Nach BVB-Äußerungen

Völler verteidigt FCB und schließt Kroos-Deal aus

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Rudi Völler.

Leverkusen - Rudi Völler, Sportchef von Bayer Leverkusen, hegt derweil keine Angst, von Rekordmeister und Tabellenführer Bayern München „zerstört zu werden“. Anders als der BVB.

Der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler beneidet Bundestrainer Joachim Löw nicht um knifflige Personalentscheidungen bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli). „Ich habe Jogi neulich mal hier bei einem Kaffee gesagt: “Ich weiß nicht, ob ich dich beneiden oder bemitleiden muss'. Bei der Auswahl, gerade an Offensiv-Spielern, wird er einige unangenehme Entscheidungen treffen müssen„, sagte der 53-Jährige im Bild-Interview.

Weiter führte der 90-malige Nationalspieler und Weltmeister von 1990 über die Nationalmannschaft aus: `Es ist auf jeden Fall der beste Kader aller Zeiten. Ob es auch die beste Mannschaft aller Zeiten ist, zeigt sich erst, wenn man einen Titel holt.“

Völler, Sportchef des Bundesligisten Bayer Leverkusen, hegt derweil keine Angst, von Rekordmeister und Tabellenführer Bayern München „zerstört zu werden“. Auf eine entsprechende Frage sagte der einstige Weltklassestürmer: „Nein. Bayern will sich immer die Top-Spieler sichern, um sich zu verbessern. Sie haben die wirtschaftliche Macht. So ist das Geschäft. Sie haben uns mal Ballack und Zé Roberto weggekauft, bei Vidal und Lars Bender konnten wir standhaft bleiben. Bei den Dortmundern war das jetzt anders: Götze hatte eine Klausel, Lewandowski war ablösefrei.“

Dass Bayern an solche Spieler rangehen, „ist legitim“. Es spreche für die Bundesliga, dass „Bayern nicht z.B. bei Real Madrid wildern muss, um Weltklasse-Spieler zu holen“. Dass die zuletzt 44-mal in Folge unbesiegten Bayern irgendwann wieder in der Bundesliga verlieren, sei für Völler logisch: „Aber dass sie einen Einbruch erleiden, kann ich mir nicht vorstellen. Mit diesem Kader kannst du nicht so viel falsch machen, dass du nicht Meister wirst.“

Langeweile in der Bundesliga komme laut des ehemaligen Italien-Legionärs nur bedingt auf: „An der Spitze vielleicht, aber sonst herrscht überall Spannung. Jede Woche geht“s jetzt um Abstieg oder internationale Plätze. Die Quali zur Champions League ist wie ein Titel.„

Lewandowski: Chronik des langwierigen Wechsels

Nach einem schier endlosen Hin und Her steht der Wechsel von Robert Lewandowski von Borussia Dortmund zum FC Bayern München endlich fest. Wir dokumentieren Stationen des langwierigen Transfers. Die Bilder sind verschiedene Archivfotos des Stürmers, stammen also nicht vom angegebenen Tag. © dpa
8. Januar 2012: Bayern-Präsident Uli Hoeneß sieht Bedarf für eine „Bombe“ im Sturm. An Robert Lewandowski denkt da wohl noch keiner. © dpa
12. Mai 2012: Robert Lewandowski setzt sich mit seinem Auftritt im DFB-Pokalfinale im Bayern-Gedächtnis fest. Der Pole erzielt drei Tore für Borussia Dortmund bei der 5:2-Demütigung in Berlin. © dpa
5. Februar 2013: Medien spekulieren über intensive Verhandlungen Lewandowskis mit dem FC Bayern. Beide Vereine äußern sich nicht. Der Stürmer kündigt später eine Entscheidung für den Sommer an. © dpa
6. Februar 2013: Der FC Bayern hält sich bei den Spekulationen um einen möglichen Wechsel Lewandowskis nach München bedeckt und verweist auf die Entstehungsgeschichte. „Die Geschichte ist über einen spanischen Blog entstanden. Das ist schon eine Art Gerüchteküche, die der Küchenschabe relativ nahe kommt“, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. © dpa
13. Februar 2013: Bayern-Stürmer Mario Mandzukic macht sich trotz der anhaltenden Spekulationen um einen Transfer keine großen Sorgen. „Warum sollte ich das tun? Wenn Qualitätsspieler kommen, ist das immer gut.“ © dpa
16. Februar 2013: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt nicht an einen Wechsel Lewandowskis im Sommer. „Das ist nicht sehr wahrscheinlich. Wenn er 2013 wechseln möchte, muss er uns irgendwann sagen, wohin er möchte. Dann werden wir prüfen, was für Borussia Dortmund das Beste ist.“ © dpa
17. Februar 2013: Die Zeichen im Fall Lewandowski stehen auf Trennung. „Ich glaube nicht, dass es zu einer Vertragsverlängerung kommen wird“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Er behält recht. © dpa
19. Februar 2013: Der FC Bayern sieht sich bei einer möglichen Verpflichtung des Dortmunder Torjägers nicht in Zugzwang. „Tatsache ist, dass wir drei gute Stürmer haben. Und dass wir in keinerlei Not sind“, sagt Präsident Hoeneß. © dpa
25. Februar 2013: Die Zukunft von Lewandowski liegt nach Aussage seines Beraters nicht bei Borussia Dortmund. „Wer Roberts Karriere verfolgt hat, wird wissen, dass er in keinem Verein länger als zwei Jahre gespielt hat. In Dortmund spielt er bereits in seiner dritten Saison. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird wissen, was das bedeutet“, sagt Cezary Kucharski im polnischen Fernsehen. © dpa
3. März 2013: Watzke gibt sich im Transfer-Poker gelassen. „Wir sind ganz frei in unserer Entscheidung.“ Nur wenn ein Verein komme und einen „sehr, sehr hohen Preis“ biete, sei man bereit, über einen Wechsel des noch bis 2014 unter Vertrag stehenden Profis schon in diesem Sommer nachzudenken. © dpa
23. April 2013: Nach dem feststehenden Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern will Borussia Dortmund nicht auch noch Torjäger Robert Lewandowski gehen lassen. „Es ist mein absoluter Wunsch, dass er nächste Saison beim BVB spielt“, sagt Watzke. © AFP
26. April 2013: Bayern München dementiert Medienberichte über einen angeblichen Vertragsabschluss. „Der FC Bayern hat entgegen dieser Meldungen keinen Vertrag mit Robert Lewandowski.“ © AFP
4. Mai 2013: Das Dauerthema Robert Lewandowski und ein möglicher Weggang von Borussia Dortmund bekommt immer skurrilere Züge. Real Madrids Präsident Florentino Perez soll nach dem Champions-League-Aus gegen den BVB in den Katakomben des Stadions Santiago Bernabeu um einen Wechsel beim Stürmer geworben haben. © AFP
26. Mai 2013: Nach dem Champions-League-Triumph deutet Bayern-Coach Jupp Heynckes einen baldigen Wechsel von Lewandowski. „Mario Götze wird kommen. Lewandowski wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dann hat man noch zwei top Offensivspieler dazu.“ © AFP
27. Mai 2013: Ein Vereinswechsel des Dortmunder Torjägers Robert Lewandowski zu Bayern München ist nach Angaben seines Beraters Cezary Kucharski nur noch eine Frage von wenigen Wochen. © AFP
5. Juni 2013: Lewandowski strebt eine schnelle und einvernehmliche Trennung von Borussia Dortmund an. „Ich gehe davon aus, dass nun alles geklärt wird und ich diesen Sommer zu meinem Wunschverein wechseln darf. Das wäre für alle Seiten das Beste.“ © AFP
9. Juni 2013: Machtwort von Borussia Dortmund. „Robert Lewandowski wird 2013 definitiv nicht zum FC Bayern wechseln. Das ist endgültig! Das haben wir Robert und seinen Beratern jetzt mitgeteilt“, erklärt Watzke. Der BVB schlägt damit eine hohe Ablösesumme aus. © AFP
9. Juli 2013: Der FC Bayern plant nach dem Verkauf von Torjäger Mario Gomez fest mit Lewandowski als künftigem Stürmerstar. „Ich bin durchaus optimistisch, dass der Spieler im nächsten Sommer zu Bayern München wechseln wird“, erklärt Rummenigge. © AFP
17. Juli 2013: Lewandowski findet sich mit dem Verbleib beim BVB ab. „Ich muss das akzeptieren, dass ich in Dortmund bleiben muss“, sagt der polnische Nationalspieler im Trainingslager in der Schweiz. Wenige Tage später sagt er: „Ich verberge nicht, dass ich mich betrogen fühle.“ Kein Problem für Jürgen Klopp. „Es ist alles in Ordnung. Alles, was es da noch zu besprechen gibt, wird intern besprochen.“ © AFP
18. August 2013: Borussia Dortmund bestätigt eine kräftige Gehaltserhöhung für den Polen. „Es ist nun so, dass ich noch ein weiteres Jahr in Dortmund bleiben werde. Wir haben alle Unstimmigkeiten beseitigt und uns ausgesprochen. Es gibt keine Probleme mehr“, sagt der polnische Nationalspieler kurz danach. © dpa
25. September 2013: Lewandowski deutet an, dass sein erwarteter Wechsel Anfang 2014 fix gemacht werden dürfte. Dann dürfe er offiziell auch den neuen Vertrag unterschreiben, sagt er nach dem DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten TSV 1860 München. © dpa
4. Januar 2014: Lewandowski unterzieht sich dem medizinischem Check, um danach einen Vertrag bei seinem künftigen Verein zu unterschreiben. © dpa

 

Völler hat eine Verpflichtung von Nationalspieler Toni Kroos ausgeschlossen. „Realistisch ist ein Transfer nicht, weil wir mit den Gehältern, die Bayern zahlt, nicht ansatzweise mithalten können. Das muss man neidlos anerkennen“, so Völler. Der Münchener Mittelfeldspieler Kroos, der von 2009 bis 2010 für 18 Monate an Bayer ausgeliehen war, hat beim Rekordmeister einen Vertrag bis 2015. Derzeit wird darüber spekuliert, ob Kroos den FC Bayern im Sommer vorzeitig verlässt oder seinen Vertrag in München verlängert.

Völler hat sich damit abgefunden, dass die Bayern die besten finanziellen Möglichkeiten haben. „Sie haben die wirtschaftliche Macht. So ist das Geschäft“, meinte der frühere DFB-Teamchef. Grundsätzlich werde die Liga dadurch aber nicht langweilig. „An der Spitze vielleicht, aber sonst herrscht überall Spannung. Jede Woche geht's jetzt um Abstieg oder internationale Plätze. Die Quali zur Champions League ist wie ein Titel“, sagte Völler.

sid/dpa

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