Freigängerhaus bei Andechs

Hoeneß: Von der Luxuszelle in den Kloster-Knast?

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Uli Hoeneß.

Landsberg am Lech - Noch sitzt Hoeneß in Landsberg – aber wohl nur noch diesen Sommer. Der Ex-Bayern-Boss versucht um jeden Preis zu verhindern, dass er seine Haft bis zum Ende in der JVA aussitzen muss.

Uli Hoeneß (62) ist kein normaler Häftling – er ist abgeschottet vom regulären Knast-Alltag immer noch auf der Krankenstation untergebracht. Auf Zelle 108 – gemeinsam mit Häftling Christian K. (67), der als Dr. Kalaschnikow bekannt wurde. So berichtete ein Insider am Mittwoch exklusiv in der tz!

Noch sitzt Hoeneß in Landsberg – aber wohl nur noch diesen Sommer. Robert F. (Name geändert) weiß, wie es jetzt für Uli Hoeneß weitergeht. Denn klar scheint schon lange: Der Ex-Bayern-Boss versucht um jeden Preis zu verhindern, dass er seine Haft bis zum Ende in der JVA aussitzen muss. Er will schnellstmöglich Freigänger werden. Laut dem Insider wird das bereits im Herbst geschehen!

„Bei Hoeneß steht schon fest, dass er ins Freigängerhaus wechseln kann“, sagt Robert F. „Es ist in Landsberg ein offenes Geheimnis, dass er nach drei Monaten Freigänger werden kann.“ Also wohl schon Anfang September, denn Hoeneß rückte am 2. Juni in die JVA ein.

Tatsächlich lockert die bayerische Justiz den Vollzug in der Regel erst 18 Monate vor Haftende – bei Hoeneß wäre das exakt zwei Jahre nach Haftantritt, also am 2. Juni 2016. Aber nur jedem zwölften Häftling wird überhaupt Freigang gewährt. Alternativ kann das Landgericht die Strafe nach zwei Drittel der Zeit zur Bewährung aussetzen.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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Für Hoeneß liegt das noch weit entfernt. Er wurde zu Haftbeginn zunächst von Ärzten und Psychologen untersucht. Die sogenannte Zugangsphase dauert in der Regel 14 Tage – in persönlichen Gesprächen mit dem Häftling wird dann auch festgelegt, für welche Arbeiten er im Gefängnis tauglich ist. Wichtig: Hat der Häftling berufliche Vorkenntnisse, führt sich ordentlich und besitzt eine gute Arbeitsperspektive, erhöht das seine Chancen auf vollzugslockernde Maßnahmen wie den Freigang. Für Hoeneß heißt das: Er könnte problemlos im Büro angestellt werden – zum Beispiel beim FC Bayern oder in seiner Wurstfabrik. Tagsüber würde er dort seine Arbeit in einem freien Beschäftigungsverhältnis verrichten, abends zum Schlafen wieder einrücken. Und könnte seine Geschäfte teilweise wieder aufnehmen!

„Anfangs hieß es, er kommt nach Spötting, also ins Freigängerhaus direkt nach Landsberg“, sagt der Insider. „Aber ich habe jetzt erfahren, dass Hoeneß nach Rothenfeld bei Andechs verlegt wird.“ Von der Luxuszelle in den Kloster-Knast (siehe unten)? „Die Haft in Rothenfeld ist wie Urlaub auf dem Bauernhof“, sagt Robert F. Wie die Hoeneß-Haft tatsächlich verläuft, entscheidet das Justizministerium. Dort heißt es auf tz-Nachfrage: „Ich bitte um Verständnis, dass wir Fragen, die sich auf die Vollzugsgestaltung in konkreten Einzelfällen beziehen, grundsätzlich weder beantworten noch kommentieren“, sagt Sprecherin Ulrike Roider.

So locker ist das Leben als Knast-Freigänger

Gerhard Gribkowsky.

Laut Landsberg-Insider Robert F. wird Uli Hoeneß (62) schon nach drei Monaten Freigänger. Es ist ein Leben, das Ex-Banker Gerhard Gribkowsky (44) bestens kennt! Das Münchner Landgericht verurteilte den früheren Vorstand der Bayerischen Landesbank Ende Juni 2012 wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft. Schon nach 15 Monaten durfte er die JVA Stadelheim im Oktober 2013 schon wieder verlassen und wurde ins Freigängerhaus am Leonrodplatz verlegt. Dort leben die Gefangenen in Wohngemeinschaften und nutzen eine gemeinsame Küche – nur die Außentüre ist verschlossen. Morgens wird Gribkowsky von einem Fahrer abgeholt, fährt in sein Büro und arbeitet tagsüber für den Baukonzern Strabag. So könnte es Hoeneß auch bald gehen!

Freigängerhaus Rothenfeld

Es sieht aus wie ein Urlaubsdomizil: Eine Schafweide, grüne Wiesen und Laubbäume umgeben das Freigängerhaus Rothenfeld, einem Ortsteil von Andechs – die Außenstelle der JVA Landsberg ist idyllisch gelegen im Fünf-Seen-Land (siehe Karte), rundherum sind Feld- und Wanderwege. Ein Blick wie auf das Kloster Andechs! Wie ein Knast sieht das Gebäude eher nicht aus. Stacheldraht? Gibt es hier nicht. Auch keine hohen Mauern. Dafür ein ertragreiches Gemüsebeet im Anstaltsgarten – hier könnte Uli Hoeneß seine Arbeit verrichten. Laut Justizministerium verfügt Rothenfeld über 101 Haftplätze im offenen Vollzug.

Andreas Thieme

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