Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund

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Gericht ist "auf alles vorbereitet"

Polster-Stuhl für Hoeneß: So läuft der Prozess

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Fotografen im Gerichtssaal.

München - Am Montag beginnt der Prozess wegen Steuerhinterziehung gegen Uli Hoeneß. Schon bei der Besichtigung des Gerichtssaals, in dem sich der Bayern-Präsident verantworten muss, herrscht ein Riesenrummel.

Der Platz für den Angeklagten Uli Hoeneß ist gerichtet. Ein schlichter, schwarzgepolsterter Drehstuhl wird für den Präsidenten des FC Bayern von Montag an im altehrwürdigen Münchner Justizpalast zur Anklagebank. Schon am Freitag gab es einen Vorgeschmack auf den Rummel, der während des Verfahrens um den prominenten Steuersünder herrschen wird: Zahlreiche Übertragungswagen der großen Fernsehsender und rund 100 Medienvertreter nahmen schon an einer ersten Begehung des Gerichtssaals teil.

„Wir sind auf alles vorbereitet“, versicherte Gerichtssprecherin Andrea Titz. Anhaltspunkte für öffentliche Kundgebungen vor dem Gericht im Zentrum der bayerischen Landeshauptstadt gebe es keine. Man müsse neben „50, 500 oder 5000“ Reportern aber auch mit Fans und Gegnern des FC Bayern und seines Präsidenten rechnen, sagte Titz.

Umbauten belegen die Prominenz des Prozesses: Mit schwarzen Planen verhängte Bauzäune sollen die Sicherheitskontrollen im neobarocken Palast vor Einblicken schützen. Wasserspender und rund 60 Medien-Arbeitsplätze wurden außerhalb des Verhandlungssaals eingerichtet. Ob das angesichts des zu erwartenden großen Ansturms reicht, wird sich noch weisen. Das größte Problem für die Journalisten sind fehlende Steckdosen im Gerichtssaal.

Um dem Andrang gerecht zu werden, öffnet das Gericht am ersten Verhandlungstag schon um sieben Uhr seine Türen. „22 Justizbeamte werden für die Sicherheit im Gebäude sorgen“, kündigte Titz an. Dazu werden bis zu 150 Polizisten im Einsatz sein. Verhandelt wird von 9.30 Uhr an in einem lichtdurchfluteten Raum im ersten Stock. Ob der 62 Jahre alte Hoeneß zusammen mit seinen Anwälten den pompösen Treppenaufgang zum Saal nimmt oder doch lieber den Hintereingang nutzen wird, ist gerade für die Öffentlichkeit eine spannende Frage.

Hohe Decken, ein heller Parkettboden und große Fenster an der Seite schmücken den schlichten Sitzungssaal 134. Die 49 Pressevertreter dürfen in den ersten drei Reihen sitzen, dahinter rund 50 Zuschauer. Technische Geräte sind im Sitzungssaal nur im Offline-Modus erlaubt.

Wer den Saal außerhalb der Sitzungspausen verlässt, dessen Platzanspruch erlischt. 454 Akkreditierungsgesuche waren beim Gericht eingegangen. Bereits nach 27 Sekunden waren alle 49 Plätze vergeben. Die leer ausgegangenen Reporter könnten sich trotzdem außerhalb des Justizpalastes positionieren.

Was sie nicht sehen werden ist unter anderem die Anklagebank. An modernen, aber schlichten Holztischen wird Hoeneß flankiert von seinen Anwälten sitzen, die ihn vor einer Haftstrafe bewahren sollen. Drei Verteidiger werden für den Steuersünder kämpfen: Markus Gotzens, Dieter Lehner und Promi-Anwalt Hanns W. Feigen, der bereits einige Wirtschaftsbosse vor Gericht vertrat.

Richter Rupert Heindl, Vorsitzender der 5. Wirtschafts- und Steuerstrafkammer des Landgerichts München II., wird auf einem stufenhohen Podest Hoeneß und die vier geladenen Zeugen verhören. Gleich am Montag sollen drei Steuerfahnder aussagen. „Das kann sich dann schon bis in den späten Nachmittag ziehen“, sagte Titz. Ein Urteil könnte Heindl - von einigen Medien als „Knallhart-Richter“ betitelt - bereits am Donnerstag verkünden. Die Kernfrage wird sein, ob die Selbstanzeige von Hoeneß, die er Anfang 2013 beim Finanzamt einreichte, vom Gericht ganz oder wenigstens teilweise anerkannt wird.

Über das Strafmaß wird eifrig spekuliert. Im schlimmsten Fall könnte Hoeneß ins Gefängnis kommen. Thomas Eigenthaler, Bundesvorsitzender der Deutschen Steuergewerkschaft, erwartet eine Freiheitsstrafe: „Nach allem, was man hört, haben wir es mit einem Fall schwerer Steuerhinterziehung zu tun, und dort gilt als Mindestfreiheitsstrafe ein halbes Jahr“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Der FC Bayern bekräftigte drei Tage vor Prozessbeginn noch einmal, dass er auch weiterhin defensiv mit dem Fall Hoeneß umgehen wolle. „Wir werden uns zu dem Thema nicht äußern“, sagte Mediendirektor Markus Hörwick. Wenn, dann sei das Sache des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge oder des Aufsichtsrates. „Uli ist mein Freund“, bekundete Trainer Pep Guardiola am Freitag moralische Unterstützung für den Vereinspatron. Am Vorabend des spektakulären Prozesses wird der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) als Aufsichtsratsmitglied der FC Bayern AG in der Talk-Sendung von Günther Jauch in der ARD auftreten.

Lesen Sie auch auf tz.de: Uli-Hoeneß-Prozess: Ab Montag wird es ernst

dpa

Gerichtssaal für Hoeneß-Prozess: Bilder

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