Hoeneß wollte ihn locken

Allofs über den FCB: Weiß nicht, ob die Arbeit dort Spaß macht

+
Uli Hoeneß (l.) machte Klaus Allofs offenbar mehrfach Angebote, zu Bayern zu kommen.

München - Der Wolfsburger Erfolgsmanager Klaus Allofs war auch in München begehrt. Er verrät, dass Ex-Präsident Uli Hoeneß ihn mehrfach zum FC Bayern locken wollte.

Seit Klaus Allofs beim VfL Wolfsburg das Sagen hat, hat sich der Klub zum ersten Konkurrenten des FC Bayern München entwickelt. Dass Allofs, der mit seinem Klub zuletzt den Pokal und die Vizemeisterschaft holte, einer der besten Manager der Bundesliga ist, blieb auch den Münchnern nicht verborgen: Lange Zeit war Allofs offenbar ein Thema bei den Bayern. Wie der ehemalige Bremer Manager jetzt verriet, fragte der damalige Münchner Präsident Uli Hoeneß mehrfach bei Allofs an.

"Auch wenn wir über Spieler verhandelt haben, also eigentlich Gegner waren, lief das immer sehr respektvoll ab. Und bei diesen Gelegenheiten kam es schon häufiger vor, dass er fragte, ob ich mir nicht vorstellen könnte, das mal beim FC Bayern zu machen", sagte Allofs dem Playboy. Dennoch wurde nie Konkretes daraus, erklärt er: "Entweder gab es dann bei Bayern nicht die Gelegenheit, oder bei mir ging es nicht. Jedenfalls kam es nie so weit, dass wir in Verhandlungen getreten wären."

Anfragen lassen nach

Allofs (58) fügte an, dass Hoeneß es "in den letzten Jahren nicht mehr" versucht habe, ihn von München zu überzeugen. Macht Sinn: Schließlich verbrachte Hoeneß diese Zeit vor allem im Gefängnis. Außerdem steht Matthias Sammer in München nicht zur Debatte.

So verreißt das Netz die Hoeneß-Satire "Udo Honig"

Unabhängig davon zweifelt Allofs daran, ob der Job für ihn der richtige gewesen wäre: "Ich weiß nicht, ob es immer so viel Spaß macht, bei Bayern zu arbeiten. Erfolg ist doch relativ. Nehmen Sie die letzte Saison der Bayern: ganz früh Deutscher Meister, Halbfinale in der Champions League und im DFB-Pokal. Aber gefühlt? Eine verlorene Saison."

Zu viel Erfolg ist auf Dauer langweilig

Die bayerische Dominanz in der Liga und Meisterschaften quasi zur Winterpause findet Allofs "dauerhaft nicht toll. Schöner wären drei, vier Klubs auf Augenhöhe."

Zumindest er und seine Wolfsburger würden alles tun, um die Vormachtstellung des FCB bröckeln zu lassen. Allofs bittet hierbei um Geduld, kündigt aber gleichzeitig an: "Wenn der VfL die Saison wieder als Zweiter beendet, dann nehme ich den Mund voll und sage: 'Jetzt greifen wir die Bayern an!' - versprochen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt fehlt uns noch ein Jahr der Bestätigung."

Allofs spricht über VW-Einfluss

Noch dauert es also, bis Allofs ganz große Töne in Richtung München spuckt. Und a propos Verhältnis Wolfsburg/FC Bayern: In den Medien wird oft der Einfluss von VfL-Besitzer Volkswagen (Ableger Audi ist Anteilseigner bei Bayern) auf Allofs diskutiert. Auch hierzu äußert sich Allofs.

"Es gibt kein Agreement, keinerlei Einfluss von Seiten VWs, was unsere sportlichen Dinge angeht. Wenn die Bayern einen Spieler von uns wollen, dann werden sie wenig Rücksicht auf Befindlichkeiten anderer nehmen." Bei Kevin De Bruyne, der zu Manchester City und nicht zu Bayern wechselte, klappte dies zuletzt nicht - Spieler wie Dante, Luiz Gustavo und Ivica Olic gingen in jüngster Vergangenheit dagegen vermehrt den anderen Weg und wechselten von Bayern nach Niedersachsen.

cg

Auch interessant

Meistgelesen

Supertalent Ante Coric: Einst sagte er dem FC Bayern ab - und jetzt?
Supertalent Ante Coric: Einst sagte er dem FC Bayern ab - und jetzt?
Exklusiv: So steht Griezmann wirklich zu einem Wechsel
Exklusiv: So steht Griezmann wirklich zu einem Wechsel
Analyse: Darum bröckelt der Mythos Thomas Müller
Analyse: Darum bröckelt der Mythos Thomas Müller
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?
Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?

Kommentare