U23-Coach traut seiner Elf eine Serie zu

Vogel setzt auf Offensivpower der kleinen Bayern

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Heiko Vogel hofft auf eine Serie, um im Titelkampf noch einmal mitmischen zu können.

FC Bayern München II - Über mangelnde Beschäftigung kann sich Heiko Vogel fürwahr nicht beklagen. Neben seinem Job als U-23- Coach des FC Bayern ist der 40-Jährige zugleich noch Sportlicher Leiter ab den U-16-Junioren.

Spätestens nach den Abgängen von Michael Tarnat, der den Bereich ab der U16 abwärts koordinierte, und Junioren-Chefscout Jürgen Jung ist Vogel neben Wolfgang Dremmler der wichtigste Mann im Nachwuchsbereich des Rekordmeisters. Tarnats Position bekleidet seither Peter Wenninger, der zuvor die U15 betreute, Jung wurde durch den erst 23-jährigen Timon Pauls ersetzt. So groß die Verantwortung für Vogel auch sein mag, die Erwartungshaltung ist keinesfalls geringer.

Sein Auftrag ist klar definiert: Sowohl der Vorstand als auch die Öffentlichkeit erwarten in naher Zukunft endlich mal wieder einen neuen Müller, Lahm, Schweinsteiger oder Alaba. Unter Pep Guardiola schaffte kein einziges Eigengewächs den Anschluss an den Profikader. Gianluca Gaudino, der diesem Ziel mit einigen Kurzeinsätzen noch am nächsten gekommen war, wurde im Winter bis Juni 2017 an den FC St. Gallen ausgeliehen. Der erst im August 2014 aus Gladbach gekommene Rohdiamant Sinan Kurt wurde gar an Hertha BSC verkauft. Zwar betont Vogel zu recht, dass „es bei uns einfach wesentlich schwerer ist, den Sprung nach oben zu schaffen als anderswo“. Doch ist dies nur ein Teil der Wahrheit. Wie schon Erik ten Hag und Mehmet Scholl, seine Vorgänger auf dem Posten des U-23-Trainers, beklagte auch Vogel mehrfach ein Mentalitätsdefizit.

Über die Winterpause jedoch, so glaubt er, hätte seine Mannschaft „einen Schritt gemacht“. Insbesondere „im Umschaltverhalten und in der Entschlossenheit“, so Vogel, „haben wir uns verbessert, außerdem ist unser Spiel dynamischer geworden, und es wird mehr kommuniziert“. Am Sonntag (14 Uhr, Grünwalder Stadion) beginnt mit dem Nachholspiel gegen die SpVgg Bayreuth wieder der Liga-Alltag. Mit einem Sieg könnte der Rückstand auf Spitzenreiter Burghausen auf sechs Zähler verringert werden. Man habe es zwar „nicht mehr in der eigenen Hand“, wie der gebürtige Pfälzer erklärt. Eine Serie, um doch noch mal in das Meisterschaftsrennen eingreifen zu können, traue er seinem Team jedoch allemal zu. Im über den Winter neu einstudierten 3-4-3-System hofft Vogel auf „mehr defensive Stabilität“, dennoch geht er davon aus, dass „wir unsere Offensivpower beibehalten können“.

Ein immens wichtiges Rädchen in dieser neuen Ordnung stellt dabei Nicolas Feldhahn dar. Den 29-jährigen Defensivstrategen betrachtet der U-23-Coach wie einen Neuzugang, da Feldhahn zwar bereits im Sommer vom VfL Osnabrück an die Säbener Straße gewechselt war, seither jedoch verletzungsbedingt nur zwei Einsätze absolvieren konnte. „Er dirigiert, kommuniziert und pusht die Jungs auch mal“, honoriert der Übungsleiter Feldhahns Wirken auf dem Platz, „seine Ausstrahlung ist bemerkenswert“. In den sechs Testspielen sah das alles in der Tat schon recht vielversprechend aus, die Vogel-Elf blieb ohne Niederlage. Auf der anderen Seite waren die kleinen Bayern in den letzten fünf Pflichtspielen des Jahres 2015 sieglos geblieben. „Eine solche Serie“, ist Vogel überzeugt, „wird es jetzt nicht mehr geben, wir sind reifer geworden“.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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