Keiner geht auf Distanz

FCB-Aufsichtsrat will Uli-Hoeneß-Urteil abwarten

+
Audi-Chef Rupert Stadler.

München - Anfang Mai 2013 hatte Uli Hoeneß angeboten, sein Amt als Aufsichtsratschef des FC Bayern bis zur Klärung der Vorwürfe in der Steueraffäre ruhen zu lassen. Das Gremium lehnte ab. Auch jetzt geht zumindest öffentlich noch keiner auf Distanz zum Bayern-Präsidenten.

Der prominent besetzte Aufsichtsrat des FC Bayern München will trotz der neuen Enthüllungen im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß vor einem Urteil keine Entscheidungen in der Causa treffen. Auch einen Tag nach dem spektakulären Geständnis des Aufsichtsratschefs, insgesamt 18,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben und damit 15 Millionen mehr als angenommen, wollte sich zumindest öffentlich kein Vertreter des Gremiums zur Zukunft von Hoeneß äußern.

Das Gerichtsverfahren gegen den Präsidenten des FC Bayern laufe noch, sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Der Prozess beleuchte einen „komplexen Sachverhalt“ und bedürfe einer „letztinstanzlichen Entscheidung“, sagte der Konzernchef am Dienstag in Ingolstadt auf der Bilanzpressekonferenz der VW-Tochter. Der Manager ist im Aufsichtsrat der Bayern Hoeneß' Stellvertreter.

Uli-Hoeneß-Prozess: Live-Ticker am Tag nach dem Urteil

Ein VW-Konzernsprecher verwies auf die Stellungnahme des Aufsichtsrates vom November vergangenen Jahres. Diese Erklärung habe weiterhin Gültigkeit. „Dem haben wir nichts hinzuzufügen“, sagte er. Das Kontrollgremium hatte Anfang November 2013 erklärt, dass Hoeneß sein Amt als Aufsichtsratschef weiter ausüben solle.

Die Stellungnahme stützte sich auf die Ergebnisse eines juristischen Gutachtens, wonach es im Ermessen eines Aufsichtsrates liege, Hoeneß' Verdienste rund um den Fußball und zum Wohle des Clubs unabhängig von strafrechtlichen Ermittlungen zu bewerten.

Aufsichtsrat-Mitglieder wollen sich nicht zum Fall Uli Hoeneß äußern

Adidas-Sprecher Jan Runau erklärte: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns aktuell nicht zum Verfahren Uli Hoeneß äußern“. Ähnlich kommentierte ein Telekom-Sprecher den Stand der Dinge: „Zum jetzigen Zeitpunkt“ könne er „nur auf die Erklärung des FCB-Aufsichtsrates im Vorfeld des Prozesses verweisen“, teilte er mit.

Im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzen neben dem Vorsitzenden Hoeneß die Konzernchefs Stadler, Herbert Hainer (Adidas), Timotheus Höttges (Telekom) und Martin Winterkorn (VW) sowie Bayern-Vize Karl Hopfner, Helmut Markwort (Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Focus“), Dieter Rampl (ehemaliger Verwaltungsratsvorsitzender der UniCredit Group) sowie der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Uli Hoeneß: Das schreibt die Presse zum ersten Prozess-Tag

Uli Hoeneß Prozess
sueddeutsche.de: "Desaster im Champions-League-Format" © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
faz: "Mein Fehlverhalten bedaure ich zutiefst" © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
spiegel-online.de: Steuerprozess: Hoeneß gesteht Steuerhinterziehung von 18,5 Millionen Euro © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
tz.de: Uli Hoeneß: Sein reumütiger Auftritt vor Gericht © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
merkur-online.de: Alles schlimmer als gedacht © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
abendzeitung-muenchen.de: Fall Hoeneß: Der 18-Millionen-Hammer  © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
sportbild.de: Hoeneß unter Druck: "Erzählen sie keinen vom Pferd" © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
Berliner Zeitung: "Ich bin aber kein Sozialschmarotzer" © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
bild.de: Kommt Hoeneß jetzt noch ohne Knast davon? © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
taz.de: Sein schwerstes Spiel © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
bernerzeitung.ch: Hoeness: Es begann in Lanzerheide © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
blick.ch: Hoeness verzockte an einem Tag 18 Millionen! © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
nzz.ch: Steuersünder Hoeneß gesteht vor Gerich © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
thetimes.co.uk: Bayern Münchens Uli Hoeneß gesteht Steuerhinterziehung © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
tagesanzeiger.ch: "Es läuft nicht gut für Uli Hoeness" © Screenshot
Uli Hoeneß Prozess
lefigaro.fr: Bayern-München-Chef räumt riesigen Steuerbetrug ein © Screenshot

Der CSU-Politiker hatte am Tag vor dem Prozessauftakt das Vorgehen des Aufsichtsrats verteidigt. Das Gremium habe in erster Linie die Interessen des Vereins zu würdigen. „90 Prozent der Mitglieder und 92 Prozent der Fans wollen den Uli Hoeneß behalten“, sagte Stoiber. „Da kann man nicht so ohne weiteres als Aufsichtsrat, so lange noch nichts entschieden ist, einfach jetzt Konsequenzen ziehen, die zum Schluss gar nicht gezogen hätten werden können, und dann ist der Schaden viel größer für den Verein“, hatte Stoiber am Sonntag in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ noch vor dem ersten Prozesstag gesagt.

Hoeneß-Prozess: So äußern sich Kroos und Müller

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Zeichen auf Abschied? Bayern soll Thiago Freigabe für Wechsel erteilt haben
Zeichen auf Abschied? Bayern soll Thiago Freigabe für Wechsel erteilt haben
So drückt der FC Bayern seinem Star im WM-Finale die Daumen
So drückt der FC Bayern seinem Star im WM-Finale die Daumen
Kommt HSV-Talent Arp sofort zum FC Bayern? Entscheidung soll kurz bevorstehen
Kommt HSV-Talent Arp sofort zum FC Bayern? Entscheidung soll kurz bevorstehen
Live-Ticker: Kleine Bayern siegen auswärts - Wriedt trifft doppelt 
Live-Ticker: Kleine Bayern siegen auswärts - Wriedt trifft doppelt 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.