Bericht von Treffen

Netzer hat "größte Bewunderung" für Hoeneß

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Günter Netzer hat Uli Hoeneß für dessen Verhalten im Gefängnis größte Bewunderung ausgesprochen.

Köln - Günter Netzer hat seinen alten Weggefährten Uli Hoeneß für dessen Haltung im Gefängnis gelobt. Auch zur Dominanz des FC Bayern äußerte sich der Weltmeister von 1974.

„Ich habe größte Bewunderung empfunden für ihn, weil er das so gemeistert hat“, sagte Netzer (70) im Interview mit der Rheinischen Post.

Netzer, der gemeinsam mit Hoeneß Welt- (1974) und Europameister (1972) geworden ist, berichtete über einen gemeinsamen Besuch mit dem langjährigen Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld bei Hoeneß in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Dabei habe er sich besser gefühlt als Hitzfeld, der „noch nie im Gefängnis war“ und nicht gewusst habe, wie es ist, „wenn sich die Türen schließen“. Das sei schon „etwas Besonderes“.

„Auch zu meinem Leben gehört das Wort Akzeptanz“, sagte Netzer. Hoeneß habe seine Situation angenommen und lebe „genau nach den Richtlinien, die sein müssen. Er hat keine Privilegien, die will er auch nicht.“

Zudem hat Hoeneß, der wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, im Gefängnis offenbar an seiner Fitness gearbeitet. „In guter Verfassung habe ich ihn angetroffen, ganz stolz hat er sein Gewicht hergezeigt“, sagte Netzer.

Scharfe Kritik übte Netzer in dem Interview am Weltverband FIFA im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2022 an Katar. „Katar ist eine glatte Fehlentscheidung gewesen, wie immer das zustande gekommen ist. Es geht nicht, dass da zu der üblichen Jahreszeit gespielt wird. Man hat sich selbst in ein Dilemma hineinmanövriert, aus dem man schleunigst herauskommen muss“, sagte Netzer. Er ergänzte mit Blick auf die WM 2018, dass auch Russland bereits „ins Gerede“ gekommen sei.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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Der Bundesliga prophezeit Netzer eine lange Bayern-Vorherrschaft: „Wenn Sie sehen, was Dortmund für Schwierigkeiten hat, die einzige Mannschaft, die ausersehen war, den Bayern Paroli zu bieten, dann ist es bei den anderen noch unwahrscheinlicher, dass sich das innerhalb der nächsten fünf Jahre verändert.“

SID

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