Ex-Präsident des FC Bayern kommt frei

Diese Frau ebnete Uli Hoeneß den Weg in die Freiheit

Uli Hoeneß kommt frei - und das hat er unter anderem Monika Groß zu verdanken.

München - Uli Hoeneß wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Das hat er nicht nur sich selbst zu verdanken - sondern auch zwei Frauen.

Es ist das Ende seiner Leidenszeit: Uli Hoeneß (64) wird vorzeitig aus der Haft entlassen! Wahrscheinlich am 29. Februar darf er die Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech verlassen. 

Einem entsprechenden Antrag des Ex-Bayern-Bosses hat Richterin Simone Zwiener nun stattgegeben, bestätigte das Landgericht Augsburg. In 41 Tagen ist Hoeneß ein freier Mann.

Insgesamt musste er also nur 21 von 42 Monaten seiner Haftstrafe im Gefängnis verbüßen und profitiert von der Halbstrafen-Regelung, die er im November 2015 beantragt hatte. Führen sich Häftlinge im bayerischen Vollzug vorbildlich und können eine gute Sozialprognose vorweisen, dürfen sie in Einzelfällen schon nach der Hälfte der Haftzeit entlassen werden. Hoeneß wurde dieses Recht gewährt – die Gefängniszeit hätte für ihn also nicht besser und kürzer laufen können. Nach diversen Lockerungen des Vollzugs (siehe unten) darf er in sechs Wochen nun wieder ein normales Leben führen. Seine Reststrafe wird dann zur Bewährung ausgesetzt.

Hoeneß wird vorzeitig entlassen - dank zweier Frauen

Hoeneß und die vorzeitige Entlassung: Verantwortlich dafür sind zwei Frauen. Zum einen die Landsberger Gefängnisdirektorin Monika Groß: Sie hatte bereits Anfang des Jahres eine positive Beurteilung ihres prominenten Häftlings vorgelegt und ihm den Weg nach draußen geebnet. Damit lag die letzte Entscheidung bei Richterin Simone Zwiener. Sie hatte Hoeneß zum Gespräch geladen, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Ergebnis: Er kommt frei – nach der Hälfte der Haft!

Für Hoeneß der erste Schritt zurück in die Erfolgsspur. Denn nun darf er ab März auch außerhalb der Justizvollzugsanstalt arbeiten. Und könnte sogar wieder Präsident des FC Bayern werden! „Wir werden unter vier Augen darüber reden, was er sich vorstellt“, sagte Karl Hopfner, der vergangenes Jahr sein Amt übernahm, bereits im Dezember gegenüber dem Münchner Merkur. Gegen Uli Hoeneß wolle er in keinem Fall antreten: „Eine zweigleisige Kandidatur oder gar eine Kampfabstimmung wird es nicht geben“, sagte Hopfner.

Ende November wird über sein Amt neu entschieden: Dann wählen die Vereinsmitglieder auf der Jahreshauptversammlung den neuen Präsidenten des FC Bayern. Der könnte wieder Hoeneß heißen – seit gestern ist der Weg frei. 

Seine Zeit als Häftling

Noch 41 Tage: Dann endet seine Zeit hinter Gittern. Aber hinter Uli Hoeneß (64) liegen harte Monate! Im März 2014 verurteilte ihn das Landgericht München II: Wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,4 Millionen Euro musste Hoeneß insgesamt dreieinhalb Jahre in den Knast. Die Haft trat der Ex-Bayern-Boss im Juni 2014 in der JVA Landsberg an. Sieben Monate später erhielt Hoeneß die erste Vollzugs-Lockerung: Ab Januar 2015 wurde er in den offenen Vollzug des Freigängerhauses Rothenfeld in Andechs verlegt – laut Ex-Insassen eine Art Bauernhof, umgeben von idyllischer Natur. Seither arbeitet Hoeneß unter der Woche auch in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern und musste abends nur noch zum Übernachten einrücken. Im Juni 2015 die nächste Lockerung: Seither darf Hoeneß die Wochenenden zu Hause bei seiner Frau Susi in Bad Wiessee am Tegernsee verbringen. Ab 29. Februar ist er dort wieder dauerhaft daheim!

Andreas Thieme

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