Twitter-Shitstorm

Verena Kerth: Peinlicher Auftritt bei Hoeneß-Talk

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Verena Kerth hat am Dienstag in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" zum Thema Uli Hoeneß und Steuermoral gesprochen.

München - Warum war ausgerechnet Verena Kerth eingeladen, als bei Sandra Maischberger wieder zum Thema Uli Hoeneß diskutiert wurde? Im bunten Dirndl sorgte sie für jede Menge unfreiwillige Komik. Auf Twitter kam es prompt zum Shitstorm.

„Danke, Uli Hoeneß! Wird die Steuermoral jetzt besser?“ lautete der Titel der gefühlt 87. Sendung von "Menschen bei Maischberger" in der ARD zum Thema Uli Hoeneß. Geladen waren die üblichen Verdächtigen: Bayerns früherer Finanzminister Erwin Huber (CSU), der Hoeneß zugute hält, dass aktuell die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern in die Höhe schnellt. Kabarettist Ingo Appelt samt "taz"-Chefredakteurin Ines Pohl als linke Uli-Hoeneß-Gegner, die sich über dessen Steuerhinzerziehung sowie seine Kritik an der Presse empören durften. Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche, der bei Steuerhinterziehung langsam einen Überwachungssaat heraufziehen sah. Und der ehemalige Vorsitzende der Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, der anprangerte, wie viel Geld dem Staat durch Steuerhinterziehung durch die Lappen gehe.

Verena Kerth feierte mit FC Bayern

Verena Kerth schaffte es mit ihrem Auftritt bei "Menschen bei Maischberger" in die Liste der auf Twitter am meistdiskutierten Themen.

Optisch stach aus der Runde sofort eine andere Person heraus. Nämlich Radiomoderatorin Verena Kerth von "Radio NRJ", die in einem quietschbunten Faschingsdirndl erschienen war. Die Ex-Freundin von Bayern-Torwart Oliver Kahn wurde von Sandra Maischberger so anmoderiert: "Sie feierte vor zehn Tagen mit dem FC Bayern noch das Meisterspiel und kann sich einen Uli Hoeneß im Knast noch gar nicht vorstellen." Verena Kerth lächelte in die Kamera und schüttelte verständnislos den Kopf. Sie sah fortan ihre Aufgabe darin, den FC Bayern im Allgemeinen und Uli Hoeneß im Besonderen gegen jede Kritik zu verteidigen.

Gleich zu Beginn der Sendung stellte sie klar: "Der FC Bayern ist der beste Verein der Welt, da muss man ja gar nicht groß drumrumreden, ge? Das ist so."

Zum Video der Sendung

Dass der FC Bayern zurecht das DFB-Pokal-Finale gewonnen hatte, begründete sie mit einer Fußballweisheit: "Wer die meisten Tore macht, der geht am Ende als Sieger vom Platz." Na, das ging ja gut los.

Gleichzeitig sah man auf Twitter schon den Shitstorm heraufziehen: Eine Auswahl der ersten Reaktionen während der Sendung:

Künftige Meisterfeiern ohne Uli Hoeneß kann Verena Kerth sich "ehrlich gesagt überhaupt nicht" vorstellen. Bei der letzten Feier, so berichtete sie, habe "ein bisschen Traurigkeit mitgeschwungen". Schließlich sei Uli Hoeneß seit 1970 für jeden Titel beim FC Bayern mitverantwortlich gewesen. "Da hat natürlich etwas gefehlt."

Als Mensch könne sie Uli Hoeneß beurteilen, versicherte Verena Kerth "und ich sehe lieber die Stärken als die Schwächen".

Verena Kerth: "Damals, als ich zum FC Bayern gekommen bin..."

Und dann die sensationelle Aussage: "Weil damals, als ich zum FC Bayern gekommen bin... vor vielen, vielen Jahren... 2003... das war nicht unbedingt 'ne einfache Zeit. Und ein bisschen ein holpriger Start."

Ernsthaft? Als sie zum FC Bayern gekommen ist? Als Linksaußen? Nein, als P1-Bedienung, die sich Torwart Kahn geangelt hatte.

Und sofort poppten zu Verena Kerths sensationeller Aussage auch gleich die Tweets auf. Unter anderem von Günter Klein, seines Zeichens Hoeneß-Biograph und Sportredakteur beim "Münchner Merkur".

Jedenfalls habe Verena Kerth nach ihrem Wechsel zum FC Bayern Uli Hoeneß als unglaublich liebenswürdigen Menschen erlebt. "Dass ein Uli Hoeneß da auf einen zukommt und sagt: 'Wir sind da. Der Verein ist da. Wenn Du Hilfe brauchst, dann sag' Bescheid!' Das empfand ich nicht als selbstverständlich, sondern als menschlich ganz große Geste."

Ungefähr 50 Minuten lang durfte Verena Kerth nichts mehr sagen. Dann wurde nochmals ihre frühere Beziehung zu Olli Kahn thematisiert. Sandra Maischberger sprach eine Steuernachzahlung von Verena Kerth an. Denn: Sie wurde vom Finanzamt zur Kasse gebeten und muss nun Schenkungssteuer nachzahlen. Sie hatte teure Kleider von ihrem Ex geschenkt bekommen. "Steuern und ich sind wie Bügelbrett und Waldmeisterbowle. Ich habe überhaupt nichts mit diesem Thema zu tun. Und ich finde auch, dass man als normaler deutscher Bürger mit diesem Steuer-Gesetz... Das kann man nicht im vollen Umfang verstehen und begreifen.“

Immerhin habe sie die Schenkungssteuer nachbezahlt, versichert Verena Kerth. Wieviel, das verrät sie nicht. Nur: "Es war sehr hoch. Na, es war scho' hoch, ge?" 

Verena Kerth: "Olli, äh, Uli ist der FC Bayern"

Zum Ende der Sendung verhaspelte sich Verena Kerth noch auf denkwürdige Weise, als sie zu einer möglichen Rückkehr von Uli Hoeneß als Bayern-Präsident gefragt wurde: "Olli ... äh ... Uli (lacht) Uli ist der FC Bayern. Er lebt für den FC Bayern. Hat wahnsinnige Erfolge mit dem FC Bayern gemacht. Und ich finde, wenn er wirklich zurückkommen möchte, dann sollte man ihm diesen Weg offenlassen."

Immerhin schaffte sie es mit ihrem Auftritt bei Maischberger am Dienstagabend und Mittwochmorgen in die Liste der auf Twitter am meistdiskutierten Themen. Allerdings: Die Reaktionen waren in fast keinem Fall positiv.

fro

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