In den nächsten Tagen im Knast?

Uli Hoeneß verzichtet auf Freigänger-Antrag

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Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß könnte schon in den nächsten Tagen als Häftling in die JVA Landsberg einrücken.

München - Laut einem Bericht verzichtet Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß auf sofortigen Freigang, wenn er demnächst als Häftling in die JVA Landsberg muss. Das könnte in den nächsten Tagen der Fall sein.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat Hoeneß bislang keinen Antrag darauf gestellt, Freigänger zu werden. Heißt konkret: Der Ex-Bayern-Präsident darf auf keinen Fall sofort wieder aus dem Knast raus.

Update: Uli Hoeneß geht heute in den Knast. Laut Medienberichten tritt er am Montag, 2. Juni, die Haft in der JVA Landsberg an.

Möglicherweise wird er schon in den nächsten Tagen zum Häftling in der JVA Landsberg, denn bis Ende Mai soll Hoeneß seine Strafe wegen Steuerhinterziehung (drei Jahre und sechs Monate) antreten.

Allerdings kann Hoeneß einen Freigänger-Antrag auch noch nach Haftantritt stellen. In Bayern werden Häftlinge in der Regel frühestens 18 Monate vor Ablauf der Haftdauer zu Freigängern.

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen in JVA

Außerdem will die "Bild" erfahren haben, dass vor Hoeneß' Ankunft in der JVA Landsberg umfassende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. So sollen nicht einmal die Beamten wissen, wann der verurteilte Steuersünder einrückt.

Außerdem soll die JVA weiträumig abgesperrt worden sein und zusätzliche Verbotsschilder aufgestellt worden sein. Damit nicht genug der Sicherheitsvorkehrungen: Wie "Bild" weiter berichtet, durchsuchten Wärter sogar Büsche vor dem Knast und einen nahe gelegenen Friedhof.

Außerdem werden die Zellen der Häftlinge noch gründlicher als sonst gefilzt. Insbesondere suchen die Wärter nach Foto-Handys. So soll verhindert werden, dass Bilder, die den Ex-Bayern-Präsidenten im Knast zeigen, nach draußen gelangen. Auch wird die Häftlings-Post genau überprüft.

Nach Informationen des Boulevard-Blattes wurde sogar schon eine eigene Zelle für Hoeneß im sogenannten Gefängnis-Spital eingerichtet. Diese soll so groß sein wie eine Vier-Mann-Zelle und über warmes Wasser verfügen.

Seehofer verteidigt Hoeneß

Unterdessen wird Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zum politischen Verteidiger von Uli Hoeneß. Der Münchner Ex-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte Hoeneß am Wochenende der „blanken Geldgier“ beschuldigt und ihm vorgeworfen, „nicht ein einziges Mal mit Anstand und Gelassenheit“ verloren zu haben.

Nun griff Seehofer seinerseits Ude an. Der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) sagte er: „Ich versteh's einfach nicht und ich bin auch ein Stück weit enttäuscht, wenn ein Politiker, nachdem er nicht mehr in der Verantwortung steht, solche grimmigen und auch in weiten Teilen nicht zutreffenden Bewertungen abgibt.“ Ude hatte nicht nur Hoeneß im „Spiegel“ angegriffen, sondern zuvor auch seinen Münchner Nachfolger Dieter Reiter (SPD) kritisiert.

Rundgang durch Hoeneß-Gefängnis: Bilder

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fro/dpa

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