben Stunde, nutzten dann ihre Chancen durch Toni (59.) und Klose (82.) eiskalt. Die Aufholjagd der Bayern Richtung Tabellenspitze ging weiter.

Vorletzter Spieltag: Bayern – Hoffenheim 2:1: Bayerns wichtigster Big Point! Zunächst sah alles nach einem Hoffenheimer Sieg aus, sie waren spielbestimmend und gingen kurz nach der Pause in Führung. Doch Bayern schlug zurück: Lahm glich aus (60.) und dann knipste auch noch Toni – in der Nachspielzeit! Was für eine Dramatik!

Letzter Spieltag: Stuttgart – Bayern 2:2: Die Herbstmeisterschaft in letzter Sekunde verdaddelt! Khedira trifft in der Nachspielzeit zum 2:2, Bayern geht als Zweiter in die Winterpause.

Natürlich kann man die Ergebnisse der Hinrunde nicht eins zu eins auf die jetzige Situation übersetzen, doch eine Tendenz geben sie vor. Und es sprechen noch mehr Dinge für die Bayern: Wolfsburg hat keine Erfahrung im Titelkampf, der HSV hat mit Uefa-Cup, DFB-Pokal und Meisterschaft eine schwierige Dreifach-Belastung, Hertha BSC verlor dreimal in den vergangenen vier Spielen.

Und der VfB Stuttgart erlebt zwar unter Markus Babbel gerade einen enormen Aufschwung, muss aber am letzten Spieltag nach München. Das dürfte ein Endspiel werden…

Jan Janssen

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