Eklat vor der CL-Partie! Vermummte Piräus-Hooligans stürmen Platz - „Es war wie im Krieg“

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Thon: "Lasst Klinsmann arbeiten"

Olaf Thon ist auf den FC Schalke momentan nicht ganz so gut zu sprechen

Nach 23 Jahren auf Schalke trennen sich im Sommer die Wege von Olaf Thon (42) und den Königsblauen. Thon wurde gemeinsam mit Jürgen Klinsmann 1990 Weltmeister und spielte von 1988 bis 1994 beim Rekordmeister.

Er trug 148 Mal das Trikot der Roten, erzielte dabei 30 Tore. Dreimal wurde er Meister und zweimal Vize. Vor dem Schlager gegen Schalke sprach der Professor mit der tz.

Herr Thon, wie geht es Ihnen nach der Scheidung von Schalke 04?

Thon: Die läuft noch, weil ich Dinge abarbeite, die ich begonnen habe und die am 31. Juli enden. Nach 23 Jahren ist das eine schwere Entscheidung, die ich fällen musste. Aber ich musste so handeln, um ehrlich zu mir zu sein.

Wieso?

Thon: Weil ich Zusicherungen hatte, gewisse Dinge zu machen, die aber nicht eingehalten wurden.

Wie soll Ihre Zukunft aussehen?

Thon: Ich muss mich neu orientieren. Ich habe 2004 den Trainerschein gemacht und werde versuchen, mich in diese Richtung zu orientieren. Wenn einer meint, Olaf Thon könnte auch was anderes, bin ich offen dafür.

Sind Sie sehr enttäuscht?

Thon: Hört sich das so an? Ich bin gefasst und optimistisch.

Was wurde Ihnen versprochen?

Thon: Ich sollte der Berater des Vorstandes sein. Und das wurde nicht umgesetzt. Weder von Müller noch von Schnusenberg oder Peters.

Nach der Trennung von Rutten und Müller gab es drei Siege. Alles richtig gemacht?

Thon: Ich hätte anders entschieden. Ich hätte Andreas Müller den Rat gegeben, den Trainer zu entlassen, weiterzumachen und Büskens die Verantwortung zu geben. Büskens kommt an, wird respektiert und ist nicht der Grüßaugust oder Gute-Laune-Bär. Die funktionieren seitdem. Wenn der Manager geblieben wäre, hätte er seinen Kopf retten können. Der Mike Büskens hat eine Chance verdient.

Wie sehr hat es Sie getroffen, dass Oliver Kahn und nicht das Schalke-Idol Olaf Thon den Manager-Posten auf Schalke besetzen sollte?

Thon: Überhaupt nicht. Die Fakten waren geklärt, bevor Kahn in Rheda-Wiedenbrück war. Tönnies hat ganz klar gesagt, dass ich nicht Manager werde. Das habe ich respektiert, aber meine Konsequenzen gezogen. Nicht, weil ich unbedingt Manager werden wollte. Aber ich wollte mithelfen.

Glauben Sie, dass es mit dem Manager Kahn auf Schalke geklappt hätte?

Thon: Wenn Möller von Dortmund nach Schalke geht, ist alles möglich. Bei Kahn stellt sich die Frage nicht. Das Ei wird nicht gelegt. Doch wir brauchen Trainer und Manager, die eintauchen um Gelsenkirchen herum. Mit ihren Familien hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Das war bei den Trainern Rangnick, Slomka, Rutten nicht der Fall. Die waren in Holland, Stuttgart oder Hannover. Von daher weiß ich nicht, wie Oliver Kahn sich verhalten hätte. Gerade als Manager muss man die Strömungen in Gelsenkirchen mitbekommen. Da kann man nicht zwei Tage die Woche nach München fliegen.

Reden wir über Bayern. Nach zwei Siegen ist etwas Ruhe eingekehrt. Wie beurteilen Sie die Lage um Mannschaft und Trainer bei Ihrem Ex-Klub?

Thon: Es hat nicht ganz geklappt, jeden Spieler besser zu machen. Vielleicht auch, weil er die Zeit nicht bekommen hat. Wenn man Klinsmann verpflichtet, musste man wissen, dass er Ecken und Kanten hat und große Veränderungen herbeiführt. Das hat er auch beim DFB getan. Gerade weil er so standhaft war, hat man ihn verpflichtet. Wenn er Meister wird, bin ich davon überzeugt, dass er ein zweites, drittes Jahr bei Bayern bleiben kann. Ich bin da positiv gestimmt und denke, dass Bayern Meister wird.

Und wann wird Schalke Meister?

Thon: Irgendwann.

Ist Schalke in der Lage, Bayern einen Dämpfer zu verpassen?

Thon: Das wird ein richtungsweisendes Spiel. Wenn Bayern es schafft, Schalke 04 zu schlagen – was ich nicht glaube –, haben sie große Chancen, Meister zu werden, denn Wolfsburg wird einbrechen. Das mit den Siegen kann so nicht weitergehen. Ich glaube, es wird ein 2:2 in München. Aber noch mal: Wenn man Klinsmann verpflichtet, muss man ihm die Chance geben, langfristiger zu arbeiten.

Bei Bayern zählt aber mehr als sonst das nackte Ergebnis…

Thon: Stimmt. Dort ist bereits ein Jahr ein langfristiges Engagement. Wenn man daran denkt, dass Magath nach zwei Double-Siegen gehen musste… Das ist eine besondere Situation beim FC Bayern. Man jammert quasi auf hohem Niveau.

Sie sind also der Meinung, Klinsmann macht seinen Job nicht so schlecht?

Thon: Ja. Ich kann das nur aus der Ferne beurteilen. Er hat mit Problemen zu kämpfen. In der Außendarstellung. Er hat Widerstände um ihn herum und zudem immer verletzte Spieler. Vor allem Klose. Dazu kommt das Problem mit Podolski, das Torhüterproblem. Das war wohl schon am Anfang der Saison da. Vielleicht hätte er sich gleich durchsetzen müssen. Ich drücke ihm die Daumen, weiter bei Bayern tätig zu sein. Eines war vielleicht nicht ganz glücklich.

Nämlich?

Thon: Die Co-Trainer-Besetzung. Mit Leuten um ihn herum, die den europäischen Markt gut kennen, wäre er glaube ich besser gefahren. Aber wenn er Meister wird, hat er die Saison gerettet und damit seinen Job.

Bayern wird ungewöhnlich oft vorgeführt. Fünf Tore gegen Bremen und in Wolfsburg. Vier in Barcelona und Leverkusen. Wie erklären Sie sich das?

Thon: Ich kenne das. Ich war 1991/1992 da und bin Zehnter geworden mit Effenberg und mir. Es geht noch wesentlich schlechter. Van Bommel musste als Kapitän auf die Bank. Die Torhüter-Position war umstritten, Podolski kam nicht in Tritt. Klose fällt oft aus. Diese Dinge und der Druck, der im Umfeld entsteht, führen zu solchen Leistungen. Ich finde sowieso, dass er Stärke bewiesen hat, überhaupt noch so aufrecht dazustehen.

Verraten Sie uns zum Abschluss, was Sie von Ihrer Bayern-Zeit von 1988 bis 1994 in Erinnerung behalten haben?

Thon: Als Bayern-Spieler wurde ich Weltmeister, bin zudem Meister geworden. Ich habe mit Bayern gegen Maradona gespielt und habe viele Highlights bei Bayern erleben dürfen. Es war eine wunderschöne Zeit, in der ich viel gelernt habe. Das war klasse.

Interview: Mario Volpe

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