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Hier liegt er daneben

Uli Hoeneß über Mesut Özil: Der Faktencheck zur Knallhart-Kritik

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Uli Hoeneß (rechts) attackiert Mesut Özil nach dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Uli Hoeneß kritisiert Mesut Özil als zu schwach für die Nationalmannschaft. Die tz macht den Faktencheck: Hier liegt Hoeneß mit seiner Kritik daneben.

München - Uli Hoeneß sagte über Özils Rücktritt aus dem DFB-Team: „Für mich ist Mesut Özil seit vielen Jahren ein Alibi-Kicker gewesen, der der deutschen Mannschaft überhaupt nicht geholfen hat. Der hat doch einen Dreck gespielt, einen Dreck seit vielen Jahren “ Rumms! Mit dem Blick auf die nackten Zahlen lassen sich Hoeneß’ Worte allerdings nicht untermauern. Özil bereitete seit seinem DFB-Debüt 2009 mehr Tore vor als jeder andere Spieler, nämlich 33.

Zudem absolvierte der offensive Mittelfeldmann in den letzten drei Spielzeiten 124 Pflichtspiele für den FC Arsenal. Dabei erzielte der gebürtige Gelsenkirchener 25 Treffer und legte 48 Tore auf. Im März 2018 brach er Eric Cantonas Rekord: Özil erreichte schneller als jeder andere Premier-League-Spieler die Marke von 50 Assists.

Hoeneß‘ Vorwurf an Özil mit den verlorenen Zweikämpfen

Eine weitere Breitseite von Hoeneß: „Ich finde, er sollte sich mal selbst hinterfragen, wann er den letzten Zweikampf gewonnen hat. Das ist Jahre her.“ Stimmt so nicht. Beim dritten WM-Gruppenspiel gegen Südkorea gewann Özil 62,5 Prozent seiner Zweikämpfe – kein herausragender Wert. Aber einer, mit dem sich der 29-Jährige nicht hinter seinen Teamkollegen verstecken muss. Auch Özils Zweikampfwerte in der harten englischen Liga lagen während der vergangenen drei Spielzeiten immer bei mindestens 65 Prozent.

Der dritte Vorwurf des FCB-Präsidenten: „Schon bei der WM 2014 war Mesut Özil ein reiner Mitläufer und kurz davor, rauszufliegen. Die anderen haben ihn schön durch’s Endspiel gezogen. Ich spreche von der sportlichen Leistung von Herrn Özil und die ist schon seit vielen Jahren nicht mehr genügend für eine Leistungsgesellschaft.“ Beim Turnier in Brasilien urteilte Joachim Löw allerdings ganz anders, stellte Özil in allen sieben Partien auf (1 Tor/1 Vorlage) – und Deutschland wurde Weltmeister.

Hängende Schultern - Özil wirkte oft teilnahmslos

Mit Fakten sind die Hoeneß-Aussagen also nicht zu belegen, im Gegenteil. Was sich Özil während seiner gesamten DFB-Karriere oft vorwerfen lassen musste, war die zumindest missverständliche Körpersprache. Der 29-Jährige stand oft mit hängenden Schultern auf dem Rasen, wirkte bisweilen teilnahmslos. Möglich, dass Hoeneß seinen Angriff darauf bezieht – zumindest unterschwellig schwingt diese Note mit.

Schwierig ist auch folgendes Hoeneß-Zitat: „Die ganze Entwicklung in unserem Land ist eine Katastrophe. Dass man sich nicht mal auf das reduziert, was es ist: Sport!“ In Sachen Özil geht es schon lange nicht mehr nur um Fußball. Das hätte Hoeneß erkennen müssen. Politiker aus allen Richtungen melden sich zu Wort, rechte Parteien bringen das deutsche WM-Aus in Zusammenhang mit Özils Erdogan-Foto. Die Grenzen des Sports sind lange überschritten.

Mesut Özil sollte in der Erdogate-Affäre nicht zu gut wegkommen, klar. Kritiker wie Hoeneß sorgen aber für eine extreme Spaltung der Gesellschaft. Entgegen seiner Ankündigung in der Sport Bild vergangenen Mittwoch, keine Schlagzeilen mehr liefern zu wollen, schlug der FCB-Präsident bei der erst besten Gelegenheit wieder zu. Er hätte besser geschwiegen.

Uli Hoeneß über Mesut Özil: Seine Kritik im Wortlaut

„Ich finde das gut. Das ist für die deutsche Nationalmannschaft prima und zwar nur aus sportlichen Gründen. Weil für mich der Mesut Özil seit vielen Jahren ein Alibi-Kicker gewesen ist, der der deutsche Mannschaft überhaupt nicht geholfen hat. Und deswegen ist es nur konsequent, wenn er jetzt die Konsequenzen zieht. Er macht es vordergründig wegen dieser angeblichen schlechten Behandlung durch den DFB. Aber ich finde, er sollte sich mal selbst hinterfragen, wann er den letzten Zweikampf gewonnen hat. Das ist Jahre her.

Ihr werdet alle manipuliert von diesen Online-Boys. Seine 35 Millionen Follower-Boys, die es natürlich in der wirklichen Welt nicht gibt, kümmern sich drum, dass wenn er bei Arsenal einen Querpass zum Mann spielt, dann hat er schon überragend gespielt und ihr fallt alle drauf rein. Und das ist das ganze Problem. Die ganze Entwicklung in unserem Land ist eine Katastrophe. Dass man sich nicht mal reduziert, auf das, was es ist. Sport! Und sportlich hat er schon lange nichts mehr in der Nationalmannschaft verloren. Deswegen finde ich’s prima und für den Neuanfang wunderbar, dass er jetzt endlich aufhört. Uli Hoeneß: „Wann ist der Özil das letzte Mal am Gegner vorbeigekommen?“

Schon bei der WM 2014 war er ein reiner Mitläufer und war kurz davor, rauszufliegen. Die anderen haben ihn schön durch’s Endspiel gezogen. Ich spreche von der sportlichen Leistung von Herrn Özil und die ist schon seit vielen Jahren nicht mehr genügend für eine Leistungsgesellschaft. Denn der neue Fußball heißt, Zweikämpfe gewinnen, am Gegner vorbeikommen. Wann ist der Özil das letzte Mal am Gegner vorbeigekommen? Da gibt’s mehrere, aber er ist der Erste.

Es ist noch keiner auf die Idee gekommen, den mal sportlich zu hinterfragen. Der hat sich jetzt schön hinter der ganzen Erdogan-Geschichte verstecken können. Das ist doch die ganze Sauerei. Der hat doch einen Dreck gespielt, einen Dreck seit vielen Jahren. Und jetzt ist der Grindel und der Löw und der Bierhoff schuld.“

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Und: Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück - Rassismus-Vorwürfe gegen DFB-Spitze

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