Kritik an der Reise ins Emirat

User über Katar-Trainingslager: "Lobbyisten-Liebling FC Bayern"

+
Laufen in Katar: Schon in den vergangenen fünf Jahren bereitete sich der FC Bayern im Emirat auf die Rückrunde vor.

München - Same procedure as every year! Zur Vorbereitung auf die Rückrunde reist der FC Bayern nach Katar. An dieser Entscheidung zweifeln auch Fans. Andere Anhänger unterstützen die Roten.

Alle Jahre wieder bezieht der FC Bayern sein Winter-Trainingslager in Katar. Im Januar 2016 reist der Rekordmeister bereits zum sechsten Mal seit 2011 ins Emirat. Die Entscheidung zur Rückkehr an den Persischen Golf haben sich die Bosse aber alles andere leicht gemacht.

Erst rund einen Monat vor dem Abflug gaben die Roten das Ziel bekannt. Vorher war auch intensiv über Vorbereitungs-Quartiere in Florida oder Australien nachgedacht worden. Doch aller öffentlicher Kritik aufgrund der Menschenrechtslage in Katar zum Trotz ackern Philipp Lahm, Thomas Müller und Co. auch demnächst wieder in der "Aspire Academy".

"Wir wissen, dass wir in ein Land fahren, in dem die Menschen teilweise eine andere Kultur als in Deutschland pflegen", umreißt Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge den Kern der Kritik gegenüber der Sport Bild: "Aber ein Trainingslager ist keine politische Äußerung."

"Für den FC Bayern gelten andere Regeln"

Pep Guardiola.

Die Fanlager sind da eher gespalten. "Alles nach dem Motto: Augenzu und durch. Wen interessiert schon was neben dem Platz passiert. Schließlich ist sich jeder selbst der nächste", moniert User "Villamedici".

Für "Dr. Frank N. Stein" steht besonders Rummenigge am Pranger: "Für dieses komische Clübchen gelten halt andere Regeln. Und die teuren Gastgeschenke wie Uhren, die der Herr R. von der Säbener Straße aus der, sagen wir mal, Region mitgebracht hat, verpflichten ja auch." Zur Erinnerung: Rummenigge hatte vor zwei Jahren Luxusuhren aus Katar nicht ordnungsgemäß verzollt und ist seither vorbestraft.

Doch zurück zum Thema Menschenrechte. "Furor" würde die Roten in denselben Sack wie die großen Fußball-Verbände stecken. "Ein positives Zeichen zu erwarten, ein Signal nur, wie vermessen sind wir? Mit den Insignien des Sports hat der FCB schon lange nichts mehr zu tun. Er ist Bestandteil der FIFA, der UEFA, des DFB, ein Monopolisten- und Lobbyisten-Liebling", kritisiert der User.

"Für Menschenrechte ist das Land verantwortlich"

Andere Supporter sehen dagegen andere Entscheider in der Pflicht, wenn es um Veränderungen in Katar geht. "Für die Menschenrechte ist an erster Stelle das Land verantwortlich. Und wenn sie die nicht einhalten, dann ist das schlimm. Das muss die Politik ändern und nicht der FCB. Sport und Politik sind zwei unterschiedliche Dinge", unterstützt User "ugh." die Sichtweise von Rummenigge.

David Alaba mit Fans.

Auch "Maria" kann die Angriffe auf den FCB nicht nachvollziehen: "Katar ist der Welt vielleicht was schuldig, und nicht der FCB, wenn er da hin fliegt. Für mich sind diese Debatten sowieso Heuchelei. Man greift sich einen Fußballklub heraus, der soll sich ja so benehmen wie es einigen wohl Recht wäre, aber man schaut nicht, dass die WM da stattfinden wird, und dass eine Handball-WM mit deutscher Beteiligung da auch stattgefunden hat."

Einen Schritt weiter denkt "Schorsch", der nicht an Interventionen der Politik glaubt - aus einem einfachen Grund: "Wenn irgendein Politiker tatsächlich die Menschenrechte in diesen Ländern ändern wollte oder achten würde, dann müsste ein großer Teil der wirtschaftlichen Aktivitäten von Europa eingestellt werden." Schwer vorzustellen.

"Portugal oder Spanien vielleicht besser"

Für einige Fans gibt es aber noch einen stichhaltigeren Grund, warum der FC Bayern Katar künftig meiden sollte. "Man muss sportlich fragen, ob Katar wirklich so gut für uns war und Portugal oder Spanien nicht doch besser wären. Beim ersten Mal 11/12 haben sie den Start der Rückrunde verpennt, letzte Saison auch. So als wenn sie sich erstmal akklimatisieren mussten", erinnert sich User "918".

Auch "toppi" erwartet einen holprigen Start in die zweite Saisonhälfte: "Besser wäre es, sich dort vorzubereiten, wo annähernd die klimatischen Bedingungen herrschen, wie bei uns zu Beginn der Rückrunde. Dann könnten sich die Spieler auch aufs Spiel konzentrieren und sind nicht nur damit beschäftigt, ihr Kältegefühl und ihre Unlust bei diesen Temperaturen zu unterdrücken."

Auch interessant

Meistgelesen

Bayern laut Medienbericht mit Goretzka über Wechsel einig
Bayern laut Medienbericht mit Goretzka über Wechsel einig
Diese fünf Baustellen warten auf den FC Bayern im Sommer
Diese fünf Baustellen warten auf den FC Bayern im Sommer
Erste Spieler-Fotos von neuem Bayern-Heimtrikot aufgetaucht?
Erste Spieler-Fotos von neuem Bayern-Heimtrikot aufgetaucht?
Exklusiv: Geheim-Hochzeit! Neuer im Glück
Exklusiv: Geheim-Hochzeit! Neuer im Glück

Kommentare