Eberls Verbindung an den Tegernsee: Wird hier über Bayerns Zukunft verhandelt?
Hartnäckig entfaltet sich das Gerücht um Max Eberl und den FC Bayern. Der Tegernsee südlich von München könnte zu einem wichtigen Faktor werden. Auch wegen Uli Hoeneß.
München - Den schmalen Schotterweg die Valepp entlang ins gleichnamige Tal am Tegernsee kennt Max Eberl bestens. Bergaufwärts, den kleinen Bergbach entlang, fuhr der 49-jährige Niederbayer gerne mit dem Mountainbike, als er noch Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach war.
Max Eberl: Bayern-Kandidat kennt sich am Tegernsee bestens aus
Er legte den Weg zurück, um zum Sportgelände des FC Rottach-Egern zu gelangen, das mitten in die tiefgrünen bayerischen Voralpen eingebettet ist. Hier trainierten die Gladbacher Jahr für Jahr in der Sommervorbereitung, absolvierten unter anderem ein Testspiel gegen den TSV 1860 München, den Stadtrivalen des FC Bayern.
Die Spieler durften sogar auf das Rottacher Waldfest, ein großes traditionelles bayerisches Fest an der Gebirgsschützenhütte. Mehrere der damaligen Gladbacher Profis wurden zweifelsfrei an der langen Holz-Bar identifiziert. Und das im Hoheitsgebiet der Bayern.

Bei eben jenem deutschen Bundesliga-Rekordmeister wurde Eberl einst fußballerisch ausgebildet. In den 1970er und 1980er Jahren war das. Den Durchbruch bei den Profis schaffte er nicht in München, weswegen er sein Glück beim VfL Bochum und eben in Gladbach versuchte. Am Tegernsee könnte sich nun der Kreis schließen. Und die Zukunft der Bayern verhandelt werden.
FC Bayern: Münchner suchen nach Trennung von Hasan Salihamidzic neuen Sportvorstand
Schließlich suchen die Münchner nach der Trennung von Hasan Salihamidzic einen Nachfolger als Sportvorstand. Unter anderem die Sport Bild berichtet, dass dieser Mann Eberl sein könnte, der aktuell Geschäftsführer Sport von DFB-Pokalsieger RB Leipzig ist. Laut dem Fachmagazin beharren die Sachsen darauf, dass Eberl für sie zumindest die aktuelle Transferperiode beenden soll. Doch dann könnte neu verhandelt werden.
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Ins Bild passt, dass FCB-Präsident Herbert Hainer Hainer im Interview mit demselben Blatt erklärte: „Bei der Suche nach einem Sportvorstand haben wir uns vorgenommen: Qualität vor Geschwindigkeit. Natürlich hätten wir ihn gerne so schnell wie möglich, aber wenn es ein paar Monate oder bis Weihnachten dauert, wirft es uns nicht aus der Bahn. Wir können die Situation gut überbrücken.“ Passend dazu erklärte Vereinspatron Uli Hoeneß der Süddeutschen Zeitung: „Es gibt für uns viele Optionen. Idealerweise haben wir den neuen Mann bis zum Beginn der neuen Saison gefunden. Wenn es aber zum Beispiel bis Weihnachten dauert, dann ist es eben so.“

Markant: Erst im Dezember 2022 trat Eberl seinen Job in Leipzig an, nachdem sein Vertrag in Gladbach aufgelöst worden war, weil der einstige Bundesliga-Spieler öffentlich von Erschöpfungssymptomen berichtet hatte. Wohin führt ihn sein künftiger Weg? Dorthin, wo er eigenen Aussagen nach immer hinwollte? Nach München? „Ich habe es mir erlauben können, mir am Tegernsee eine Immobilie zu organisieren. Ich werde auf jeden Fall irgendwann in den Süden gehen. Aber das erst mal nur privat“, hatte er im April 2020 bei Sport1 gesagt.
Max Eberl: Leipzig-Geschäftsführer hat enge Verbindung zu München
Und was denkt er heute? Bei Sky sagte Eberl am Wochenende: „Es gibt den Fakt, dass ich in München groß geworden bin und Bayern München mein Jugendverein ist, dass meine Eltern in München leben und ich eine große Beziehung zu München habe. Aber es gibt auch den Fakt, dass ich in Leipzig Vertrag habe. Dass ich gerade meine Transferperiode plane, dass ich Verlängerungen plane. Das sind die Fakten, an denen ich mich festhalte.“
Dem SID erklärte er parallel: „Es gab kein Treffen mit Bayern München. Dass ich mit Uli Hoeneß immer mal wieder Kontakt habe, ist bekannt. Aber wir haben nie über diese Thematik gesprochen.“
FC Bayern: Vereinspatron Uli Hoeneß lebt am Tegernsee
Schließt sich hier der Kreis? Hoeneß wohnt seit vielen Jahren am Tegernsee, genauer gesagt im idyllischen Bad Wiessee am Ostufer. Zur Weihnachtszeit ist der riesige beleuchtete Weihnachtsbaum in seinem Garten ein Hingucker.
Auf eben jenem Anwesen trifft sich der 71-jährige Schwabe gerne mit Vertrauten. Zum Beispiel gab er dort einst der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Interview mit Hainer, als sein enger Freund noch nicht bei den Bayern selbst, sondern bei Bayern-Großaktionär Adidas war.

Kommt es hier jetzt zu einem weiteren Treffen unter Freunden? Im Frühjahr hatte Eberl Sport1 über Hoeneß gesagt: „Er ist für mich ein Vorbild. Er ist für mich auch ein Mentor. Das muss ich ganz offen sagen. Ein Mentor deshalb: Als ich meine Tätigkeit als Sportdirektor in Gladbach begann und zum Teil angefeindet wurde, habe ich ihn um Rat gefragt. Da war er ein sehr netter, großer Ansprechpartner, der mir richtig geholfen hat. Deshalb kann ich von Uli Hoeneß nur in den höchsten Tönen sprechen.“ Arbeiten sie bald zusammen?
Tegernsee: FC Bayern absolviert in Rottach-Egern sein Trainingslager
Auf der gegenüberliegenden Seeseite, auf dem Sportgelände des FC Rottach-Egern, werden die Bayern jedenfalls zwischen dem 15. und dem 20. Juli mit einem Trainingslager in die Sommervorbereitung starten. Dort, wohin der Schotterweg führt, den Eberl mit seinem Moutainbike schon zigmal gefahren ist. (pm)