DFB-Pokal-Finale

FCB-Experte: Verliert Bayern, steht auch Pep in Frage

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Pep Guardiola am Freitag im Olympiastadion in Berlin beim Abschlusstraining des FC Bayern.

München - Verliert der FC Bayern das das Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund, dann steht auch Trainer Pep Guardiola in Frage. Das meint Andreas Werner vom Münchner Merkur.

Im "Münchner Merkur" (Samstagausgabe) schreibt Sport-Redakteur Andreas Werner: "Klar ist: Verliert der FC Bayern Samstagabend das Pokal-Finale gegen den großen Rivalen Dortmund, steht eine ganze Saison in Frage – und damit ein Trainer, der eigentlich als unantastbar gilt."

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Live-Ticker zum DFB-Pokal-Finale

Im Artikel blickt FCB-Experte Werner zurück auf die vergangene Saison des FC Bayern unter Pep Guardiola. Viel Gutes sei passiert, seit der Spanier den Verein im vergangenen Sommer übernommen habe. Aber mit dem Ausscheiden aus der Champions League kam plötzlich ein Bruch. "Als die Bayern im Dezember in Marokko die Klub-WM gewannen, schrieb die Zeitung „Marca“ über den spanischen Trainer-Export noch: 'Ganz egal, mit welcher Mannschaft – Pep macht alle platt.' Ein paar Monate später kegelte Real Madrid die Münchner mit 5:0 Toren aus der Champions League. Und als der Traum von einem neuerlichen Triple ausgeträumt war, erwachten die Kritiker."

Double entscheidet über Saison-Bilanz

Stehe Pep Guardiola nach einem verlorenen Pokal-Finale nur mit der Meisterschale da, dann habe er ein Problem, meint Werner. "Die Bayern haben unter ihrem neuen Chefcoach etliche Rekorde aufgestellt, sie spielten Fußball zum Verlieben, wurden so früh Meister wie nie zuvor ein Verein in der deutschen Geschichte. Aber: Sie leisteten sich eineinhalb schlechte Spiele, beide gegen Real. Kommt gegen den BVB ein dritter Aussetzer hinzu, sind all die Meriten vom Meister-März nur noch eine Fußnote. Erst alles toll, dann alles Mist, würde das Fazit lauten."

Trotz der frühzeitig eingefahrenen Meisterschaft mache man in München die Saison-Bilanz vom Double abhängig. Immerhin habe auch Franck Ribéry kürzlich verkündet:"Ohne den Pokal-Sieg wäre es für mich eine schlechte Saison."

Das meint die Führungsetage des FC Bayern

Andreas Werner weiß: "In der Führungsetage des FC Bayern sagen sie heute, ihr neuer Coach suche den perfekten Fußball. Das sei aller Ehren wert – aber er habe ein Problem: Den perfekten Fußball gibt es nicht. Da muss er mit Maschinen spielen."

In der Vergangenheit sei der FC Bayern groß darin gewesen, seine Trainer kleinzumachen. "Man verließ sich auf die Kaufkraft, auf das teilweise blinde Ansammeln von Stars, und der jeweilige Übungsleiter hatte lediglich die Aufgabe, das Ensemble bestmöglich bei Laune zu halten. Nur: So funktioniert Fußball nicht mehr."

Beginnt nach dem DFB-Pokal-Finale möglicherweise schon am Samstagabend die nächste Trainer-Diskussion beim FC Bayern? So was kann in München sehr schnell gehen. Zur Erinnerung: Louis van Gaal hatte zum Ende seiner ersten Saison beim FC Bayern im Mai 2010 das Double geholt und die Mannschaft ins Finale der Champions League geführt. Das ist mehr, als Pep Guardiola bislang erreicht hat. Wenige Monate später schied van Gaal im Unfrieden aus München. Der damalige Präsident Uli Hoeneß giftete bei einer Pressekonferenz im März 2011: "Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Gestern ist er gebrochen."  

Oder lässt Pep Guardiola mit dem Double-Gewinn seine Kritiker verstummen?

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fro

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