Rekordmeister vor heißem Herbst

Unruhige Zeiten beim FC Bayern: Carlo, jetzt wird’s stürmisch

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Carlo Ancelotti.

Trotz des deutlichen Erfolgs gegen Mainz 05 steht Bayern-Trainer Carlo Ancelotti weiter in der Kritik. Der Italiener geht damit jedoch gelassen um.

München - Es herbstelt. Die Temperaturen rauschen in den Keller, der Wind bläst frisch daher und die ersten Blätter fallen. An sich nichts Eigenartiges im September – dass sich die Lage an der Säbener Straße aktuell aber ähnlich stürmisch darstellt, erstaunt schon. Die Spieler jammern, die Experten auch, und nach Schalke am Dienstag (bei uns im Live-Ticker) und Wolfsburg am Freitag geht es Mitte kommender Woche in der Königsklasse gegen die Pariser Scheichmillionäre. Gut möglich, dass sich der frische Herbstwind, der Carlo Ancelotti umweht, bald zu einem Sturm auswächst.

Den Italiener interessiert das alles aber nur peripher, er will lieber eine Party schmeißen! Die Gästeliste ist lang, der Mister hat sämtliche Kritiker seiner Person eingeladen, um mit ihnen nach der Saison Bilanz zu ziehen. Ganz oben stehen Lothar Matthäus und Stefan Effenberg, die Carletto schon vor einigen Wochen zum gemeinsamen Festmahl bei Pasta und Vino eingeladen hat. Paul Breitner hat ebenfalls eine Reservierung beim Dinner ergattert, und nach Didi Hamann scheint die Runde nun Zuwachs aus Italien zu bekommen: Carlettos Milan-­Mentor Arrigo Sacchi (71) bei Sport1: „Man wird älter und verliert Leidenschaft und absoluten Willen, das ist das Leben. Es sieht so aus, als ob den Bayern Veränderungen guttäten.“

Ancelotti: „Arrigo will doch auch nur auf meine Party“

Und Ancelotti? Nimmt es wie beim Rest seiner Kritiker: mit Humor. „Arrigo will doch auch nur auf meine Party. Langsam bekomme ich es mit der Angst zu tun, es sind ja mittlerweile einige Experten, die kommen wollen. Aber nur keine Angst, ich kann für alle zahlen.“ Es ist seine Art, mit der Kritik umzugehen. Mit Witz, die Botschaft hinter dem Festmahl ist aber eindeutig. „Es stimmt, zuletzt haben wir nicht so gut gespielt“, so der 58 Jahre alte Trainerfuchs am Freitag, aber: Abgerechnet wird eben erst am Ende der Saison.

Eines wollte der Mister aber doch klarstellen. Mit den Aussagen Sacchis, wonach dem Mister die Leidenschaft abhanden gekommen wäre, ist er nicht einverstanden. Carletto dazu: „Ich habe immer noch fantastische Energie. Auch wenn wir mal Probleme haben liebe ich es, Lösungen für meine Mannschaft zu finden.“ Und der Meinung ist letzten Endes auch Sacchi, der im Gespräch mit der tz zurückruderte: „Carlos Kompetenzen sind einzigartig. Er hat dreimal die Champions League gewonnen und hat bei jedem Verein, den er trainiert hat, seine Spuren hinterlassen. Man sollte mehr Geduld mit ihm haben, denn nicht immer ist der Trainer auch der Schuldige.“ Sieht so aus, als wäre bei Ancelottis Dinner wieder ein Platz frei.

José Carlos Menzel López

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