Ex-Rosenheimer träumt von der Profi-Karriere

Der ungewöhnliche Aufstieg des Raphael Obermair

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Leistungsträger: Raphael Obermair gehört zu den Stützen der Vogel-Elf.

FC Bayern München - Vor einem halben Jahr traf Raphael Obermair in der Bayernliga Süd noch auf Gegner wie den SV Kirchanschöring oder den TSV Bogen. Heute übt der 20-Jährige, der in keinem Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet wurde, immer öfter mit Weltstars wie Arjen Robben oder Thomas Müller.

Als der Anruf aus München kam, musste Raphael Obermair nicht lange überlegen. Der heute 20-Jährige war mit dem TSV 1860 Rosenheim nach einer schweißtreibenden Relegation gerade in die Regionalliga Bayern aufgestiegen. Mit seinen starken Leistungen hatte der Mittelfeldlenker die Verantwortlichen des FC Bayern auf sich aufmerksam gemacht. "Auch in Rosenheim waren die Strukturen bereits sehr gut, quasi halb-professionell. Für den FC Bayern zu spielen, ist aber natürlich nochmal etwas ganz anderes", wird Obermair auf der Homepage des Rekordmeisters zitiert.

Anders als die meisten seiner neuen Mitspieler hat er kein Nachwuchsleistungszentrum eines Profi-Klubs durchlaufen, obwohl er in seiner Jugendzeit durchaus bei namhaften Vereinen vorspielen durfte. "Der Schalter ist bei mir auch erst so richtig mit dem Sprung in den Herrenbereich bei Rosenheim umgelegt", verrät der Mittelfeld-Stratege.

Der Start bei seinem neuen Arbeitgeber verlief denkbar schlecht. Noch in der Saison-Vorbereitung zog sich der 20-Jährige einen Bruch des Schienbeinkopfes zu. "Es war vor allem vom Kopf her schwierig. Ich hatte gehofft, in der Vorbereitung bereits Akzente setzen zu können und so in die Mannschaft zu rutschen", erinnert sich Obermair an seine ersten Wochen beim Rekordmeister zurück.

Die unfreiwillige Pause nutzte der ehemalige Rosenheimer zu einer speziell ausgerichteten Vorbereitung mit Extra-Schichten im athletischen Bereich. Heute zahlt sich dieser Ehrgeiz aus. Fiel Obermair nach seiner Genesung zunächst nur die Jokerrolle zu, stand er in 13 der vergangenen 14 Partien in der Startelf.

Zuletzt durfte der Rosenheimer Aufstiegsheld gar einige Male mit dem Profi-Team üben. Der Respekt vor Stars wie Douglas Costa oder Jeromé Boateng ist groß. "Das ist eine besondere Auszeichnung und natürlich nochmal etwas ganz anderes. Man geht mit sehr viel Respekt an die Sache. Ich versuche in jedem Training alles zu geben und 100 Prozent zu geben", freut sich Obermair über die willkommenen Extra-Schichten.

Mit den Amateuren des FC Bayern liegt Obermair mit 38 Punkten auf Rang zwei. Eigentlich keine schlechte Ausgangsposition, wäre da nicht die SpVgg Unterhaching. "Wir können zufrieden sein, dass wir uns jetzt oben festgesetzt haben. Unterhaching ist in dieser Saison sicherlich eine Übermannschaft, meiner Meinung nach ist der Rückstand von 16 Punkten aber zu groß", fasst der Mittelfeldspieler die bisherige Spielzeit zusammen. Am kommenden Sonntag haben Obermair & Co. die Chance zu beweisen, dass der Unterschied zwischen beiden Teams nicht so gewaltig ist. Dann nämlich steht im Alpenbauer Sportpark das Spitzenspiel gegen die Schromm-Elf an.

Text: Lukas Schierlinger

Quelle: fussball-vorort.de

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