Urteil rechtskräftig

Weil er Uli Hoeneß heimlich gefilmt hat: Mann muss wieder ins Gefängnis

+
Ein Mann wurde verurteilt, weil er Uli Hoeneß im Gefängnis heimlich gefilmt hat.

Uli Hoeneß steht aktuell als Zeuge vor Gericht. Angeklagt ist ein ehemaliger Mithäftling des Präsidenten des FC Bayern. Es geht um Fotos aus dem Gefängnis.

Update vom 14. März 2019, 16.18 Uhr: Weil er Uli Hoeneß während dessen Haftzeit heimlich gefilmt hat und die Aufnahmen verkaufen wollte, ist ein einstiger Mitinsasse rechtskräftig verurteilt worden. Das Oberlandesgericht (OLG) München ließ eine Revision des heute 50-Jährigen nicht zu, ein erstinstanzliches Urteil von 14 Monaten Haft ist damit rechtskräftig.

Das OLG bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Augsburg, das die Berufung des Angeklagten gegen das erstinstanzliche Urteil vom März 2017 zurückgewiesen hatte. Der Verurteilte bekam eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Augsburg am Donnerstag mit.

Der Mann hatte den aktuellen Präsidenten des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München im Gefängnis in Landsberg am Lech mit einer Kamera in einem Kugelschreiber gefilmt, seine Frau sollte die Aufzeichnungen an Magazine verkaufen. Zu Veröffentlichungen kam es nicht. Die Frau hatte im März 2017 eine vom Amtsgericht Landsberg verhängte Bewährungsstrafe akzeptiert, der Mann schöpfte dagegen zwei Jahre lang alle Rechtsmittel aus.

Prozess wegen Gefängnisfotos: Bayern-Präsident Hoeneß überrascht mit Aussage vor Gericht

Augsburg/München - Uli Hoeneß hat in einem Prozess gegen einen ehemaligen Mithäftling den Angeklagten einem Medienbericht zufolge in Schutz genommen. Nicht der Mann, der von ihm während seiner Haftzeit heimlich Fotos gemacht haben soll, gehöre auf die Anklagebank, sagte Hoeneß nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen vom Dienstag als Zeuge in dem Strafprozess vor dem Augsburger Landgericht. "Die, die dahinter stehen, sollten bestraft werden", forderte der Präsident des FC Bayern München demnach. Konkret meint Hoeneß Mitarbeiter des Magazins Stern, die hohe Summen für Fotos von ihm im Gefängnis geboten hätten.

Im Januar 2017 hatte Hoeneß davon berichtet, dass im Gefängnis versucht worden wäre, „mit reingeschmuggelten Handys Bilder von mir zu machen, um sie dann für sehr viel Geld zu verkaufen.“ Laut Anklage soll ein Reporter dem damals mit Hoeneß inhaftierten Mann 2500 Euro für Fotos gezahlt haben. Verhandelt worden sei sogar über eine wesentlich höhere Summe von bis zu 35.000 Euro.

Hoeneß: „Privatsphäre wurde extremst verletzt“

Veröffentlicht wurden die Fotos nie. Hoeneß vor Gericht: „Meine größte Sorge war, dass solche Fotos von mir im Internet auftauchen. Meine Privatsphäre wurde extremst verletzt. Das habe ich bis heute nicht verarbeitet.“

„Es wurde versucht, mit reingeschmuggelten Handys Bilder von mir zu machen, um sie dann für sehr viel Geld zu verkaufen. Es war hart zu erfahren, dass Leute, mit denen ich zuvor Karten gespielt hatte, probierten, mich unter der Dusche oder sonst wo zu fotografieren“, hatte Hoeneß 2017 in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt erzählt. In solchen Momenten sei es nicht einfach gewesen, ruhig zu bleiben.

„Im Gefängnis hat mich meine eigentlich gute Menschenkenntnis verlassen“

Dass diese privaten Bilder nie an die Öffentlichkeit gelangten, sei laut Hoeneß darin begründet, dass „die Zeitungen wussten, wie teuer es für sie würde, wenn sie darauf eingehen würden“. Freundschaften seien daher im Gefängnis kaum entstanden. „Man kann dort wenigen Menschen trauen. Im Gefängnis hat mich meine eigentlich gute Menschenkenntnis verlassen. Du hast es mit Leuten zu tun, die teilweise gute Schauspieler sind.“

Hoeneß habe nun als Zeuge ausgesagt, dass Journalisten eines Magazins anderen Gefangenen Geld für Fotos von ihm im Gefängnis geboten hätten. "Da wurde die Not eines Gefangenen schamlos ausgenutzt für derart schäbige Zwecke", sagte der wegen Steuerhinterziehung zwischenzeitlich in Landsberg am Lech inhaftierte Fußballfunktionär.

Mini-Digitalkamera in Kugelschreiber versteckt

Zurückziehen will Hoeneß den Strafantrag gegen den 49-jährigen Angeklagten allerdings nicht. Obwohl er kein Interesse an einer Verurteilung des Mannes habe, der mit einer Mini-Digitalkamera in einem Kugelschreiber Fotos und ein Video von ihm gemacht haben soll, wird alles seinen Lauf nehmen. „Wenn ich den Angeklagten austauschen könnte, würde ich es tun. Aber das kann ich ja nicht“, so Hoeneß.

Hoeneß’ angeklagter Mitgefangener war bereits im Frühjahr 2017 vom Amtsgericht Landsberg zu weiteren 14 Monaten Haft verurteilt worden. Er ist mehrfach vorbestraft und hat Rechtsmittel eingelegt. Daher gibt es nun diesen Berufungsprozess bei der 4. Strafkammer des Landgerichts Augsburg.

Uli Hoeneß saß einen Teil seiner Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech ab.

AFP mit fw und tz


Auch interessant:

Video: Mein letzter Tag im Knast

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Transfer-Saga und Verletzungs-Drama! Teamkollege verrät, wie es Leroy Sané wirklich geht
Transfer-Saga und Verletzungs-Drama! Teamkollege verrät, wie es Leroy Sané wirklich geht
Nach Wirbel um Job beim FC Bayern: Star-Trainer mit neuer Aufgabe
Nach Wirbel um Job beim FC Bayern: Star-Trainer mit neuer Aufgabe
Mauricio Pochettino: Überraschende Enthüllung - landet er jetzt beim FC Bayern München?
Mauricio Pochettino: Überraschende Enthüllung - landet er jetzt beim FC Bayern München?
Studie verzückt FC-Bayern-Fans: Rekordmeister wertvoller als Champions-League-Sieger FC Liverpool
Studie verzückt FC-Bayern-Fans: Rekordmeister wertvoller als Champions-League-Sieger FC Liverpool

Kommentare