Oranje-Star fällt aus

Sammer über Robben: "Es dauert eher länger"

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Arjen Robben (l.) musste verletzt raus.

München - Nach fast einem Jahr hat es die Bayern daheim in der Liga wieder erwischt. Ein Patzer von Neuer leitete die 0:2-Niederlage gegen Gladbach ein. Dazu verletzte sich auch noch Arjen Robben und muss mehrere Wochen aussetzen.

Manuel Neuer schaute ein wenig ungläubig, applaudierte kurz den Fans zu und schlich nach einem „Tag zum Vergessen“ mit den Kollegen vom Platz. Ausgerechnet der sonst so souveräne Weltmeister leitete mit einem groben Patzer die erste Heim-Niederlage des FC Bayern München am Sonntag beim 0:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga ein. „Mein Fehler war, dass ich den Ball festhalten wollte. Ich wollte den Ball nicht nach vorne abklatschen lassen“, schilderte der Keeper die Schlüsselszene des Spiels in der 30. Minute, als er dem Brasilianer Raffael zum ersten von zwei Treffern verhalf.

Doch es kam noch schlimmer: Nicht nur, dass die Bayern die erste Heimniederlage seit dem 12. April 2014 (0:3 gegen Borussia Dortmund) kassierten, auch Starstürmer Arjen Robben wird den Münchnern wegen eines Bauchmuskelrisses mehrere Wochen fehlen. „Es wird nicht so kurz dauern, es dauert eher länger“, prognostizierte Sportvorstand Matthias Sammer. Ohne Robben und ohne den noch verletzten Franck Ribéry fehlten den Bayern die zündenden Ideen gegen gut strukturierte Gladbacher, die ihren dritten Sieg im 47. Bundesligaspiel in München euphorisch feierten und den so wichtigen dritten Platz vor Bayer Leverkusen behaupteten.

Immer wieder Gladbach! Für Neuer ist die Fohlen-Elf alles andere als ein Lieblingsgegner. Schon in seinem ersten Bundesliga-Spiel im Bayern-Trikot griff der Startorhüter 2011 gegen Igor de Camargo daneben und ermöglichte der Borussia einen 1:0-Sieg in München. Und im Rückspiel hatte der Keeper ebenfalls eine Mitschuld an der 1:3-Niederlage, als er bei einem verunglückten Abschlag Marco Reus zum Toreschießen einlud.

Auch wenn die Niederlage keine sonderlichen Auswirkungen auf die Tabellenkonstellation (zehn Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg) hat, dürfte sie doch vor den entscheidenden Wochen der Saison zu denken geben. „Wir sind immer gewarnt. Wir wissen, was wir für Ziele haben und blicken optimistisch nach vorne“, betonte Neuer.

Doch die Gladbacher legten die Schwachstellen der Münchner offen. Vor allem die hohe Verteidigung des FC Bayern ist auch eine Gefahr. „Der Trainer hat seine Philosophie und die verfolgen wir. Wir haben oft gut gespielt, auch wenn wir hoch verteidigt haben“, sagte Bastian Schweinsteiger und Pep Guardiola ergänzte: „Es ist nicht einfach gegen eine Mannschaft, die mit elf Mann im eigenen Strafraum steht. Wir haben es nicht geschafft, diese Defensive zu knacken.“

Die Gladbacher durften dagegen feiern. „Das war ein Big Point. Wir haben die ganze Rückrunde schon konstant gespielt. Die drei Punkte in München tun schon gut, zumal nicht viele damit gerechnet haben“, sagte Sportdirektor Max Eberl und Patrick Herrmann ergänzte: „Wir haben heute Nadelstiche gesetzt und die Tore gemacht.“ Trainer Lucien Favre wollte trotz eines Vorsprungs von nun acht Zählern auf den Fünften Schalke 04 von der Champions League aber noch nichts wissen: „Wir wollen weiter punkten, Spiel für Spiel.“

Vor 75 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena überzeugte die Borussia mit einer taktisch geschickten Vorstellung. Zwar hatten die Münchner erwartungsgemäß wieder einen hohen Ballbesitz-Anteil, allerdings ließen die Gladbacher im Strafraum nicht viele Bayern-Aktionen zu. Die Münchner rannten unentwegt an, kamen aber kaum zum Abschluss. Einzig Robert Lewandowski (3.) und ein Schuss von David Alaba ans Außennetz (45.) sorgten in der ersten Halbzeit ein wenig für Gefahr.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer zunächst ein unverändertes Bild. Die Bayern ließen in vielen Stafetten den Ball um den 16-Meter-Raum der Borussia kreisen, nur die zündenden Ideen fehlten. Auch Xabi Alonso, der nach einer Gelbsperre zurückkehrte, wurde von den Gladbachern mit ihrer klugen Verteidigung neutralisiert und konnte kaum Akzente setzen. In der 61. Minute wurde der Spanier ausgewechselt.

Fotos: Robben verlässt Praxis von Müller-Wohlfahrt

Fotos: Robben verlässt Praxis von Müller-Wohlfahrt

Bereits in der 70. Minute hätte André Hahn mit einem Pfostenkracher für die Vorentscheidung sorgen können. Sieben Minuten später war es dann doch soweit. Nach einer feinen Kombination über Herrmann und Christoph Kramer kam Raffael zu seinem zweiten Treffer. Neuer verhinderte kurz darauf noch den dritten Gladbacher Treffer, als er gegen Kruse zur Stelle war.

dpa

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