Drei Trainer - drei Stile

Vergleich mit Pep und Carlo: Wie Heynckes das FCB-Training umkrempelt

Neuer Trainer - anderes Training: Beim FC Bayern regiert seit Wochenbeginn wieder Jupp Heynckes auf dem Platz. Wir zeigen auf, was der Triple-Trainer anders macht als seine Vorgänger.

München - Die Dolce Vita an der Säbener Straße ist vorbei, unter Jupp Heynckes heißt es wieder: Schwitzen, rennen, ackern! „Wir werden ein straffes Training haben“, wusste Thomas Müller bereits vor seiner ersten Einheit unter dem alten, neuen Trainer. Der 28-Jährige weiter: „Natürlich haben wir einige Stellschrauben, an denen wir drehen müssen. Jupp Heynckes wird mit viel Intensität und Leidenschaft zu Werke gehen.“

Einen Hauch zu viel Intensität, wenn es nach Arturo Vidal geht. Bereits bei Einheit Nummer zwei unter dem 72-Jährigen zog der Chilene die Notbremse und musste sich mit Oberschenkelproblemen in die Kabine verabschieden. Laut den Bayern handelt es sich um eine Verhärtung, die Partie gegen Freiburg ist wohl nicht in Gefahr. Fest steht: Jupp zieht das Training an! Die tz zeigt, wie es sich zu Guardiolas und Ancelottis Stil unterscheidet.

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Pep Guardiola: Beim Spanier stand und steht auch heute noch bei Manchester City nur eines im Vordergrund: der Ball! Bereits beim Warmmachen hatten die Bayern die Kugel am Fuß, danach ließ Pep rund 20 Minuten lang Rondos (sechs gegen zwei) spielen. Wichtig dabei: Schnelle Ballzirkulation, wenig Unterbrechungen und hohe Intensität. „Hauptdarsteller ist in Peps Einheiten immer der Ball“, erzählte Barça-Legende Xavi über Guardiolas Trainingsphilosophie. „Ballbesitz ist eben wichtiger als Muskeln.“

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In den meisten Fällen folgten darauf Spielformen, um das charakteristische Positionsspiel zu verinnerlichen, und zum Abschluss noch ein Spiel, um das Erlernte in Spielsituationen zu simulieren. Auffällig dabei: Pep unterbrach den Spielfluss oft und sprach die Fehler sofort an, um diese direkt zu beheben. Exzentrisch eben, der Pep.

Viele Unterbrechungen: Pep Guardiola gilt als Perfektionist.

Carlo Ancelotti: Der Italiener ließ es im Vergleich zum Spanier schon deutlich entspannter angehen. Das Warm Up erfolgte klassisch ohne Ball, bei den Spielformen gab der Mister im Gegensatz zu Guardiola auch lieber den stillen Beobachter. Einigen Spielern war Ancelotti zu still. Sie fühlten sich von Carletto schlichtweg unterfordert, was in geheimen Einheiten einiger Kicker mündete, da sie der 0815-Stil des 58-Jährigen allem Anschein nach nicht ausreichend forderte.

Hierarchie, Fitness, Taktik: So baut Heynckes seine Bayern um

Arjen Robben ging hier sogar noch einen Schritt weiter. Laut kicker soll der Holländer das Training bei der Gründwalder D-Jugend seines Sohnes als fordernder empfunden haben als Ancelottis. Fast keine Abwechslung, so gut wie gar kein positionsspezifisches Training und eintönige Fitnesseinheiten auf dem Sprinthügel waren die Kritikpunkte der Spieler. Bei den Abschlussspielchen unterbrach der Mister nicht wie Pep, sondern schnappte sich dafür eine Pfeife und mimte den Schiedsrichter. Dolce Vita auf dem Münchner Trainingsplatz.

Ansprache: Unter Carlo Ancelotti war das Training nicht so anspruchsvoll.

Jupp Heynckes: Der Triple-Held soll und wird die Zügel wieder straffer anziehen. „Ich habe einen ganz klaren Plan und weiß, wie ich das anpacken muss“, kündigte der 72-Jährige bei seiner Vorstellung bereits an. Auch Heynckes setzt auf Aufwärmprogramm ohne Ball am Fuß, ist gemeinsam mit seinem Co-Trainer Peter Hermann aber aktiver involviert als Ancelotti. Und: Er nutzt das Training nicht wie Guardiola, um der Mannschaft seine Philosophie einzuimpfen, sondern um die Waffen des Teams zu fördern.

In der Triple-Ära war zu sehen, dass Heynckes in so gut wie jeder Einheit das Spiel über die Außenbahnen forcierte. Flanken, Durchbrüche und Stafetten über die Flügel - was sich im Laufe der Amtszeit wie das Umschaltspiel zur Waffe des FCB mauserte. Um das anzugehen, muss Heynckes die Roten aber erst mal fit bekommen. Das braucht Zeit.

Diese Bayern-Stars werden von Heynckes profitieren

lop/Video: Glomex

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