Abwehr-Sorgen beim FC Bayern: Kim mit großen Reisestrapazen – Upamecano fällt wochenlang aus
Minjae Kim ist der einzige Innenverteidiger im Kader des FC Bayern, der fit ist. Eine Verletzung bei der südkoreanischen Auswahl käme zur Unzeit.
München – Am kommenden Mittwoch weiß Thomas Tuchel mehr, bis dahin hilft nur das Prinzip Hoffnung. Fußballtrainer schauen nicht allzu gerne dabei zu, wenn ihre Profis in aller Herren Länder ausschwärmen, und besonders ungern schauen sie zu, wenn die Reiserouten lang sind.
| Minjae Kim | |
|---|---|
| Geboren: | 15. November 1996 (Alter 26 Jahre) in Tongyeong |
| Vereine im Profibereich: | Jeonbuk Hyundai, BJ Guoan, Fenerbahce Instanbul, SSC Neapel, FC Bayern München |
| Vertrag beim FC Bayern bis: | Juni 2028 |
| Marktwert (laut transfermarkt.de): | 60 Millionen Euro |
FC Bayern: Minjae Kim mit großen Reisestrapazen in der Länderspielpause
Wenn Minjae Kim drei Tage vor dem nächsten Pflichtspiel des FC Bayern in Mainz zurück an der Säbener Straße sein wird, hat er aller Voraussicht nach zwei Mal 90 Minuten auf dem Feld und zwei Mal knapp zwölf Stunden im Flugzeug in den Knochen. Ganz frisch, so viel kann man jetzt schon sagen, wird der 26-Jährige nicht sein. Allerdings kann man auch jetzt schon sagen, dass das mit Blick auf die Personaldecke nicht als Ausrede zählen wird. Denn Kim ist aktuell der letzte Mohikaner in Tuchels Innenverteidigung.
Die Länderspielpause hat für den Coach schon schlecht begonnen. Die Verletzung von Dayot Upamecano, zugezogen gegen den SC Freiburg, wird den Franzosen nicht nur die Spiele mit dem Nationalteam, sondern auch die kommenden mit dem FC Bayern verpassen lassen. Von drei bis vier Wochen ist die Rede, also mindestens Mainz (A) und Galatasaray (A), womöglich auch Darmstadt (H) und Saarbrücken (A).

FC Bayern: Upamecano fällt vorerst aus – de Ligt absolviert Lauftraining
Bis zum Topspiel am 4. November in Dortmund muss der Rekordmeister wohl ohne „Upa“ auskommen, zumindest etwas davor soll Matthijs de Ligt wieder zurück sein, der gestern erste Laufrunden nach anhaltenden Knieproblemen drehte. Schafft er es in der kommenden Woche ins Teamtraining, könnte es schnell gehen. Trotzdem ziehen sich die Probleme, die sich nach dem verkorksten Transfer-Finale Ende August angebahnt hatten, kontinuierlich. Ein Ausfall in der Abwehr – und das gesamte Konstrukt wackelt.
Tuchel hat aufgehört, sich darüber zu beklagen, zumindest öffentlich. Es ist aber nur logisch, dass der 50-Jährige eine Situation wie in Münster, wo mangels Alternativen Leon Goretzka und Noussair Mazraoui als Aushilfs-Innenverteidiger agierten, in größeren Partien tunlichst vermeiden will. Ausfälle sind eigentlich verboten, genauso wie Aussetzer, die sich die viel mit sich selbst beschäftigten Innenverteidiger zum Start in die Saison das eine oder andere Mal leisteten.
FC Bayern: Minjae Kim mit bester Leistung für den FCB gegen Freiburg
Keine zwei Wochen ist es her, als Tuchel nach dem 2:2 gegen Leipzig über Kim und Upamecano sagte, sie hätten beim Gegentreffer „im Grunde komplett das gegenteilige Verhalten“ gezeigt zu „dem, was wir eigentlich wollen“. Harte Kritik, die Früchte zeigte. Denn am Sonntag gegen Freiburg – das beweisen auch die Zahlen – zeigte Kim seine bis dato beste Leistung im Trikot des FC Bayern.
„Ich habe ihn überragend gesehen“, sagte Sportvorstand Christoph Freund und ergänzte, was 75.000 Zuschauer in der Allianz Arena gesehen hatten: „Er wird immer besser.“ 171 Pässe notierten die Statistiker für den Mann, der den Spitznamen „Monster“ trägt, so viele hatte seit Leverkusens Aleksandar Dragovic im Jahr 2019 (178) keiner mehr gespielt.
FC Bayern: Tuchel lobte Minjae Kim nach Freiburg-Spiel
180 Ballaktionen waren es insgesamt von Kim, also 66 mehr als vom Zweitplatzierten Joshua Kimmich. Tuchel jedoch ging es eher um Klasse als Masse, denn er betonte mit Blick auf seine Innenverteidigung: „Sehr konzentriert, viel Ballbesitz, viel Sicherheit, keine kleinen Fehler.“ Übersetzt: Genauso ein Spiel, das Kim gebraucht hat.
Die Säbener Straße hat er deshalb mit einem guten Gefühl verlassen. Darauf, dass er mit einem ähnlich guten kommende Woche zurückkehrt, hoffen nun alle. Man braucht ihn, den letzten Mohikaner. (Hanna Raif, Manuel Bonke)