Zahlen sprechen für exzellente Arbeit beim Rivalen

Ehrliche Aussage von Hoeneß: In dieser Bilanz ist der BVB den Bayern voraus

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Erkennt den wirtschaftlichen Erfolg von Borussia Dortmund an: Uli Hoeneß ist seit 40 Jahren der Macher beim FC Bayern.

Der FC Bayern thront im deutschen Fußball über allen. Einzig Borussia Dortmund wird ernsthaft zugetraut, daran mittel- oder langfristig etwas zu ändern. Uli Hoeneß ist von der BVB-Taktik angetan, will diese aber nicht kopieren.

München - Nach einsamen Jahren an der Tabellenspitze spürt der FC Bayern in den finalen Wochen der aktuellen Saison mal wieder den Atem eines Verfolgers im Nacken. Wenig überraschend handelt es sich dabei um Borussia Dortmund. Die Schwarz-Gelben haben sich zur klaren Nummer zwei im deutschen Fußball gemausert. Am Status vom Krösus aus München konnten sie aber seit dem Double 2012 nicht mehr wirklich rütteln.

Ob die tabellarische Nähe künftig ein Dauerzustand wird, lässt sich natürlich noch nicht vorhersagen. Zumindest wirtschaftlich hat sich der BVB in den vergangenen Jahren jedoch etwas an die Roten herangepirscht. Dies verdeutlichen die von der Sport Bild gegenübergestellten Umsatzentwicklungen beider Klubs. Setzte der Rekordmeister 2014 demnach mit 528,7 Millionen Euro beinahe den doppelten Betrag der Dortmunder (260,7 Millionen Euro) um, betrug der Abstand vier Jahre später nur noch 120 Millionen Euro (657,4 zu 536).

BVB nimmt mit Dembele, Aubameyang und Pulisic über 250 Millionen Euro ein

Der Hauptgrund für die Aufholjagd des BVB liegt in den Spielerverkäufen der jüngeren Vergangenheit. „Dortmund hat in den vergangenen Jahren gute Transfers gemacht“, lobt auch Uli Hoeneß in dem Sportmagazin. So wurde im Sommer 2017 Ousmane Dembele für 125 Millionen Euro plus Nachschläge an den FC Barcelona abgegeben, Pierre-Emerick Aubameyang spülte durch seinen Wechsel zum FC Arsenal 63,75 Millionen Euro in die Kassen. In wenigen Wochen wird dann der Transfer von Christian Pulisic zum FC Chelsea vollzogen - für 64 Millionen Euro.

Dagegen wirken die Verpflichtungen von Paco Alcacer (23 Mio.), Manuel Akanji (21,5 Mio.), Axel Witsel und Thomas Delaney (jeweils 20 Mio.) wie Schnäppchen. Für Senkrechtstarter Jadon Sancho wurden vor zwei Jahren gerade einmal 7,84 Millionen Euro an Manchester City gezahlt. Ergo: Der BVB entwickelt Stars, anstatt sie teuer zu kaufen.

Das Schnäppchen schlechthin im BVB-Kader: Jadon Sancho würde mittlerweile mindestens das Zehnfache seiner Transfersumme einbringen.

Hoeneß will „Spieler nicht teuer verkaufen“

„In der Ein- und Verkaufsbilanz ist uns Dortmund voraus, weil sie eine andere Philosophie haben“, erläutert Hoeneß den unterschiedlichen Erfolgsweg: „Wir wollen die Spieler nicht teuer verkaufen. Wenn ein Spieler wirklich super ist, versuchen wir, ihn zu halten oder eben in große Qualität zu investieren.“

Der FCB-Präsident, der an diesem Mittwoch vor 40 Jahren auf den Managerposten rückte, erwartet jedoch auch vom Konkurrenten, dass die Schatulle deutlich weiter geöffnet wird als in der Vergangenheit: „Die Dortmunder haben auch investiert, aber nicht so viel. Sie haben sicher 100 Millionen übrig.“

Keine Jagd auf den FC Bayern: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wirtschaftlich weit enteilt.

Watzke sieht FC Bayern wirtschaftlich viele Jahrzehnte voraus

Diese Summe würde dem BVB enorme Möglichkeiten verschaffen, um die Kaderqualität noch einmal anzuheben - trotz der mittlerweile horrenden Preise, die für talentierte Kicker aufgerufen werden. Dennoch ist Klub-Boss Hans-Joachim Watzke weit davon entfernt, in der Sport Bild den Generalangriff auf Deutschlands fußballerische Nummer eins auszurufen: „Bayern München wirtschaftlich einzuholen, wäre eine Aufgabe von vielen Jahrzehnten.“

Der Rückstand zu den Roten sei „immer noch so groß, dass sie pro Jahr rund 100 Millionen Euro mehr an Gehältern zahlen können als wir“. Klingt alles andere als nach einer Kampfansage. Vielleicht werden also wieder einsamere Zeiten auf den FC Bayern zukommen. Dort oben, an der Tabellenspitze.

Lesen Sie auch: Lothar Matthäus hat das Titelrennen durchgetippt und lässt dabei auch den FC Bayern nochmal straucheln. Pokalfinalgegner RB Leipzig spürt nach der Veröffentlichung eines Shirts zum Endspiel in Berlin die Wut der Fans. Serge Gnabry will „zu einem Mann reifen, über den man gut spricht“ - dafür hat er auch schon Pläne gemacht.

mg

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