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Viagogo: FC-Bayern-Tickets aus zweiter Hand

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Viagogo kooperiert mit dem FC Bayern - noch
Viagogo kooperiert mit dem FC Bayern - noch © MiS

München - Der Ticket-Händler Viagogo verkauft FC-Bayern-Karten aus zweiter Hand. Das Prinzip ist einfach, hat aber Haken. Die Fans mehrerer Vereine sind sauer auf das Unternehmen.

Der FC Bayern München hat drei Kanäle, über die er seine Tickets selbst vertreibt: das ServiceCenter an der Säbener Straße, den Online-Shop und den sogenannten "Mail Order". Wer auf anderem Wege nach Karten für die Allianz Arena sucht, sollte auf der Hut sein. Der deutsche Rekordmeister warnt vor Schwarzmarkt-Händlern, vor allem vor Ticket-Agenturen im Internet, die meistens auch im Auktionshaus ebay mit ihren zwielichtigen Angeboten vertreten sind. Die Karten sind oft nicht nur überteuert. In der Vergangenheit habe es Fälle gegeben, in denen die Käufer ihre Tickets nie gesehen haben oder gefälschte Karten angedreht bekommen haben, mahnt der Verein. Doch es gibt eine Möglichkeit zwischen dem offiziellen Verkauf und dem Schwarzmarkt: Viagogo. "Zweitmarkt" lautet das Zauberwort.

Das US-Unternehmen Viagogo, das seit 2007 in Europa vor allem auf dem britischen und deutschen Markt handelt, ist "offizielle Ticketbörse des FC Bayern München", auch des FC Chelsea und von Manchester City. Neben dem FC Bayern hat in dieser Saison auch der VfB Stuttgart, Hannover 96, der 1. FC Nürnberg und die TSG 1899 Hoffenheim einen Vertrag mit dem Unternehmen, aber auch die Tickets aller anderen Bundesligisten sind dort zu finden. 

Das Prinzip: Dauerkarteninhaber, die an einem Spieltag verhindert sind, können ihr Ticket an einen anderen Fan weiterverkaufen. Das funktioniert in wenigen Schritten. Zunächst muss sich der User registrieren und anmelden. Anschließend kann er seine Jahreskarte für eines oder mehrere ausverkaufte Spiele anbieten.

Wenn sich ein Käufer gefunden hat, erhält der Verkäufer eine E-Mail-Benachrichtigung und kann wählen, wie ihm der Betrag rückerstattet werden soll. Für den Käufer läuft das Geschäft ähnlich wie beim Erwerb von Konzert- oder Kinokarten. Gewünschtes Ticket in den Warenkorb legen, Zahlungsdaten angeben, fertig. Die Tickets können wahlweise versandt oder an der Kasse für reservierte Karten an der Allianz Arena hinterlegt werden.

Haken am Geschäft mit Viagogo ist jedoch, dass die Karten einiges mehr als der Originalpreis kosten dürfen. Beim FC Augsburg und dem Hamburger SV zum Beispiel dürfen es bis zu 100 Prozent Aufschlag sein. Dazu kommt eine Gebühr, mit der die Ticketbörse ihr Geschäft macht. 15 Prozent plus Mehrwertsteuer fallen für den Verkäufer an. Viagogo behauptet, damit "die Kosten für die Bereitstellung des Services und der Verkaufsplattform zu decken". Das Unternehmen argumentiert damit, die Stadien somit bis auf die letzten Plätze zu füllen und den Schwarzmarkt einzudämmen. Schließlich biete das Unternehmen die gleiche Sicherheit wie die offiziellen Vertriebskanäle des Vereins.

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Doch nicht nur verhinderte Fans, auch die Partnervereine stellen Viagogo für die Heimspiele ein Kontingent an Tickets zur Verfügung. Diese wandern ebenfalls auf den Zweitmarkt. Die Fans einiger Klubs gehen spätestens an diesem Punkt auf die Barrikaden. Viagogo wird für viele zum "Vianogo", wie zahlreiche Aktionen in den Bundesliga-Stadien zeigen. Vor allem für die Fans von Vereinen, bei denen die Heimspiele regelmäßig ausverkauft sind, die Fans aber nicht dazu bereit sind, jeden Preis für den Stadionbesuch zu zahlen, ist "Viagogo" ein Streitthema. 

Der FC Bayern hat auf die Kritik frühzeitig reagiert. Der Vertrag mit Viagogo, der am Ende der Saison 2013/14 ausläuft, wird nicht verlängert. Präsident Uli Hoeneß hatte schon Ende der vergangenen Saison eigene Pläne: "Wir brauchen eine Möglichkeit des Tickettausches. Vielleicht organisieren wir selbst eine Börse."

Tobias Kimmel

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