Bayern-Präsident wortkarg beim Thema Lewandowski

Hoeneß überglücklich mit Kovac: „Die Schlaumeier wollten uns Tuchel einreden“ 

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Uli Hoeneß.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist dank Niko Kovac „der glücklichste Mensch der Welt“. Beim Thema Lewandowski jedoch wird er schmallippig.

München - Es passiert nicht alle Tage, dass jemand den Bayern absagt: Das „Tuchel-Beben“ war lange das große Thema im deutschen Profifußball. Nach dem Nein von „Wunschkandidat“ Thomas Tuchel an Rekordmeister FC Bayern sparten viele nicht mit Hohn und Spott für die Münchner, die nach dem Ruhestand von Jupp Heynckes lange ohne künftigen Übungsleiter dastanden. Monatelang rätselten die Fußballfans, wer die B-Lösung wird. Präsident Uli Hoeneß gewährte in einem Interview mit der AZ Einblicke auf seine Sicht auf die Debatte.

„Ich muss ganz ehrlich sagen: Allen Unkenrufen und Schlaumeiern zum Trotz, die uns einen Thomas Tuchel oder wen auch immer als Wunschtrainer einreden wollten: Ich bin mit der Entscheidung des FC Bayern München, Niko Kovac als neuen Trainer zu haben, der glücklichste Mensch der Welt. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit ihm einen Trainer haben, mit dem wir sehr viel Spaß haben werden.“

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Kovac‘ Pokalsieg: „Glückliche Fügung“

Hoeneß ist offenbar heilfroh, nun bald den ehemaligen Trainer von Eintracht Frankfurt als Bayern-Coach zu sehen. Und in vielerlei Gesichtspunkten ergibt das Sinn: Kovac hat Stallgeruch, kennt die Roten noch aus seiner Zeit als Spieler dort. Er ist mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf Du und Du. Kovac gilt als umgänglich, Tuchel als unnahbar. Außerdem kommt Kovac mit reichlich Rückenwind aus dem DFB-Pokal-Finale. Tuchel dagegen hat eine BVB-Vergangenheit und hat eine längere Schaffenspause hinter sich. All das spricht für Kovac - besonders der Triumph von Berlin, der den Start für Kovac in München sehr viel einfacher machen dürfte. Hoeneß: „Das war vermutlich eine glückliche Fügung für alle, leider sehr zum Leidwesen auch unserer Fans.“

In der spielfreien Zeit zwischen den Bundesliga-Saisons gibt es für Hoeneß übrigens eine klare Rangordnung, was sein sportliches Interesse angeht: Basketball kommt klar vor der Fußball-WM. „Wenn wir da noch in den Playoffs spielen, ist der Uli Hoeneß ganz sicher beim entscheidenden Spiel im Audi Dome. Da kann bei der Fußball-WM spielen, wer mag, auch Brasilien gegen Deutschland – ich werde trotzdem beim Basketball sein“, sagte der 66-Jährige.

Hoeneß lobt Löw - doch er war nie Kandidat

Der Ex-Nationalspieler traut der DFB-Elf einiges zu: „Deutschland gehört sicher wieder zu den drei, vier Teams, die in der Lage sind, die WM zu gewinnen“, so Hoeneß, der viel Lob für Jogi Löw übrig hat - auch wenn es zum DFB-Coach nie Kontakt gegeben habe wegen des Trainerpostens: „Wir haben nur über die Trainer nachgedacht, die zu haben waren. Deshalb war er nicht in der Diskussion, weil er ja einen Vertrag hat.“

Löw habe „überragenden Anteil an den großen Erfolgen der Nationalmannschaft, durch seine ruhige, seine menschliche Art, mit den Jungs umzugehen. Das gefällt mir schon sehr, wie er das macht. Und das ist auch sein Geheimnis, dass er so erfolgreich ist.“

Uli Hoeneß (l.) und Joachim Löw.

Hoeneß erinnert Löws Arbeit an seine eigene Zeit bei der Nationalelf: „Es ist wie damals bei Helmut Schön: Wir sind in unserer aktiven Zeit auch immer gerne zur Nationalmannschaft gereist. Da war die Hektik der Bundesliga und des Europapokals im Verein – und dann bist du am Sonntag zur Nationalmannschaft in die Sportschule Grünwald gefahren. Dort haben wir erst mal eine Tasse Kaffee getrunken und dann noch ein bisschen im Kreis gespielt. Das war richtig schön. So ist es, im übertragenen Sinne, offenbar auch bei Jogi Löw: dass die Spieler gerne dorthin gehen, weil sie sich wohl fühlen. Wenn man nach einer schwierigen Saison noch mal fünf, sechs Wochen ins Trainingslager geht, musst du schon eine gute Atmosphäre schaffen, und das scheint ihm zu gelingen.“

Hoeneß über Lewandowski: „Dazu gibt es nichts zu sagen“

Der Bayern-Präsident will den Anteil seines Klubs an einem möglichen erneuten WM-Titel in den Vordergrund: „Ohne die Spieler des FC Bayern wird man nicht Weltmeister. Sie werden entscheidend dazu beitragen, wenn man Erfolg haben will.“

Weit weniger Worte findet Hoeneß jedoch auf die Nachfrage, ob auch Robert Lewandowski den WM-Sommer prägen könnte: „Dazu gibt es nichts zu sagen.“

cg

Klinsi über den neuen Trainer der Bayern:

Update vom 2. Juli: Trainingsauftakt mit Niko Kovac

Nun hat Niko Kovac hat bei einer Pressekonferenz des FC Bayern erklärt, mit welcher Taktik er in die Saison gehen will und was er über verschiedene Spieler denkt. Auch das Aufbauprogramm für die gescheiterten deutschen Nationalspieler war ein Thema.

Update vom 30. Juli: Interview bei USA-Reise

Im Interview mit der Zeitschrift Kicker hat Niko Kovac verraten, wie er die Rolle des Trainers im Fußball sieht und was er beim FC Bayern vorhat.

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