Erst der Katar-Deal - dann die Gedenkstunde

Unglückliche Terminplanung beim FC Bayern

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Der FCB in Doha: Rummenigge, Lotzen und Ribéry.

München/Doha - Der Rubel rollt beim FC Bayern: Der Sponsorendeal mit dem Airport Doha spült jede Menge Kohle in die ohnehin schon gut gefüllten Kassen des Rekordmeisters. Dennoch verlief der Tag der Verkündung des Deals etwas unglücklich.

Es war schon ein wenig paradox, wie sich die Vereinsspitze des FC Bayern am Mittwoch präsentierte. Da stand Karl Hopfner, der Präsident, am Vormittag in der Versöhnungskirche des KZ in Dachau und gedachte der 56 zur NS-Zeit verfolgten Vereinsmitglieder, während ein paar Stunden zuvor der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Persischen Golf einen neuen Sponsorendeal mit dem Airport Doha in Katar verkündete. Einem Land, das es mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt und ein problematisches Verhältnis zum Staat Israel hat. Die Termin­überschneidung darf man getrost als ziemlich unglücklich beschreiben, dabei hatte der Verein doch vor knapp einem Jahr erst extra die Abteilung Public Affairs geschaffen.

Bei den Bayern sah man das Ganze scheinbar aber gar nicht so eng. „Es ist schön, es bringt Geld“, sagte Hopfner über die Kooperation mit dem Airport in Doha, die dem FCB einiges in die Kassen spülen wird. Kolportierte fünf bis sieben Millionen Euro sollen die Münchner künftig pro Jahr von ihrem zehnten Platinpartner kassieren – und das nach tz-Infos bis ins Jahr 2022. „Ich freue mich, mit Doha Airport einen Sponsor aus der Tourismusbranche begrüßen zu dürfen. Diese Partnerschaft ist ein weiterer Schritt in unserer Internationalisierungsstrategie“, ließ sich Rummenigge zitieren. Moralisch ist die Kooperation fragwürdig – aber in Zeiten, in denen die Bundesregierung Waffengeschäfte mit den Kataris macht, die auch bei deutschen Wirtschaftsriesen wie VW als Großaktionäre auftreten, befinden sich die Bayern ja in bester Gesellschaft. „Jeder kann seine eigene Meinung haben“, sagte Hopfner, „ich sehe da kein Problem.“ Denn die Bayern wollen ihrem Partner auch etwas geben. „Teil der Kooperation ist es, dass wir gemeinsam soziale Projekte und den Dialog über gesellschaftspolitisch kritische Themen fördern werden“, so Rummenigge. Das gilt es nun also bald nachzuweisen. 

So reagiert der "Club Nr. 12" auf Bayerns Doha-Vertrag

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