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Tuchel kritisiert Banner-Protest der Schickeria: „Zu plakativ, zu anonym“

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Die diskutablen Banner der aktiven Szene des FC Bayern rufen Thomas Tuchel auf den Plan. Der Trainer spart dabei nicht mit Kritik.

Update, 9. Oktober, 10.56 Uhr: Die während des Heimspiels gegen den SC Freiburg (3:0) ausgerollten Banner der aktiven Fanszene des FC Bayern sorgen für enormen Diskussionsstoff. Trainer Thomas Tuchel kritisierte das „Charakterschweine“-Spruchband scharf.

„Das höre ich zum ersten Mal. Dafür habe ich wenig Verständnis. Das ist haarscharf an der Beleidigung. Das ist zu anonym, zu plakativ“, war Tuchel im Anschluss an die Partie auf der Pressekonferenz nicht gerade begeistert über die Aktion der Münchner Ultragruppe Schickeria.

Sportdirektor Christoph Freund stellte sich im Nachklapp des Spiels ebenfalls den Vorwürfen der organisierten Anhänger. Der Sportdirektor reagierte dabei weitaus weniger aufgeregt als Tuchel.

„Der FC Bayern steht für Werte“, kommentierte Freund die Nichtverpflichtung von Jerome Boateng. „Es war eine besondere Situation, wir hatten vor zehn Tagen keine Innenverteidiger mehr. Im Endeffekt haben wir am Ende gemeinsam entschieden“

Thomas Tuchel äußerte sich zu den Tribünen-Bannern während des Freiburg-Spiels.
Thomas Tuchel äußerte sich zu den Tribünen-Bannern während des Freiburg-Spiels. © Imago/ActionPictures/X

Erstmeldung vom 9. Oktober 2023:

München – Aufgrund der möglichen Verpflichtung von Jerome Boateng kündigten die organisierten Fans des FC Bayern bereits Protest an. Trotz der Absage an den ehemaligen Nationalspieler taten die Anhänger während der Partie gegen den SC Freibug (3:0) ihren Unmut kund. Ziel der Kritik war vor allem Sportdirektor Christoph Freund, dem das Fehlen der festgeschriebenen Vereins-Werte unterstellt wurde.

Christoph Freund
Geboren:2. Juli 1977 (46 Jahre) in Leogang, Österreich
Position:Sportdirektor
Vorherige Station:RB Salzburg (Teammanager, Sportkoordinator und Sportdirektor)

Werte des FC Bayern nur „Marketing“?

Im Rahmen der breit diskutierten möglichen und schlussendlich doch nicht vollzogenen Verpflichtung von Jerome Boateng äußerte sich unter anderem FCB-Sportdirektor Christoph Freund. Seine Aussage, die Entscheidung ob eines Vertrages für Boateng werde nur von sportlichen Gründen abhängen, sorgte für reichlich Kritik. Die Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen den vereinslosen Verteidiger bezeichnete Freund als „private Geschichte“, die „kein großes Thema für uns“ sei.

Darauf nahm nun der Anhang in der Südkurve Bezug. Auf einem Spruchband war zu lesen: „Misogyne Gewalt ist keine Privatsache! Steht zu unseren proklamierten Werten – oder sind Satzung und Awareness doch nur Marketing?“ Starker Tobak, der in erster Linie, aber nicht nur, Christoph Freund gilt. Auch Thomas Tuchel, der sich ähnlich wie der Sportdirektor äußerte, darf sich angesprochen fühlen.

Die Ultras des FC Bayern attackieren die Verantwortlichen im Umgang mit Jerome Boateng.
Die Ultras des FC Bayern attackieren die Verantwortlichen im Umgang mit Jerome Boateng. © Screenshot @mrvn1900/X

Direkter Angriff auf Boateng durch FCB-Fans

Ein weiteres Fan-Banner richtete sich darüber hinaus wohl klar an Boateng. „Kein Platz für Charakterschweine im Verein – weder auf dem Feld noch im Vorstand!“, stand auf einem über die Zaunfahnen gehängten Spruchband.

Beide Botschaften waren in den Stehrängen der Südkurve platziert und sind damit direkt oder dem Dunstkreis der Schickeria München zuzuschreiben. Die Ultra-Gruppierung gilt im ideologischen und politischen Sinne als links und steht damit für einen weltoffenen sowie diskriminierungsfreien Verein ein.

Die Fans des FC Bayern gehen unter anderem Christoph Freund harsch an.
Die Fans des FC Bayern gehen unter anderem Christoph Freund harsch an. © Screenshot @mrvn1900/X und Ulrich Wagner /IMAGO

Fans des FC Bayern bereits häufiger mit klarer Kritik am Verein

Die während des Spiels gegen Freiburg geäußerte Kritik kommt keineswegs überraschend. Zum einen wurde Protest angekündigt und zum anderen traten die Mitglieder der Schickeria München schon des Öfteren mit gesellschafts- und in der Folge vereinskritischen Spruchbändern sowie Choreos in Erscheinung.

So wurde in der Vergangenheit das umstrittene Katar-Sponsoring thematisiert. In Rahmen dessen bekamen auch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge ihr Fett weg. (sch)

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