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Der Real-Experte spricht

Uli Stielike im Interview: „Auf Real ist kein Verlass!“

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Uli Stielike trainierte auch einmal das DFB-Team - als Co-Trainer von Erich Ribbeck.

Er gewann als Spieler viele Titel mit den Königlichen. Was Uli Stielike über den CL-Kracher Bayern gegen Real denkt, verrät er im Interview.

Madrid - Der spanische Journalist Tomás Roncero schreibt in seiner Kolumne für die Sportzeitung As: „Weder Netzer, noch Breitner haben es in die Herzen der Real-Fans geschafft, Uli Stielike dagegen schon!“ Allein diese Zeilen zeigen, was für einen Status der 63 Jahre alte Europameister von 1980 nach 308 Partien, 50 Treffern, drei Meistertiteln, zwei Pokaltriumphen und einem UEFA-Cup-Sieg bei den Königlichen genießt. Heute lebt der Ex-Gladbacher in China, wo er den Erstligisten Tianjin Teda betreut, kommendes Jahr will Stielike gemeinsam mit seiner Frau nach Spanien zurückkehren. Was der Panzer, wie er in Madrid getauft wurde, über Bayern gegen Real denkt, verrät er im Interview.

Herr Stielike, die Bayern treffen wieder einmal auf Real. Was denken Sie über den Kracher?

Uli Stielike: Erst mal finde ich es schade, dass beide Mannschaften im Halbfinale aufeinandertreffen. Es wäre ein fantastisches Finale gewesen, das jeden in seinen Bann gezogen hätte. Leider ist es aber noch nie dazu gekommen.

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Welche Mannschaft hat die Nase vorn?

Stielike: Die Bayern sind ohne Zweifel stabiler. Sie sind bereits Meister geworden, haben gegen Leverkusen sechs Tore erzielt und bleiben die Topmannschaft der Bundesliga. Bislang ist die Saison der Münchner beeindruckend.

Und Real?

Stielike: Zeigt viele Höhen und Tiefen, gerade in La Liga. Bei so vielen Schwankungen weiß man nie so wirklich, was im nächsten Spiel ist. Und genau das ist das Problem: Auf Real ist aktuell kein Verlass.

„Bayern ist das deutsche Real“

Haben Sie sich über die Rückkehr von Jupp Heynckes gefreut?

Stielike: Dass er mit 72 Jahren noch mal angreift, war eine Überraschung. Aber er hat von Anfang an klargestellt, dass er es aufgrund seiner Sympathie für den Klub und für Leute wie Uli Hoeneß getan hatte. Dieses Wort hat er gehalten und jüngst den Platz für Niko Kovac frei gemacht.

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Warum klappt das mit Heynckes und den Bayern so gut?

Stielike: Weil er sich vom ganzen Drumherum nicht anstecken lässt. Bayern ist das deutsche Real – viel Presse, viele Sponsoren und noch mehr Menschen, die im Verein mitmischen wollen. Hinzu kommt, dass der Kader aus 20 Nationalspielern besteht. Das erzeugt eine Menge Druck, Jupp kann aufgrund seiner Erfahrung aber bestens damit umgehen.

So einfach ist das?

Stielike: Ein weiterer Vorteil ist, dass er die spanische Sprache beherrscht. Bei Spielern wie Javi Martínez, Arturo Vidal oder Thiago ist das sehr wichtig. Jupp ist ein aufrichtiger Mann, der seit vielen Jahren verheiratet ist. Auch daran sieht man, wie ausgeglichen er ist. Vereine wie Bayern, Real oder Barcelona brauchen ausgeglichene Trainer.

Kickte von 77’ bis 85’ für die Königlichen: Uli Stielike, hier im Duell mit Lautern und Andi Brehme (li.)

Carlo Ancelotti schien das auch zu sein. Und er konnte ebenfalls Spanisch.

Stielike: Dafür konnte er kein Deutsch – ein großes Handicap! Die Muttersprache ist fundamental, da man als Trainer auch mal zwischen den Zeilen lesen, die Witze und Scherze verstehen muss. Auf der anderen Seite hat Heynckes das Kabinenleben bei Bayern verstanden und lässt Spieler wie Franck Ribéry und Jerome Boateng deswegen wieder spielen.

Wie war Heynckes als Spieler?

Stielike: Er war ein großartiger Stürmer! Ich kenne ihn gut, schließlich haben wir damals zusammen in Gladbach gespielt, wo er jedes Jahr mit Gerd Müller um die Torjägerkanone gekämpft hat. Jupp war beidfüßig, kopfballstark und sehr robust. Er hat stets den direkten Weg zum Tor gesucht.

„Das ist die wahre Kunst eines Trainers“

So wie aktuell auch seine Bayern?

Stielike: Genau! Bayern will immer angreifen und verfügt über die nötigen Spielertypen dafür. Sein wahrer Wert für den Verein zeigt sich aber darin, dass er Stürmer wie Ribéry oder Robben davon überzeugt, dass sie auch bei Ballverlust Aufgaben zu erfüllen haben. Das ist die wahre Kunst eines Trainers.

Gefällt Ihnen das Spiel der Bayern?

Stielike: Ihre Offensivreihe ist unglaublich und steht Reals BBC in nichts nach. Ribérys und Robbens große Tugend ist, dass sie sowohl mit Flanken über außen als auch mit Abschlüssen über innen gefährlich werden können. Hinzu kommt, dass die Bayern wie Real über eine exzellente Bank verfügen. Willst du Titel gewinnen, ist das von fundamentaler Bedeutung.

Ist Real mit Bale, Benzema und Ronaldo (BBC) oder vier Mittelfeldspielern besser?

Stielike: Das kommt ganz und gar auf den Trainer an. Wenn Zinedine Zidane davon überzeugt ist, dass sich seine Spielidee mit Ballbesitz besser umsetzen lässt, dann nur zu mit den vier Akteuren im Zentrum. In München, denke ich, sollte er den Wunsch nach Ballbesitz über Bord werfen.

Also lieber mit der BBC kontern?

Stielike: Erst mal muss Real Bayerns Offensivspiel eindämmen und dann über die Konter kommen, genau. Die Bayern haben gezeigt, dass sie in München nicht warten, sondern nach vorne agieren.

Karim Benzema oder Robert Lewandowski?

Stielike: Persönlich ziehe ich Lewandowski vor. Hier haben die Bayern einen großen Vorteil. Wenn man Benzema aus der Ferne betrachtet, so scheint es, als ob er eine Menge Zuspruch bräuchte. Und wenn die Dinge mal nicht so laufen, fällt es ihm ungemein schwer, dieses Tal zu überwinden.

Sind Lewandowski und Cristiano Ronaldo kompatibel?

Stielike: Die großen Spieler müssen vor allem eines sein: intelligent! Ich erinnere mich an die Mannschaft des VfL Wolfsburg, die 2009 Meister wurde. Sie hatten zwei Mittelstürmer, Grafite und Dzeko, von denen alle meinten, sie können nicht gemeinsam spielen. Nun ja, am Ende der Saison traf der eine 26, der andere 28 mal.

Also ja?

Stielike: Beide sind gut, beide sind seit vielen Jahren im Business und verstehen es, daher sehe ich keinerlei Probleme.

Interview: Marco Ruíz

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