Benatia im Visier

Reschkes wichtiger Auftrag: Beeilung bei Transfer

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Besuch vom FC Bayern: Mehdi Benatia (AS Rom, r.) steht schon länger auf der Wunschliste, nun prüft Reschke vor Ort die Wechselmodalitäten.

München - Als Ersatz für Javi Martinez hat der FC Bayern den Marokkaner Mehdi Benatia im Visier. Das bedeutete ein intensives Wochenende für Michael Reschke.

Michael Reschke hat ein abwechslungsreiches Wochenende hinter sich. Am Samstagnachmittag saß der technische Direktor des FC Bayern noch beim Pokalspiel von Viktoria Köln gegen Hertha BSC auf der Tribüne, mit Handy am Ohr, sehr beschäftigt. Dann aber ging es ziemlich schnell weiter, in den Flieger, ab nach Rom. Denn dort gab es noch Wichtigeres zu tun.

Reschke, erst seit wenigen Wochen im Amt, hat in der italienischen Hauptstadt wohl seinen nächsten Transfer getätigt: Glaubt man übereinstimmenden Medienberichten, soll Mehdi Benatia in den kommenden Tagen beim Rekordmeister unterschreiben. Die Eckdaten: Marrokanischer Nationalspieler, Verteidiger in Diensten des AS Rom, 27 Jahre alt, Rechtsfuß – und in Augen der Bayern ein guter Ersatz für den langzeitverletzten Javi Martinez.

Es hat etwas gedauert, bis Trainer Pep Guardiola einsehen wollte, dass ein weiterer Spieler seinem Kader voller Verletzter und müder WM-Spieler gut tun würde – Ende der vergangenen Woche aber war es so weit. Der Kreuzbandriss, den sich Martinez bei der Niederlage im Supercup gegen den BVB zugezogen hat, hatte die Bosse zu einem Krisengipfel bewegt. „Sie haben sogar mehr Angst als ich. Sie wollen unbedingt einen Spieler verpflichten“, berichtete Guardiola am Samstag vom Treffen in der Chefetage. Kandidaten gäbe es genug, das Problem aber sei der Ablauf der Transferperiode am 31. August. „Wir haben nur 15 Tage“, klagte Guardiola. Nun aber scheint mit Benatia alles ganz schnell zu gehen.

Schon vor wenigen Monaten hatten die Bayern ihre Fühler nach dem 1,91 großen Defensivspezialisten ausgestreckt, das war im Juni. Damals war man sich noch nicht sicher, wie gut die Integration des knapp zwei Jahre verletzten Holger Badstuber laufen würde. Dass Rom ein Angebot von rund 33 Millionen Euro ausschlug, war angesichts Badstubers Entwicklung nicht schlimm – nun aber muss man handeln.

Guardiola ist besorgt, weil in Jerome Boateng nur noch ein Spezialist für die rechte Position in einer Vierer- oder Dreier-Abwehrreihe im Kader steht. Benatia, erst vor einem Jahr für 13,5 Millionen Euro vom AS Rom verpflichtet und eigentlich noch bis 2018 gebunden, könnte die Lücke schließen. Dass der Wunschspieler nicht weniger als 30 Millionen Euro kosten dürfte, ist egal. Reschke hat einen wichtigen Auftrag auf seiner Reise: Beeilung!

Hanna Schmalenbach

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