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Hoeneß: Warum der FC Bayern den Löwen hilft

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Stadionpartner im Gespräch: Bayern-Präsident Uli Hoeneß beim Nockherberg-Anstich mit 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer © sampics

München - Uli Hoeneß spricht Klartext! Der Bayern-Präsident erklärt, auf welche Weise der Rekordmeister den Löwen helfen würde - und schildert detailliert die Beweggründe.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat’s nicht leicht in diesen Tagen. Auf der einen Seite bangt er um die Rettung des Arena-Mieters 1860, andererseits ist er genau deshalb im Begriff, den Zorn diverser Ultra-Fans des FC Bayern auf sich zu ziehen.

Mit der tz sprach Hoeneß am Rande einer Podiumsdiskussion in Düsseldorf über die Löwen-Hilfssaktion. Hoeneß über…

…die Chancen der Löwen-Rettung: Es sind alle Weichen gestellt, aber Sechzig muss Geld ranschaffen. Entweder Eigenkapital, oder gewisse Gläubiger müssen total auf Geld verzichten, und zwar total! Und das in so kurzer Zeit – ich weiß nicht, ob das funktioniert.

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Die Hilfe des FC Bayern: Wir sind nicht bereit, 1860 Geld zu geben, in Form einer Beteiligung oder dass wir Geld schenken. Wir können stunden, wir sind auch bereit weiter zu stunden, auch die bestehenden Verbindlichkeiten in die Zukunft zu transferieren zu günstigsten Konditionen. Aber wir können denen doch nicht Geld hinten reinstecken. Da würden unsere Fans total durchdrehen. Das ist ja der Tanz auf der Rasierklinge, den wir im Moment haben.

…die Gründe der Bayern-Hilfe: Wir helfen aus zwei Gründen: Natürlich ist 1860 ein Partner in der Allianz Arena. Die wurde ja für zwei gebaut, auch wenn wir das alleine betreiben könnten. Aber wir hätten zwei bis drei Millionen Euro weniger Mieteinnahmen pro Jahr. Wir haben viele Logen in der Allianz Arena, die haben wir für fünf Jahre vermietet, davon ist erst ein Jahr vorbei. Also die Logenmieter – ich zahle rund 150 000 Euro für meine – haben die Loge für 40 Spiele pro Jahr gemietet. Und wenn 1860 insolvent geht, haben wir nur noch 20 Spiele. Was macht dann Mercedes Benz oder Credit Suisse, oder die Stadtsparkasse München? Das könnte auch 2,3 Millionen kosten. Die Allianz zahlt sechs Millionen für die Namensgebung, dann würden die auch weniger zahlen müssen, wenn 1860 nicht mehr drin spielt. Da gibt es viele Fragen für den Fall der Insolvenz. Also würde mich schon aus wirtschaftlichen Gründen interessieren, dass 1860 am Leben bleibt. Zweitens, das ist meine ganz private Meinung, und ich stehe da im Kreuzfeuer bei einigen Fans: Ich bin nicht der Meinung, dass die Stadt München nicht zwei Vereine in der Bundesliga haben kann. 1860 ist ein Traditionsverein und wenn man mit relativ geringen Mitteln dazu beitragen kann, dass die überleben, dann kann ein großer Verein wie Bayern München das tun. Ich bin der Meinung, Bayern schadet es nicht, wenn 1860 in der Allianz Arena spielt.

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…eine drohende Spaltung der Bayern-Fangruppen: Viele Teile unserer Fans, unsere Ultras, wollen, dass 1860 kaputt geht. Und zwar ganz kaputt! Ich bin nicht dieser Meinung, deswegen werden wir da noch einige Diskussionen haben. Ich finde, dass wir eine sehr ausgewogene Haltung zu diesem Thema eingenommen haben. Wer mich kennt, weiß, dass ich alles tue, um Bayern zu schützen, ohne anderen zu schaden. Wer das nicht versteht, dem kann ich auch nicht helfen. Irgendwo kommt der Punkt, wo du als Führungskraft entscheiden musst. Und ich glaube nicht, dass es dem FC Bayern gut ansteht, 1860 in die Insolvenz zu treiben – was die („Club Nr. 12“, d. Red.) ja wollen.

Aufgezeichnet jj

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