Sammer schwärmt vom Chilenen

"Vidal bringt Unberechenbarkeit" 

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Arturo Vidal.

München - Bayerns Sportchef Matthias Sammer sprach am Montag in der Presserunde über Arturo Vidal, Arjen Robbens Verletzung und Uli Hoeneß’ Rückkehr. Eine Zusammenfassung:

Matthias Sammer erschien mit bis zum Hals zugeknöpfter Strickjacke – trotz sommerlicher Temperaturen. „Ich gebe mich heute mal zugeknöpft“, meinte der Sportchef des FC Bayern mit einem Augenzwinkern. Er drückt sich ja gerne mal um Stellungnahmen, doch vor dem morgigen Rückspiel im Viertelfinale der Champions League bei Benfica Lissabon (20.45 Uhr/hier bei uns im Live-Ticker) hat er gestern erfrischend offen zu den Fragen rund um die richtungsweisende Partie Position bezogen. Sammer sprach über . . .

. . . die Lage vor dem Rückspiel in Lissabon: „Klar ist Druck auf dem Kessel, auch bei uns. Aber wir sollten uns auf das Spiel freuen. Wir können mit Selbstvertrauen in die Partie gehen, natürlich auch bescheiden, aber positive Ausstrahlung ist der Schlüssel. Das 1:0 aus dem Hinspiel ist kein Resultat mit Ruhekissen, es ist ordentlich, mehr aber auch nicht, dennoch dürfen wir optimistisch sein. Wir sind gut drauf.“

. . . die zuletzt eher knappen Ergebnisse: „Ich gebe Kritikern Recht, wenn sie sagen, die letzten ein, zwei Prozentpunkte Leichtigkeit, Freude, Begeisterung haben gefehlt. Aber es ist auch nicht immer vergnügungssteuerpflichtig, wenn du immer wieder einen Abwehrriegel mit fünf Mann knacken musst. Wenn man aber Real Madrid anschaut, mit dem 0:2 gegen Wolfsburg, oder auch sieht, dass der FC Barcelona im Alltag so seine Probleme hat, kann man es unserer Mannschaft nicht übel nehmen, dass sie ergebnisorientiert gespielt hat. Das ist auch eine Qualität: Siegermentalität. Philipp Lahm hat es jetzt gerade erst ganz richtig angesprochen: Im Passspiel, in der Präzision, müssen wir zulegen. Aber es ist auch eine Qualität, verlässlich Ergebnisse zu erzielen.“

. . . Pep Guardiola: „Er hat vor dem Spiel in Stuttgart in der Kabine vor der Mannschaft eine wunderbare Ansprache gehalten, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Kernthematiken: Emotionen, Energieschübe und gruppendynamische Prozesse. Wir dürfen uns nicht immer darauf verlassen, dass wir wie ein gutes Pferd immer so hoch springen, wie wir müssen.“

. . . Uli Hoeneß’ Rückkehr: „Ich finde es großartig, dass er in Lissabon wieder zu unserem Reisetross gehört – er ist herzlich willkommen. Er ist ein wichtiger Bestandteil des FC Bayern und das zeigt auch die Wucht und die Kraft, mit der wir in Portugal auftreten – auch wenn ich hier im Scherz sagen kann: Von der körperlichen Fitness und Kraft her würde es bei ihm nicht für 90 Minuten reichen. Und eins ist auch klar: Als er gegen Mainz im Stadion war, war er auch kein Garant für den Sieg (Bayern verlor 1:2/d. Red.) – wir müssen mit ihm und ohne ihn gewinnen.“

. . . Arjen Robbens Verletzung: „Er ist im Lauftraining, aber noch lange, lange, lange nicht so weit. Ich gebe keine Prognosen ab, bin aber jetzt erst mal happy, dass er wieder laufen kann. Er hat muskuläre Probleme, aber es ist keine schwerwiegende Verletzung. Es geht darum, dass die Stabilität nicht so hoch und eine gewisse Gefahr da ist.“

. . . die Debatte um Arturo Vidals Aggressivität: „Bei uns intern ist das keine Debatte. In meinen Augen war das zweite angebliche Foul in Stuttgart gar nichts, aber der Schiedsrichter gab ein klares Signal, auf das unser Trainer reagieren musste. Aber Arturo konnte da nichts dafür. Ich wäre sauer, wenn er in so einer Situation dann freudestrahlend zur Auswechslung gehen würde – aber so ist Arturo nicht, er will immer spielen. Ich glaube, da müsste mal ein offener Schienbeinbruch kommen, dass er nicht mehr spielen möchte. Er schaut in so einer Situation dann gefährlich, aber das ist harmlos, er ist ein guter Junge. Und er hat sich hier toll entwickelt. In der Hinrunde war es für ihn noch nicht einfach: Er kam verspätet zum Team, hatte die Copa America in den Knochen, unsere Liga ist in der Breite stärker als die italienische – er musste sich erst eingewöhnen. Jetzt ist er grundsätzlich in einer sehr guten Verfassung. Seine Balleroberungen, seine Präsenz, seine Abschlüsse sind Gold wert. So einen wie ihn haben wir keine zwei Mal im Kader, darum haben wir uns für ihn entschieden. Er bringt Unberechenbarkeit in unser Spiel.“

. . . Serdar Tascis Aussage, sein Wechsel zu Bayern sei ein Fehler gewesen: „Er jammert nicht, das war eine ehrliche Antwort von ihm. Ich kann ihn total verstehen. Wir haben ihn im Winter mit voller Überzeugung geholt, da wussten wir aber nicht, dass Javi Martinez so schnell wieder gesund wird. Die Situation ist nicht Serdar anzulasten. Die Mannschaft hatte Rhythmus und Stabilität, dann spielte Joshua Kimmich als Innenverteidiger überragend. Serdar kann mit seiner Situation nicht zufrieden sein, aber er lässt nicht nach, das ist entscheidend. Er schiebt sogar Extraschichten im Training. Es ist menschlich, dass er mehr spielen möchte. Er ist kein negativer Geist, gut integriert. Und: Die Saison ist ja noch nicht zuende. Wir brauchen jeden.“

. . . den Verfolger Dortmund: „Ich war vor dem Derby mit Schalke am Sonntag nervös. Fünf Punkte Vorsprung sind nicht viel. Ich habe 2002 als Trainer von Dortmund mal fünf Spieltage vor Ende sechs Punkte Rückstand auf Leverkusen gehabt, aber wir wurden trotzdem noch Meister. Ich fühle mich wohler, wenn der Vorsprung größer ist.“

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