"Wir haben hier noch viel vor"

tz-Interview mit Franck Ribéry, Weltklasse-Fußballer vom FC Bayern München.
Monsieur Ribéry, ist das Aus im Viertelfinale gegen den FC Barcelona logisch?
Ribéry: Absolut. Es ist vor allem schade nach dem katastrophalen Hinspiel. Im Rückspiel haben wir uns in der ersten Halbzeit mehrere klare Torchancen erarbeitet. Wir hätten zumindest eine ausnutzen sollen, um ein Fünkchen Hoffnung zu haben. Aber diesmal haben wir keine Angst gehabt, wir haben immer wieder versucht, nach vorne zu spielen und wir haben für unsere Fans alles gegeben. Wir haben uns zusammengerissen. Es ist bedauerlich, dass wir in Barcelona nicht so aufgetreten sind. Mit dem Unentschieden sind wir trotzdem zufrieden. Das wird uns mehr Vertrauen für die restlichen Bundesliga-Spiele geben.
Wie beurteilen Sie Ihre Leistung?
Ribéry: Ich bin sehr zufrieden. Ich habe mich wahnsinnig wohlgefühlt und habe viel Spaß gehabt. Ich habe ein schönes Tor erzielt. Es war wichtig für mich, um die Basis für ein erfolgreiches Saisonende zu legen.
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In dieser Saison haben Sie zum ersten Mal in der Champions League gespielt. Welches Fazit ziehen Sie?
Ribéry: Es ist ein sehr schwerer Wettbewerb, aber es hat viel Spaß gemacht, sich mit den besten Mannschaften Europas zu messen. Mit dem Erreichen des Achtelfinals haben wir unser Ziel erreicht. Wir sind zwar ausgeschieden, aber gegen die wohl beste Mannschaft der Welt.
Jürgen Klinsmann steht hart in der Kritik. Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft?
Ribéry: Klinsmann macht derzeit eine schwere Phase durch. Es ist sicherlich nicht einfach für ihn, damit umzugehen. Die ganzen Attacken treffen ihn persönlich, aber auch uns Spieler und den gesamten Verein. In den letzten sieben Partien werden wir uns für ihn zusammenreißen. Um deutscher Meister zu werden, müssen wir alle zusammenhalten. Wir brauchen auch die Unterstützung unserer Fans.
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Was fehlt dem FC Bayern, um in Zukunft mit Top-Teams wie Barcelona oder Chelsea mithalten zu können?
Ribéry: Ganz einfach: Ein größerer Kader. Das wäre schon ein Schritt nach vorne. Schauen Sie: Wenn wir zwei oder drei verletzte Spieler haben, haben wir sofort ein Problem. Solange das so bleibt, wird es schwer, mit den Besten mitzuhalten.
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Wenn Sie Barcelona sehen, macht das Sie nicht Lust, dort auch mal zu spielen?
Ribéry: Natürlich, aber welcher Spieler würde nicht gerne bei Barça spielen?
Was haben Sie denn Ihrem Kumpel Henry nach dem Hinspiel ins Ohr geflüstert?
Ribéry: Ich habe nur gesagt, dass ich nun verstehe, warum er dort unter Vertrag steht und so viel Spaß hat. Nicht mehr nicht weniger.
Wenn Sie Barça gegen Bayern sehen, haben Sie nicht manchmal das Gefühl gehabt, im falschen Team zu spielen?
Ribéry: Auf keinen Fall. Mit dem FC Bayern habe ich noch viel vor. Ich will mich weiter verbessern. Wir haben noch viel vor.
Interview: Etienne Faubourg