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Bayern-Coach gräbt altes Zitat aus

Heynckes: Kleiner Seitenhieb gegen Beckenbauer

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Jupp Heynckes vergisst nicht ...

Der FC Bayern kann im Spitzenspiel dem großen Konkurrenten Borussia Dortmund einen weiteren schweren Schlag versetzen. Der Optimismus ist groß - und von Jupp Heynckes gab‘s einen kleinen Seitenhieb Richtung Beckenbauer.

Es ist keine vier Wochen her, da wähnte Jupp Heynckes den Erzrivalen Borussia Dortmund in einer anderen Liga. "Dortmund liegt schon fünf Punkte vorne. So, wie die Fußball spielen, ist es schwierig, sie da oben wegzuholen", sagte der Trainer des FC Bayern bei seinem Amtsantritt.

Wenn nun der Rekordmeister am Samstag (18.30 Uhr/Sky) zum mit Spannung erwarteten Topspiel beim BVB antritt, haben sich die Vorzeichen komplett verändert. Die wiedererstarkten Münchner, die unter dem Erfolgscoach Heynckes alle sechs Spiele gewonnen haben, liegen mit drei Punkten Vorsprung auf Dortmund an der Spitze. Sie können den schwächelnden BVB und dessen Trainer Peter Bosz noch tiefer in die Krise stürzen.

"Der Druck liegt nicht bei uns", sagt Bayern-Star Arjen Robben fast genüsslich. Der Druck beim BVB ist hingegen hoch, das weiß auch der angeschlagene Bosz. "Wir müssen das Spiel gewinnen. Erst einmal, weil wir Dortmund sind und zu Hause spielen, und zweitens für das Gefühl", sagte der Niederländer nach der jüngsten (zweiten) Champions-League-Blamage gegen APOEL Nikosia (1:1).

Heynckes-Seitenhieb gegen Beckenbauer

Heynckes, sonst Diplomat durch und durch, ließ sich angesichts der aktuellen Siegesserie sogar zu einem kleinen Seitenhieb gegen Franz Beckenbauer hinreißen. „Ich kann mich noch erinnern, als Franz Beckenbauer gesagt hat: 'Javi Martínez, wer ist das?'“, so Heynckes. Damit lobte er gleichzeitig den 40-Millionen-Euro-Mann, den er 2012 zum FC Bayern lockte und der jetzt unter ihm wieder im defensiven Mittelfeld groß aufspielt.

Angesichts von nur einem Sieg aus den vergangenen sechs Spielen können die Schwarz-Gelben ein massives Tief nicht mehr wegdiskutieren. Vielleicht, so Bosz, komme deshalb das Spitzenspiel gegen die Bayern "zum richtigen Moment. Wir haben die Möglichkeit, Tabellenführer zu werden und die Stimmung zu drehen." Sein Team, mit dem er weiter "hundertprozentig" zusammenarbeite, dürfe aber "nicht zweifeln. Wenn man gegen die Bayern nicht mutig ist, hat man keine Chance."

Die Bayern befinden sich seit der Übernahme durch Heynckes dagegen im Höhenflug und wieder im altbekannten Mia-san-mia-Modus. Man komme "mit stolzgeschwellter Brust nach Dortmund - und nicht mit Hühnerbrust", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der Bild-Zeitung. Aber, so fügte er bei Sky an: "So ein angeschlagener Boxer ist immer gefährlich, dass er dir noch so einen Lucky Punch verpasst."

Auch der erfahrene Heynckes warnte seine Stars vor dem Kracher, der in mehr als 200 Länder übertragen wird, eindringlich. "Es gilt alles das nicht, was vorher gewesen ist. Man darf nicht so naiv dahin gehen und sagen: Die Borussia schwächelt, das machen wir mit links. Es wird ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Da gelten eigene Gesetze", betonte er. Der BVB werde gegen die Bayern "viel aufmerksamer, viel konzentrierter, viel motivierter agieren. Sie werden versuchen, sich anders zu präsentieren als in den vergangenen Wochen."

Die Münchner wollen dagegen ihre "Siegesserie fortsetzen. Wir haben große Ambitionen", sagte Heynckes. Er wünsche sich, "dass wir noch eine Schipppe drauflegen. Wir haben noch riesige Ressourcen. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns steigern können."

Heynckes kann dabei auf den ehmaligen Dortmunder Robert Lewandowski bauen, der seine muskulären Probleme überwunden hat. "Er hat gut trainiert, er hat überhaupt keine Beschwerden und ist hoch motiviert", sagte der Bayern-Coach.

Lewandowski trifft im Torjäger-Duell auf einen Pierre-Emerick Aubameyang, der seit Wochen seiner Topform hinterher läuft. "Ein Stürmer, der einige Wochen nicht trifft, denkt nach", betonte Bosz: "Er hat derzeit auch kein Glück. Das kommt aber wieder."

sid/lin

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